mini|Blick auf die Katholische Pfarrkirche St. Martin Hopferau ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu.
Geografie Die Gemeinde grenzt an den Hopfensee (Westufer) und liegt rund zehn Kilometer entfernt vom Stadtzentrum Füssens und von Pfronten.
Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt nur die Gemarkung Hopferau.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Hopferau war vor 1800 Sitz eines Unteren Gerichts der gleichnamigen Herrschaft und gehörte den Freiherren Freyberg-Eisenberg zu Hopferau. Die Obere Gerichtsbarkeit wurde vom Hochstift Augsburg ausgeübt.Hans-Uwe Rumpp, Füssen, Historischer Atlas von Bayern, Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1977, S. 401f Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Einwohnerentwicklung 1961: 699 Einwohner 1970: 724 Einwohner 1987: 972 Einwohner 1991: 1072 Einwohner 1995: 1078 Einwohner 2000: 1062 Einwohner 2005: 1074 Einwohner 2010: 1080 Einwohner 2015: 1126 Einwohner 2020: 1223 EinwohnerBayernportal: Gemeinde Hopferau, Landkreis Ostallgäu
Hopferau wuchs von 1988 bis 2008 um 91 Einwohner bzw. ca. 9 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 999 auf 1206 um 207 Einwohner bzw. um 20,7 %.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Seeg.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Karl Hitzelberger. Er wurde bei der Wahl 2026 als gemeinsamer Kandidat von CSU, Freier Wählergemeinschaft und Überparteilicher Wählergemeinschaft mit 88,2 % der Stimmen gewählt.
Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich aus zwölf Gemeinderäten zusammen. Bei der Wahl 2026 traten alle Kandidaten auf einer gemeinsamen Liste von CSU, Freier Wählergemeinschaft und Überparteilicher Wählergemeinschaft an. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 %
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss mini|Innenansicht der Kirche Sennerei Lehern Im Gemeindeteil Lehern ist eine Schaukäserei zu besichtigen. Im „Informationszentrum für Allgäuer Milchwirtschaft und Käsehandwerk“ wird ein Film über die Käseherstellung im Allgäu gezeigt. Der gesamte Betrieb kann anschließend besichtigt werden und zum Abschluss wird Käse verkostet bzw. verkauft.
Schloss Hopferau Das restaurierte Schloss der Familie Freyberg-Eisenberg zu Hopferau befindet sich direkt im Ort. Es ist im Jahre 1468 erbaut worden und befindet sich seit 1803 in Privatbesitz, davon 1846–1910 im Besitz der Freiherren von Ponickau. Es wird heute als Hotel und Veranstaltungshaus genutzt.
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 108 und im Bereich Handel und Verkehr 56 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 53 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 508. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 45 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1353 ha. Alle landwirtschaftlichen Betriebe sind spezialisierte Milchviehbetriebe, die ausschließlich Dauergrünland bewirtschaften. Ackerbau – auch Maisanbau – ist aufgrund der klimatischen Gegebenheiten unwirtschaftlich. Die produzierte Milch wird in Käsereien überwiegend zu Hartkäse (Emmentaler, Bergkäse) verarbeitet.
Elf Landwirtschaftliche Betriebe sind zu einer Sennereigenossenschaft zusammengeschlossen, die im Ortsteil Lehern Käse zur Direktvermarktung herstellt. Der hier produzierte Emmentalerkäse erfüllt die Anforderungen des Allgäuer Emmentaler (g. U.).
Verkehr Der Bahnhof Weizern-Hopferau auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Eisenberg liegt an der Bahnstrecke Marktoberdorf–Füssen. Es bestehen Verbindungen nach Augsburg sowie München.
Hopferau liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt. Von Sonthofen führt er über Oy-Mittelberg, Eisenberg nach Hopferau und weiter über den Ortsteil Schraden nach Füssen.
Wasserversorgung Die Gemeinde versorgt sich über einen 1988 errichteten Brunnen südlich des Ortsteils Osterreuten der Nachbargemeinde Eisenberg. Das Wasserschutzgebiet umfasst ca. 20 ha.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2022): 1 Kindertageseinrichtung: 65 Plätze, 63 belegt (darunter ein Kind unter drei Jahren, acht Kinder ab sechs Jahre)
Sport Der TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg ist ein Sportverein mit elf Abteilungen. Dem Eishockeyteam aus Hopferau gelang 1978 die bayerische Landesligameisterschaft und der Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga, in der sie sich mehrere Jahre halten konnten.
Persönlichkeiten mini|Konrad-Zuse-Brunnen in Wiedemen Johann Anton II. von Freyberg-Hopferau (* 1674 in Hopferau; † 1757 in Eichstätt), Bischof von Eichstätt und Fürstbischof des Hochstiftes Eichstätt. Konrad Zuse (* 1910 in Deutsch-Wilmersdorf; † 1995 in Hünfeld), Ingenieur, Erfinder und Unternehmer, wohnte von 1946 bis 1949 mit seiner Familie in Wiedemen bei Hopferau. Die vollautomatische Rechenmaschine Z4 konnte er von 1946 bis 1949 in einem ehemaligen Mehllager der Bäckerei Martin in Hopferau unterstellen und zum Funktionieren bringen. Paul Segisser, Maler (geb. 1866 in Karlsruhe und gest.1934 in Hopferau).Der in Karlsruhe geborene Paul Segisser hat an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studiert und war als Maler tätig. Er hat in Hopferau und Umgebung mehrere Bilder gemalt. Landschaftsbilder, Bilder um und in Hopferau (z. B. die Kirche) und Bilder vom und im Schloss zu Hopferau.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Hopferau (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)