Friedrich "Fritz" Kaufmann (* 1. November 1889 in Charlottenburg, Deutsches Reich; † 1957 in Santurce, Puerto Rico) war ein deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Filmproduzent, Produktionsleiter und Architekt.
Leben Kaufmann hatte nach dem Abitur an der technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg ein Architekturstudium begonnen und mit dem Staatsexamen als Diplomingenieur abgeschlossen. Anschließend machte er sich als Architekt selbständig. Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verpflichtete ihn die Filmproduktionsfirma Deutsche Bioscop als Leiter von deren Architekturabteilung. Nebenbei betätigte sich Kaufmann auch als Erfinder filmtechnischer Apparaturen – von ihm stammt der sogenannte „Hochformator“ – und arbeitete auch journalistisch für eine Reihe von internationalen (US-amerikanischen, niederländischen und italienischen) Publikationen. Nachdem die Decla Kaufmann vorübergehend als Dramaturg eingestellt hatte, konnte der Berliner 1922 mit Schminke seine erste Filmregie vorlegen.
Er leitete als Vorstand die Metrofilm Aktiengesellschaft für Filmfabrikation vom Mai 1923 bis zu deren Umwandlung in die Mercedes-Film Aktiengesellschaft für Filmfabrikation im Mai 1924.Handelsregister Berlin HRB Nr. 30349 Im September 1926 gründete er mit der Fritz Kaufmann Filmgesellschaft m.b.H. seine eigene Produktionsfirma.Handelsregister Berlin HRB Nr. 39017.
Kaufmann war seit 1919 mit Ada Rosenberg verheiratet. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten flüchtete die Familie im März 1933 Hals über Kopf nach Frankreich, unter Zurücklassung allen Hab und Gutes, da sie rechtzeitig von einem Freund vor ihrer drohenden Verhaftung gewarnt wurden. 1939 starb seine Frau völlig unerwartet. Später wurden er und seine Tochter Germaine Kaufmann (später: Shafran) im Camp de Gurs interniert. Es gelang ihnen jedoch die Flucht, und sie erreichten 1941 die USA. auf den Seiten der Hochschule RheinMainArtikel bei www.wiesbaden.deArtikel in der Frankfurter Rundschau
Filmografie
1922: Schminke (Sigrids Werdegang) (Drehbuch, Regie) 1922: Der einzige Zeuge 1923: Der Großindustrielle (Drehbuchmitarbeit, Regie, Produzent) 1924: Das Haus am Meer (Drehbuchmitarbeit, Regie, Produzent) 1925: Die Frau ohne Geld 1925: Frauen und Banknoten 1925: Reveille, das große Wecken 1925: Heiratsannoncen 1927: Der Mann ohne Beruf (Das grobe Hemd) 1927: Liebe geht seltsame Wege (Regie, Produzent) 1930: Es gibt noch Kavaliere 1930: Und so ein Glück kannst du nur haben (Kurzfilm) 1930: Zimmer 107
Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 92. Germaine H. Shafran: Never say die! Gib niemals auf! Herausgegeben vom Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e. V. Vorwort von Karlheinz Schneider. Nachwort von Vera Bendt. Edition 6065, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941072-04-6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Kameramann Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher