Arne Hoffmann (* 12. Mai 1969 in Wiesbaden) ist ein deutscher Journalist, Buchautor, Blogger und Männerrechtsaktivist,Thomas Gesterkamp: Männerkongress in Düsseldorf: Tabubrecher unter sich. In: die tageszeitung, 20. September 2012.Gerhard Hafner: Der Kampf gegen lila Pudel. In: Der Freitag. 9. April 2013. der sich als Vertreter des deutschen Maskulismus bezeichnet.
Studium Hoffmann studierte Literatur- und MedienwissenschaftArne Hoffmann beim mvg-Verlag München 2012 in Mainz.
1996 erschien seine Magisterarbeit Political Correctness. Zwischen Sprachzensur und Minderheitenschutz,Political Correctness. Zwischen Sprachzensur und Minderheitenschutz. Magisterarbeit, 1996, . die sich mit dem Phänomen Political Correctness befasst. Laut Hoffmann entsteht Political Correctness in demokratischen Staatswesen in der Zivilgesellschaft, wohingegen sie in totalitären Regimen staatlich verordnet wird.Vera Heitmann: Political Correctness – Eine kommentierte Bibliographie. In: Susanne Nies (Hrsg.): Political Correctness in der (inter)nationalen Politik. Zu Genese und Verbreitung eines Konzepts. (= OEI-Arbeitspapiere 36/2001) Arbeitspapiere des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin, Berlin 2001, S. 126 . Hoffmann plädiert dabei für eine strikte Trennung des nordamerikanischen Begriffs der political correctness vom Begriff der deutschen politischen Korrektheit, den die Gegner der politischen Korrektheit als politischen Kampfbegriff verwenden. Er kommt zu dem Schluss, die Vorwürfe von Zensur, Demagogie und „linker Missionierung“ entbehrten in Deutschland jeglicher Grundlage. Jens Kapitzky bezeichnete das Buch 2000 als „die einzig ermittelbare Buchpublikation zu deutschen Formen Politischer Korrektheit“.Jens Kapitzky: Sprachkritik und Political Correctness in der Bundesrepublik Deutschland. Essener Studien zur Semiotik und Kommunikationsforschung, Vol. 1, Shaker, 2000, S. 54. Sabine Wierlemann bezeichnete die Arbeit dagegen als fragmentarisch und bemängelte, dass wichtige Bereiche der feministischen Sprachkritik ausgeklammert würden.Sabine Wierlemann: Political Correctness in den USA und in Deutschland. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-503-06144-4, S. 32.
Wirken Ab 1997 veröffentlichte Hoffmann Bücher aus dem Bereich des BDSM, bis 2001 unter den Pseudonymen Sabrina Schneider und Cagliostro.Arne Hoffmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Hoffmann publizierte mehrere Ratgeber zu verschiedenen Sexualpraktiken.
2001 veröffentlichte er das Buch Sind Frauen bessere Menschen? Im Focus wurden seine Thesen zur Situation von Männern von Michael Klonovsky aufgegriffenMichael Klonovsky: Das privilegierte Geschlecht. In: Focus Magazin. Nr. 15. München 7. April 2003, S. 118 ff. und auch im Darmstädter Echo positiv rezensiert.Die Rekonstruktion der Wahrheit. In: Darmstädter Echo, 25. März 2002, S. 6.
2005 veröffentlichte Hoffmann im rechtsextremen Verlag Edition Antaios das Buch „Warum Hohmann geht und Friedman bleibt: Antisemitismusdebatten in Deutschland von Möllemann bis Walser“. Darin ordnet er den Fall Martin Hohmann in einer tendenziell verharmlosenden Weise in weitere Antisemitismusdebatten ein, schreibt die Verantwortung für diese Debatten einem dominierenden Medieneinfluss zu und führt den Verlauf der Kontroversen auf eine vermeintlich meinungsunterdrückende Medienlandschaft zurück.Lothar Mertens, Kurzbesprechungen, In: Uwe Backes, Eckhard Jesse, Jahrbuch Extremismus & Demokratie, Nomos Verlag 2006, S. 410.
Im Jahr 2006 erschien das Buch Unberührt. Darin beschreibt Hoffmann die Probleme von Menschen ohne sexuelle und Partnerschafts-Erfahrung.Selbsthilfe für erwachsene Jungfrauen. In: Der Spiegel. 10. August 2008. 2007 veröffentlichte Hoffmann das Buch Der Fall Eva Herman: Hexenjagd in den Medien.
Im Herbst 2020 gehörte er zu den Erstunterzeichnern des Appell für freie Debattenräume.
Rettet unsere Söhne In seinem 2009 erschienenen Buch Rettet unsere Söhne stellt Hoffmann die These auf, dass die Abwertung von Männern auch durch einen „institutionalisierten Feminismus“ zu einer offenen Diskriminierung von Jungen führe, die, kaum beachtet, mittlerweile die Bildungsverlierer im Schulsystem seien.
In der öffentlichen Diskussion wurde das Buch unterschiedlich rezipiert. In einer Rezension im Deutschlandradio kommentierte Susanne Mack: „Hoffmanns Appell, die Jungen vor Bildungsfrust, Computersucht und sozialem Abstieg zu bewahren, kann leider nicht abgetan werden als private Panikmache eines gekränkten Machos. Der Autor malt manchmal schwarz-weiß, keine Frage. Aber das Buch lebt von soziologischem Faktenmaterial und ist schon deshalb von erheblicher politischer Brisanz.“Susanne Mack: Jungs als Bildungsverlierer. Deutschlandradio Kultur, abgerufen am 31. Juli 2012. Andreas Ruffing, Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen e. V., konstatiert, Hoffmann nenne „zweifellos wichtige Anliegen und Forderungen“, kritisiert aber Hoffmanns „pointierte Frontstellung gegen ‚den‘ Feminismus“.Andreas Ruffing: Arne Hoffmann: Rettet unsere Söhne. Rezension auf der Website der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD), abgerufen am 31. Juli 2012. Die Journalistin Katrin Rönicke urteilte in Der Freitag: „Das Buch […] ist kurz zusammengefasst: Viel Halbwissen, das um eine gute Portion gefühlten Dreiviertelwissens ergänzt, zu einer ganz besonderen Melange aus guten Gedanken und absurdem Mist wurde.“Katrin Rönicke: Bitte kein Genderama! In: Der Freitag. 13. April 2009. Dem Soziologen Rolf Pohl zufolge reihen sich Buchtitel Hoffmanns wie Männerbeben und Rettet unsere Söhne in ein insgesamt zunehmend aggressiveres Diskussionsklima ein. Dabei sei eine streckenweise feindselig aufgeladene Abwehr gegen Frauen und Mütter sowie ein zunehmend aggressiver Antifeminismus zu vermerken.Rolf Pohl: Männer – das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit. (PDF; 181 kB) In: Mechthild Bereswill, Anke Neuber (Hrsg.): In der Krise? Männlichkeiten im 21. Jahrhundert. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2010, ISBN 978-3-89691-231-2. In einem Artikel in der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft wird Rettet unsere Söhne zu anderen populärwissenschaftlichen Schriften über die sogenannte „Jungenkrise“ gezählt, in denen „das Jungenproblem“ zu einer der bedeutendsten Herausforderungen stilisiert werde. Gemeinsam seien Hoffmann und anderen Autoren neben einer „antifeministischen Attitüde“ häufig auch „eine eklatant große Theorieferne und die äußerst selektive Rezeption empirischer Ergebnisse.“Barbara Drinck, Melanie Schmidt, Daniel Diegmann: Jungenforschung, Jungen- und Mädchenpädagogik. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. 14, Nr. 1, 2011, S. 171–182, doi: 10.1007/s11618-011-0171-x.
Journalismus Hoffmann war bis 2014 Kolumnist des Magazins eigentümlich frei.Artikel von Arne Hoffmann. eigentümlich frei, abgerufen am 31. Juli 2012. Artikel von ihm finden sich auf den Internetplattformen FreieWelt.net, streitbar.eu und Kopp OnlineHinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung. Berlin 2012, ISBN 978-3-86928-073-8, S. 46 ff., 90 ff., 104 (PDF; 2,25 MB).. Seit 2006 veröffentlichte er auch Artikel in Die Brücke, die sich als Forum für antirassistische Politik und Kultur versteht.vergl. z. B.: Die Brücke 2006/1
2011 schrieb Hoffmann in eigentümlich frei einen Artikel über den Kachelmann-Prozess wegen Vergewaltigung. Darin führte er mehrere Untersuchungen an, bei denen die Zahl der Falschbeschuldigungen zwischen 27 % und 50 % der angezeigten Vergewaltigungen gelegen habe.Arne Hoffmann: Freispruch: Sind Sie der nächste Jörg Kachelmann? – Polizisten und Wissenschaftler: Bei Vergewaltigungsvorwürfen lügen Frauen häufig. Die Soziologin Ilse Lenz urteilt in den Blättern für deutsche und internationale Politik, dass Hoffmann die Forschungsergebnisse falsch wiedergegeben habe. Hoffmann deute Ergebnisse um, um seinen Standpunkt, dass Falschbeschuldigungen häufig vorkommen, zu stützen.Ilse Lenz: Der neue Antifeminismus. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. 7/11, Juli 2011. Einen selektiven Umgang mit Statistiken konstatierte auch Hinrich Rosenbrock. Es lasse sich feststellen, dass Hoffmann nur die Daten als Belege verwende, die seine Argumentation stützen.„Des Weiteren lässt sich feststellen, dass Arne Hoffmann vor allem auf Daten zurückgreift, die in sein Weltbild passen. […] Statistiken werden von ihm häufig selektiv verwendet.[…] Ein weiteres Beispiel für diesen Umgang mit statistischen Daten findet sich beim Thema Vergewaltigung bzw. im Zusammenhang mit angeblich massiven Falschbeschuldigungen. […] Hier wird deutlich, dass Arne Hoffmann mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten die männliche Opferideologie stärkt und Vergewaltigungsopfer tendenziell diskreditiert.“ Hinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. 2012, S. 48–50.
Hoffmann betreibt seit 2004 das Blog Genderama, in dem er Veröffentlichungen zu Genderthemen aus einer Vielzahl von Publikationen aufgreift. Kritik rief hervor, dass Hoffmann dabei auch regelmäßig Artikel der Jungen Freiheit verlinkte.Johanna Kutsche: Die Rhetorik der rechten Männer. In: Die Zeit. 12. Mai 2010. Sein Blog arnehoffmann.blogspot zählte Malte Conradi 2010 in der Süddeutschen Zeitung zu den besten Blogs, die sich ausführlich mit den umstrittenen Thesen von Thilo Sarrazin befassten.Malte Conradi: Die besten Blogs zu Sarrazins Thesen. auf: sueddeutsche.de, 7. September 2010, abgerufen am 31. Juli 2012.
Ebenfalls schrieb er regelmäßig für das Magazin Gentlemen’s Quarterly zum Thema Sex.
Positionierung in der Männerrechtsbewegung Arne Hoffmann gilt als Vordenker der deutschen Männerrechtsbewegung.Ilse Lenz: Männer sind Opfer. In: die tageszeitung. 30. Juni 2011.Andreas Kemper: [R]echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung. Unrast, Münster 2011, ISBN 978-3-89771-104-4. Er ist Mitglied im Männerrechtsverein MANNdat und Gründungsmitglied von Agens e. V. Er war in der AG Männer aktiv, der männerpolitischen Initiative der Piratenpartei.
Thomas Gesterkamp führt Hoffmann als Beispiel für Akteure in der Männerrechtsbewegung an, bei denen es „immer wieder Überschneidungen und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen“ gebe. So versorge Hoffmann „die maskulinistische Seite regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit.“Thomas Gesterkamp: Geschlechterkampf von rechts. Wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren. In: Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): WISO Diskurs. Expertisen und Dokumentationen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Ausgabe März, Bonn 2010, ISBN 978-3-86872-270-3, S. 14 (PDF; 190 kB)
Walter Hollstein lehnte es ab, Hoffmann in Verbindung mit der politischen Rechten zu bringen.Walter Hollstein: Sind Männerrechtler „rechts“? In: Die Welt. 11. Mai 2010, abgerufen am 31. Juli 2012.