Zana Ramadani (* 10. Januar 1984 in Skopje, Jugoslawien, heute Nordmazedonien) ist eine deutsche Autorin und ehemalige Aktivistin von Femen. Sie war Vorsitzende und Mitbegründerin des Vereins Femen Germany e. V.
Leben Zana Ramadani wuchs als ältestes Kind einer muslimischen, ethnisch albanischen Familie zunächst in Skopje in der zur SFR Jugoslawien gehörenden SR Makedonien auf. Nach ihren Worten spürte sie bereits als Kind stark, wie sie in der Großfamilie gegenüber ihren Vettern benachteiligt wurde, weshalb ihr liberal-muslimischer Vater mit seiner Familie in eine makedonische (nichtmuslimische) Nachbarschaft zog und Zana in eine makedonischsprachige Schule schickte. Als Siebeneinhalbjährige zog Ramadani mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie im Siegerland aufwuchs und auch ihr kleiner Bruder geboren wurde. In ihrer Familie erlebte sie Gewalt und Unterdrückung, die nach ihren Worten nicht von ihrem gebildeten Vater, sondern von ihrer konservativen Mutter ausgingen. In der örtlichen christlichen Gemeinde fühlte sie sich dagegen als Mädchen wertgeschätzt. Mit 18 Jahren floh sie vor der familiären Gewalt in ein Frauenhaus.Zana Ramadani, in: Gesprächsrunde "Patriarchatskritische Aktivistinnen aus islamischen Gesellschaften: Was tun?“ (Redigierte Fassung). 16. Filmfest FrauenWelten, 23.–30. November 2016. Terre des Femmes, Moderation: Irene Jung.Zana Ramadani bei Markus Lanz am 20.01.2016. Interview auf YouTube, etwa ab Minute 2:20
2009 erhielt Zana Ramadani die deutsche Staatsbürgerschaft und gab dafür die makedonische ab.Bettina Weber: «Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern». Zana Ramadani schreibt in ihrem Bestseller «Die verschleierte Gefahr» an gegen Machos, die sie verhätschelnden Erzieherinnen und einen Westen im Integrationswahn. SonntagsZeitung, 8. April 2017. Kopie auf: Frühere Femen-Aktivistin Zana Ramadani: „Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern“. Süddeutsche Zeitung, 9. April 2017. Im selben Jahr heiratete sie ihren Lebenspartner, von dem sie sich 2014 nach zwölf gemeinsamen Jahren trennte.Joachim Karpa: . Westfalenpost, 18. Januar 2016. Im gleichen Jahr zog die gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte berufsbedingt von Wilnsdorf-Wilden nach Berlin.
Ramadani ist Mutter von zwei Töchtern.Zana Ramadani berichtet über ihre schwierige Begegnung mit Joachim Gauck. Berliner Zeitung, 28. Februar 2018.
Wirken Ramadani kritisiert scharf die patriarchalen Strukturen im Islam und die Rolle der muslimischen Mütter: „Die Frauen sind die größten Unterdrücker der Töchter.“ Es gebe einen ausgesprochenen „Söhnchenkult“, „weil die Jungs zu Prinzen erzogen werden“. 2010 trat sie der CDU beiZana Ramadani glaubt, das Problem muslimischer Männer zu kennen. Die Welt, 10. April 2017. und war zeitweise Vorsitzende der Jungen Union in Wilnsdorf.Junge Union Siegen-Wittgenstein
2013 war Ramadani Mitgründerin der Gruppe Femen, mit der sie im Mai desselben Jahres die Abschlussveranstaltung von „Germany’s Next Topmodel“ stürmte und mit nackten Brüsten das dort vermittelte sexistische Frauenbild anprangerte.Kathrin Pohlmann: FEMEN-Frau Zana Ramadani über Nackt-Protest. Neue Osnabrücker Zeitung, 3. August 2013. Sie nahm außerdem an Podiumsdiskussionen des Zentralrats der Ex-Muslime teil.. Zentralrat der Ex-Muslime, 10. März 2013.
Ihr Engagement bei Femen sorgte bei der CDU für Diskussionen.. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 26. Februar 2013. Im Januar 2015 verließ sie Femen. Als Grund nannte sie eine Aktion des ehemaligen Femen-Mitglieds Mercedes Reichstein, in deren Rahmen Reichstein ein Foto zu den Luftangriffen auf Dresden gepostet hatte, worauf auf ihren nackten Brüsten der Slogan „Bomber Harris, do it again“ stand.FEMEN-Zoff: Nackte wünscht Dresden neue Bombardierung Als weiteren Grund nannte sie „Gender-Feministinnen“, die als Protest gegen die FIFA eine Deutschlandfahne auf dem Holocaust-Mahnmal verbrennen wollten.
Ihr Buch Die verschleierte Gefahr wurde 2017 im Münchener Europa Verlag veröffentlicht und erreichte die Spiegel-Bestsellerliste.Die verschleierte Gefahr, Eintrag auf buchreport.de, abgerufen am 20. April 2017. Ramadani ist regelmäßige Gastautorin bei der Achse des Guten.Beiträge von Zana Ramadani bei der Achse des Guten.
Inzwischen ist Ramadani eine der schärfsten Kritikerinnen der Gender Studies und der, wie sie sagt, mit ihnen verbundenen politischen Ideologie. Sie warnt vor der Einschränkung der Meinungsfreiheit und den daraus folgenden Gefahren für die Demokratie: „Mit den Pseudowissenschaften, wie Genderwissenschaften, wird unsere Gesellschaft gespalten, und wer nicht mitmacht, der wird exekutiert!“ 2023 brachte sie gemeinsam mit Peter Köpf zu diesem Thema das Buch Woke – Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht heraus.Barbara Haas: Zana Ramadani: „Eine moralisierende Minderheit zerstört mit Wokeness unsere Demokratie“. Kleine Zeitung, 12. November 2023.
Auf Grund ihres gesellschaftlichen Engagements, insbesondere seit Erscheinen ihres islamkritischen Bestsellers Die verschleierte Gefahr 2017, ist Zana Ramadani nach eigenen Angaben wiederholt Opfer von Einschüchterungsversuchen und Vergewaltigungs- und Morddrohungen. In einem Interview mit der Schweizer SonntagsZeitung im April 2017 äußerte sie, am heftigsten werde sie von „Gender-Feministinnen“ persönlich verbal angegriffen. Von konservativen Muslimen kämen dagegen keinerlei Kritiken, sondern allein Drohungen.
Aktionen Ende 2012 nahm Ramadani an einer Protestaktion gegen Prostitution und Menschenhandel in Deutschland vor dem Kölner Bordell Pascha teil,FEMEN protestieren vor dem Kölner „Pascha“. Emma, 25. November 2012. im Januar 2013 an einem Protest gegen das deutsche Prostitutionsgesetz und die Sexindustrie auf der Herbertstraße in Hamburg. Hamburger Morgenpost, 29. Januar 2013. und im April 2013 an einem Protest vor der Wilmersdorfer Moschee als Solidaritätsaktion mit Amina Tyler.
Im Mai 2013 stürmte Ramadani zusammen mit Hellen Langhorst die Finalshow von Germany’s Next Topmodel, die in der SAP Arena in Mannheim stattfand; ihr Oberkörper war mit dem Slogan „SADISTIC SHOW“ beschriftet. Sie verurteilte den von Heidi Klum repräsentierten Sexismus mit den Worten: „Klum sagt minderjährigen Mädchen, dass sie sexy sein sollen. Davon habe ich die Schnauze voll.“. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2013. Im März 2014 nahm sie an einer Protestaktion während einer Podiumsdiskussion auf der Berliner Islamwoche im Roten Rathaus teil.Matern Boeselager: „Jetzt erst recht“—Femen verteidigen ihre Aktion bei der Islamwoche. VICE, 26. März 2014.
Am 1. Februar 2016 positionierte sie sich in einem Interview zu den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016. Sie forderte verpflichtende Sprachkurse und Kurse in Bürgerkunde für Flüchtlinge und kritisierte: „Die Angst vor dem Rassismus-Vorwurf, der selbstverständlich jedes Mal erhoben wird, überwiegt die Angst vor der zukünftigen Entwicklung.“Peter Schmidt: . Deutscher Arbeitgeber Verband e.V., 1. Februar 2016.
Schriften Woke – Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht. Quadriga Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-86995-133-1. Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. Europa Verlag, München 2017, ISBN 978-3-95890-077-6. Sexismus: Über Männer, Macht und Frauen. Europa Verlag, 2. März 2018, ISBN 978-3958901605.
Weblinks Offizielle Website Bettina Weber: „Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern“, Interview SonntagsZeitung/Tages-Anzeiger, 9. April 2017. Auszüge aus Zana Ramadanis Buch Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. bei der Achse des Guten: Teil 1, Teil 2, Teil 3.
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