Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) (englisch: International Council for Game and Wildlife Conservation, französisch: Conseil International de la Chasse et de la Conservation du Gibier) ist ein politisch unabhängiges, gemeinnütziges Beratungsorgan mit dem Ziel der Erhaltung des Wildes durch die Förderung der nachhaltigen Nutzung von Flora und Fauna. Die Abkürzung CIC leitet sich aus dem ursprünglich französischen Namen der Organisation Conseil International de la Chasse ab.
Der CIC wurde 1930 gegründet. Bis 1999 hatte die Organisation ihren Hauptsitz in Paris, sitzt heute jedoch in Ungarn.http://www.conservationandsociety.org/article.asp?issn=0972-4923;year=2012;volume=10;issue=1;spage=53;epage=62;aulast=Paulson Der CIC umfasst 30 Staatsmitglieder, vertreten durch die jeweiligen Ministerien (zuständig für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Flora und Fauna) bzw. durch andere entsprechende Institutionen, sowie eine große Anzahl von Jagd- und Wildtierschutzorganisationen und auch einzelne Personen – darunter auch wissenschaftliche Experten – aus über 80 Ländern. Die Organisation hat diplomatischen Status in Ungarn, und Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen.
Die Arbeitssprachen des CIC sind Englisch, Französisch und Deutsch.
Geschichte Die Idee zur Gründung einer internationalen Organisation, die sich mit nachhaltiger Jagd und nachhaltigem Wildtiermanagement befasst, wurde zum ersten Mal 1910 im Rahmen einer internationalen Jagdausstellung in Wien aufgebracht. Das Konzept wurde allerdings erst zwei Jahre später, im November 1928, vom französischen Anwalt Maxime Ducrocq und vom Grafen Louis Károlyi in die Tat umgesetzt, als sie eine internationale Konferenz mit dem Ziel der Gründung einer internationalen Jagdorganisation in Nové Zámky organisierten. Viele der Diskussionen fanden auf dem Gut des Grafen Károlyi in Palárikovo statt, das heute als CIC-Museum dient. Die Erklärung von Nové Zámky war der Startschuss für die Gründung eines internationalen Rates für die Jagd mit dem Namen „Conseil International de la Chasse“, sowie die Aufstellung eines Komitees, das für die Ausarbeitung der Statuten der Organisation verantwortlich war. Dies bildete die Basis für die erste Generalversammlung sowie die offizielle Registrierung des CIC im November 1930 in Paris.https://www.cic-wildlife.de/%C3%BCber-uns/wer-ist-der-cic/
Graf Louis Károlyi, Mitbegründer des CIC, stellte sein Gut in Palárikovo für die ersten Gespräche zur Organisationsgründung zur Verfügung.
Von Anfang an förderte der CIC die Bemühungen um eine nachhaltige und ethisch korrekte Jagd und hob dabei stets die Tatsache hervor, dass Jagd und Artenschutz Hand in Hand gehen. Zudem erlangte der CIC globale Anerkennung als unabhängiger Berater im Bereich des Artenschutzes. Der CIC wurde von der österreichischen Regierung als internationale, nichtstaatliche Non-profit-Organisation anerkannt, die im Interesse der Öffentlichkeit arbeitet. Seit 2003 hat die Organisation ihren juristischen Sitz in Wien, die Büros befinden sich jedoch seit 1999 in Budakeszi, Ungarn. Der CIC gehört heute zu den Schlüsselinstitutionen, die auf globaler Ebene richtungsweisend für die Entwicklung des Wildtiermanagements sind.
Im November 2022 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter Cem Özdemir, Bündnis 90/Die Grünen, die Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland im CIC beendet.
Organisationsstruktur Die Organe sind: die Generalversammlung (General Assembly; GA), das Exekutivkomitee (Executive Committee; EC), der Rat (Exekutivkomitee und Leitung der nationalen Delegationen) und nationale Delegationen.
Die Aktivitäten des CIC sind auf drei Divisionen verteilt:
Politik und Recht: Diese Division beschäftigt sich hauptsächlich mit der Politikentwicklung zu Jagd und Wildtiermanagement, sowie der Bekräftigung weltweiter Bemühungen um die nachhaltige Nutzung von Flora und Fauna. Jagdgesetze und -politik Multilaterale Abkommen Waffen, Munition und grenzübergreifenden Verkehr
Angewandte Wissenschaft: Diese Division stellt wissenschaftliche Daten sowie Fakten zu Wildtiermanagement und Jagdbelangen zur Verfügung und unterstützt wissenschaftliche Forschung zum Thema Wildtiermanagement und Naturerhaltung. Großwild Niederwild Zugvögel Erkrankungen von Wildtieren Ressourcenökonomik von Flora und Fauna Produktionssysteme von Landwirtschaft und Tierbestand sowie von Wildtieren Trophäenbewertung
Kultur: Die Division Kultur kümmert sich um das Bewahren des durch die Jagd entstandenen kulturellen Erbes. Traditionelle Jagd Bogenjagd Falknerei Jagd in der Kunst Jagd und Gastronomie CIC-Museum Palárikovo CIC-Bibliothek
Mitglieder Der CIC hat mehr als 1700 Mitglieder in mehr als 80 Ländern auf fünf Kontinenten.https://www.cic-wildlife.org/membership/ Die Mitglieder sind Staaten, nationale und internationale Organisationen, natürliche Personen sowie Experten und Sponsoren, die rund um den Globus als Fürsprecher für den CIC und den Nachhaltigkeitsgedanken fungieren. Dem CIC gehören 40 nationale Delegationen an, die für die Koordination der Aktivitäten in ihren jeweiligen Ländern zuständig sind. Staatliche Mitglieder sind Vertreter von Staaten, Regierungsbehörden oder nationalen, öffentlichen Einrichtungen Verbandsmitglieder sind Vertreter nationaler oder internationaler nichtstaatlicher Organisationen Individuelle Mitglieder bzw. Privatpersonen machen die Mehrheit der CIC-Mitglieder aus Fachexperten im Bereich der Erhaltung des Wildes, der Natur sowie der Jagd Young Opinion Mitglieder, die jünger als 40 Jahre sind, bilden das Sprachrohr der nächsten Generation. Sponsoren-Mitglieder sind Repräsentanten des privaten Sektors, die sich für den Erhalt von Natur und Wild und die nachhaltige Nutzung einsetzen.
Präsidenten und Generaldirektoren Der aktuelle Präsident des CIC ist Philipp Harmer. Der aktuelle Generaldirektor ist Sebastian Winkler. + Vorherige Präsidenten: Name Years Maxime Ducrocq 1930–49 Claude Hettier de Boislambert 1950–59 Berthold von Zähringen 1959–62 Georg Graf Thurn-Valsassina 1962–65 Comte Enrico Marone Cinzano 1965–68 Johann Gerhard van Maasdijk 1969–72 Pál Vallus 1972–75 H.I.H. Abdul Reza Pahlavi 1975–81 Alfonso de Urquijo y Landecho 1981–84 Marco Bulć 1984–87 Luigi Musy 1987–90 Heinrich III. Prinz Reuss 1990–93 Nicolás Franco y Pascual de Pobil 1993–99 Dieter Schramm 1999–2010 Bernard Lozé 2010–2016George Aman2016-2021Philipp Harmerseit 2021 Generaldirektoren (zuvor: Generalsekretär (1930–1999)) M. Villenave 1930–39 Claude Hettier de Boislambert 1950–59 Claude Chavane 1965–71 François Edmond-Blanc 1971–81 Jean Servat 1981–99 Gábor Rácz-Fodor 1999–2001 Kai-Uwe Wollscheid 2002–2010 Tamás Marghescu 2010–2022 Sebastian Winklerseit 2022
Vorheriger Generalsekretär: Werner Trense 1972–99
Arbeitsgruppen
Young Opinion (YO)
Die Arbeitsgruppe Young Opinion (YO) vernetzt Naturschützer unter 40, die sich für die Erhaltung der Wildbestände und deren nachhaltige Nutzung entlang der Leitlinien des CIC begeistern.
Die YO wurde bei der 48. Generalversammlung des CIC im Mai 2000 gegründet.http://archive-org.com/org/c/cic-wildlife.org/2012-10-29_552430_4/CIC_Wildlife_Hunting_and_Gastronomy/ Unter der Leitung von Victoria Lamarche (Präsidentin der YO) unterstützt die Arbeitsgruppe die Werte des CIC durch Aktivitäten in den Bereichen Bildung und Verwendung von Wildfleisch als gutes Beispiel für eine nachhaltige Jagdausübung.
Die Arbeitsgruppe hat seit ihrer Gründung mehrere internationale Events organisiert, zum Beispiel das jährliche Treffen der „Global Youth for Sustainable Use“ (GYSU). Die GYSU ist eine mehrtägige Zusammenkunft mit wissenschaftlichen Symposien und kulturellem Austausch. Die erste GYSU fand 2005 statt. Seitdem wurde jährlich von wechselnden nationalen Delegationen zur GYSU eingeladen.https://cacamaioremportugal.wordpress.com/2013/01/17/the-cic-working-group-young-opinion-global-youth-for-sustainable-use-gysu-fonte-cic/Hunting on a SA Game Ranch: A View from Central Europe // Game and Hunt - 2010 - October - p. 24-27
Artemis Club
Seit 2011 bildet der CIC Artemis Club eine Plattform für Frauen und Jägerinnen, die sich für Nachhaltigkeitsthemen interessieren. Mitglieder des Artemis Clubs betätigen sich besonders in den Gebieten der Umwelterziehung, der Jagdkultur und der Gastronomie und setzen sich im Allgemeinen weltweit für die Belange und die Beteiligung von Frauen im Wildtiermanagement ein. Sonia Chovanová Supeková ist Präsidentin der Arbeitsgruppe.
Partnerschaften Gemeinsam mit seinen Partnern fördert der CIC nachhaltige Nutzung, Weiterentwicklung wildbiologischer Konzepte sowie entsprechender Gesetze und Regulierungen auf weltweiter Basis. Die wichtigsten Partner sind:
Institutionen der Vereinten Nationen: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO); Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP); Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP); Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).
Umweltkonventionen: Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD); Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES); Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS) - ein Partnerschaftsabkommen wurde 2005 unterzeichnet; Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA); Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention); Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel (Ramsar-Konvention).
Internationale Nichtregierungsorganisationen: Weltnaturschutzunion (IUCN); Wetlands International; Internationale Vereinigung für Falknerei (IAF); Zusammenschluss der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der EU (FACE); Internationaler Ring der Jagdwissenschaftler (IUGB).Euro News // Shooting and Conservation - 2012 - November/December
Nationale Nichtregierungsorganisationen: Die nationalen Delegationen des CIC arbeiten in Partnerschaft mit einer Vielzahl von nationalen oder regionalen Nichtregierungsorganisationen, um nachhaltige Jagd und die Erhaltung der Wildbestände zu fördern.
Collaborative Partnership on Sustainable Wildlife Management (CPW)
Diese Partnerschaft begann 2011 auf Initiative des früheren stellvertretenden Vorsitzenden des CPW und Past-Präsidenten der CIC-Division Politik&Recht, Jan Heino. Der erste Vorsitzende der Partnerschaft war Braulio F. de Souza Dias, damals Geschäftsführer des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), und das Sekretariat wird von der FAO organisiert.
CPW ist eine freiwillige Partnerschaft internationaler Organisationen mit umfangreichen Mandaten und Programmen für die nachhaltige Nutzung und Bewahrung von Wildtierbeständen.mit dem Mandat sich für die nachhaltige Nutzung und Erhaltung von Wildbeständen einzusetzen. Die Mission des CPW ist wie folgt formuliert: “to promote conservation through the sustainable management of terrestrial vertebrate wildlife in all biomes and geographic areas and to increase cooperation and coordination on sustainable wildlife management issues among its members and partners.”
Heute vereint die CPW 14 internationale Organisationen (den CIC eingeschlossen) mit dem Ziel, globale, wildbiologische Themen mit einem ganzheitlichen und integrierten Ansatz zu behandeln.
Das erste Treffen der CPW fand im März 2013 in Bangkok, Thailand, während der 16. CITES Conference of the Parties (CoP) statt.Collaborative Partnership on Sustainable Wildlife Management // Country Side - 2013 - №146 - p. 14http://www.iisd.ca/vol21/enb2183e.html
Members Sekretariat des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) Zentrum für internationale Forstwissenschaft (CIFOR)