mini|hochkant=1.45|Die Lutherkirche in Hanau-Wolfgang Die Lutherkirche im Hanauer Stadtteil Wolfgang ist die Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Wolfgang. Sie gehört zum Kirchenkreis Hanau der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und ist nach dem Reformator Martin Luther benannt.
Baugeschichte Die Kirchengemeinde entstand aus Mitarbeitern der Pulverfabrik Wolfgang und ihren Familien am Ende des 19. Jahrhunderts. 1897 wurde ein Pferdestall zu einer Kapelle umgebaut und zunächst als Simultankirche mit der römisch-katholischen Kirchengemeinde genutzt. 1937 erwarb die evangelische Kirche das Gebäude.
1966 wurde die Kapelle abgerissen und ein neues Gemeindezentrum errichtet. Dessen Kirche, die heutige Lutherkirche, wurde 1967 eingeweiht. Sie ist ein Werk des Frankfurter Architekten Werner W. Neumann (1916–2003). In kubischen Formen in Beton, Glas und Stahl gestaltet, ist sie stilistisch dem Brutalismus zuzuordnen.
Die Ecken des Gebäudes sind nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Der Kirchensaal ist acht Meter hoch.
2016/2017, 50 Jahre nach der Grundsteinlegung, wurde die Lutherkirche modernisiert und umgebaut. Das Gemeindehaus wurde abgerissen; als Ersatz wurde ein Gemeinderaum unter der Orgelempore eingerichtet, der durch mobile Wände vom Kirchensaal abgeteilt ist.
Der Umbau nach Plänen von Mareike Noll-Patzel veränderte auch die Ästhetik des Bauwerks. Die großen Flächen sollten freundlicher wirken. Diesem Ziel dienen unter anderem zusätzliche Fenster. Die Fensterfront bildet eine optische Brücke zur Freifläche, die mit einem Segel überdacht werden kann.
Ausstattung Kunstwerke 1967 gestaltete der Hanauer Bildhauer Albrecht Glenz den Altarraum mit einem Ensemble aus Kreuz, Kanzel, Leuchtern und Taufbecken aus Aluminiumguss. Nach der Sanierung 2016 wurden weitere Werke des Künstlers in der Kirche platziert, unter anderem die Skulpturen Lebensbaum und Richterstuhl.
Im Foyer der Kirche hängt ein Gemälde von Anita Jäger, das zum Reformationsjubiläum 2017 entstand. Es zitiert ein Luther-Porträt von Lucas Cranach dem Älteren (um 1529).
Orgel Seit 1969 verfügt die Lutherkirche über eine als Opus 531 bezeichnete Orgel der Orgelbauwerkstatt Werner Bosch. Das Instrument weist zwei Manuale, Pedalwerk und 15 Register auf und besitzt folgende Disposition:
I Hauptwerk Rohrpommer 8′ Principal 4′ Nachthorn 4′ Nasat ′ Feldflöte 2′ Terz ′ Mixtur 4-fach 2′ II Brustwerk Musiziergedeckt 8′ Rohrflöte 4′ Principal 2′ Gemsquinte ′ Zimbel 3-fach 1′ Pedalwerk Subbass 16′ Gemshorn 8′ Spitzflöte 4′ Koppeln: II/I, I/P, II/P Spielhilfe: Tremulant im Brustwerk
Glocken Auf dem Glockenturm hängen seit 1969 vier Glocken aus der Glocken- und Kunstgießerei Rincker. Sie sind auf den Akkord ais – cis – dis – fis gestimmt. Ihre Inschriften erinnern an Kirchenlieder Martin Luthers: ais′ (380 kg), Inschrift Ein feste Burg ist unser Gott cis′′ (290 kg), Inschrift Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort dis′′ (180 kg), Inschrift Verleih uns Frieden gnädiglich fis′′ (120 kg), Inschrift Nun freut euch, liebe Christen g’mein
Die evangelische Kirchengemeinde praktiziert in der Lutherkirche das Mittagsläuten täglich um 12 Uhr.
Kirchengemeinde Die evangelische Kirchengemeinde Wolfgang wurde seit ihrer Gründung 1897 von den Pfarrern der Marienkirche in der Hanauer Altstadt mit betreut. 1953 wurde die Gemeinde selbstständig, aber erst 1964 erhielt sie eine eigene Pfarrstelle. Mit dem Beginn des Jahres 2023 fusionierte die Gemeinde mit den beiden Nachbarkirchengemeinden Großauheim und Großkrotzenburg zur „Evangelischen Kirchengemeinde Kirche am Limes“.
Literatur Max Aschkewitz: Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau („Hanauer Union“) bis 1968, Teil 1 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 33. Marburg 1984, S. 159f.
Weblinks
Homepage der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
Luther Hanau Lutherkirche Kategorie:Kirchengebäude des Brutalismus Kategorie:Martin-Luther-Kirche Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Bauwerk des Brutalismus in Hessen