mini|Außenansicht mini|Innenansicht Die Kirche Unbefleckte Empfängnis Mariä, umgangssprachlich auch kurz St. Marien genannt, ist die katholische Kirche in Grasdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Holle im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Die nach dem Marientitel „Unbefleckte Empfängnis“ benannte Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Hubertus mit Sitz auf Burg Wohldenberg, im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim. Das Einzugsgebiet der Kirche umfasst neben Grasdorf auch die Ortschaften Binder, Heersum, Luttrum und Wartjenstedt. Neben der Nutzung durch die Pfarrgemeinde dient die Kirche, gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Kirche Grasdorfs, auch als Autobahnkirche.

Geschichte Die im 12. Jahrhundert erbaute Grasdorfer Nikolaikirche wurde 1568 evangelisch-lutherisch. 1330 wurde eine weitere Kirche in Grasdorf errichtet, sie wurde als Sühnekapelle von Bischof Otto II. aus dem Hause Wohldenberg erbaut und trug das Patrozinium „Beatae Mariae“. Mit der Einführung der Reformation kam die Kapelle zur lutherischen Gemeinde, wurde nicht mehr genutzt und verwitterte.

Ab 1701 wurde die Kapelle als katholische Pfarrkirche von Grasdorf wieder aufgerichtet. 1789 wurde das neben der Kirche befindliche Pfarrhaus erbaut. 1936 erfolgte die Grundsteinlegung für den Westturm mit seinen markanten Eckquadern.

Ab 1977 wurde die Kirche vom Pfarrer aus Sottrum mit betreut. Seit dem 1. Dezember 2002 gehört die Kirche zum damals neu errichteten Dekanat Alfeld-Detfurth, zuvor gehörte sie zum Dekanat Bockenem-Detfurth. Seit dem 1. August 2004 gehört die Kirche zur Pfarrei „St. Hubertus Wohldenberg“, die Pfarrei „Unbefleckte Empfängnis Maria“ in Holle-Grasdorf wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.

Lage, Architektur und Ausstattung mini|Orgelprospekt mini|Die drei Chorfenster Die geostete Saalkirche steht auf dem Grundstück Hildesheimer Straße 10, in knapp 98 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Das Kirchenschiff ist mit einem Satteldach eingedeckt, auf dem sich ein sechseckiger, verschieferter Dachreiter erhebt, der mit einer Turmkugel, einem Windrichtungsgeber und einem Kreuz bekrönt ist. Der eingezogene Chor ist fünfseitig, der Westturm wurde später zugefügt. Über dem Westportal ist die Inschrift „Zur Ehre Gottes und der Mutter des Herrn Maria 1330 gestiftet von Otto den Zweijten: erneuert 1783“ zu lesen. Am darüberliegenden Gesims ist das Wappen der Familie der Grafen von Wohldenberg angebracht, aus der Otto II. von Woldenberg, der die Kirche ursprünglich errichten ließ, stammt. Die beiden Statuen auf dem Gesims stellen Maria mit dem Jesuskind und Laurentius von Rom dar.

Das Kirchengestühl lässt einen Mittelgang frei und bietet Besuchern rund 88 Sitzplätze. Der Tabernakel wird von zwei kleinen Engelstatuen eingerahmt. Neben dem Altarraum befinden sich eine Statue des heiligen Laurentius von Rom, der Taufstein sowie eine Mondsichelmadonna, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können. An den Seitenwänden hängen 14 Kreuzwegstationen. Die Orgel wurde 1834 von Balthasar Conrad Euler erbaut. Unter der Orgelempore haben der Beichtstuhl und eine Gedenktafel zur Erinnerung an die acht Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der katholischen Pfarrgemeinde Grasdorf ihren Platz.

Im Dezember 2001 erhielt die Kirche zehn neue, vom Düsseldorfer Künstler Thomas Jessen gestaltete Buntglasfenster, von denen acht verschiedene Szenen aus dem Leben Mariens zeigenHartmut Kemmerer u. a.: Reiseführer Hildesheimer Land, S. 126. Hildesheim 2003.. Zwei weitere Fenster sind dem Märtyrer Johannes Nepomuk, der häufig als „Brückenheiliger“ auf Darstellungen auch im Hildesheimer Land zu sehen ist, und dem Kopatron Laurentius von Rom gewidmet. Das mittlere der drei Fenster im Chor zeigt den lehrenden Jesus mit einem Buch seiner Hand. Die beiden im Buch sichtbaren Buchstaben, Alpha und Omega (Α und Ω), sind der erste und der letzte Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets und ein Symbol für Anfang und Ende, damit für das Umfassende, für Gott.

Autobahnkirche Im März 2011 wurde die Kirche, gemeinsam mit der knapp 300 Meter entfernt gelegenen evangelisch-lutherischen Nikolaikirche, zur Autobahnkirche ernannt. Am 9. Oktober 2011 wurde sie diesem Zweck übergeben. Sie ist über die Anschlussstelle 63 (Derneburg/Salzgitter) der Bundesautobahn 7 und die Anschlussstelle 22 (Baddeckenstedt) der Bundesautobahn 39 erreichbar. Auch die Bundesstraße 6 führt an Grasdorf vorbei. Vor dem ehemaligen Pfarrhaus befindet sich ein Parkplatz, im Haus unter anderem die Toiletten für die Besucher der Kirche.

Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Liste der Autobahnkirchen und -kapellen in Deutschland Mariä-Empfängnis-Kirche

Literatur Faltblatt: Zwei Rastplätze für die Seele an den Autobahnen A7 und A39 laden herzlich ein. Ev.-luth. Nikolaikirche Grasdorf, Kath. St. Marienkirche Grasdorf. Grasdorf 2011. Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 51–53.

Weblinks

Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrgemeinde

Einzelnachweise

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