miniatur|hochkant|Gul Agha Schersai Gul Agha Schersai (, * 1955 Afghanistan Elections 2014 – Canditates. Nachrichtensender TOLOnews, abgerufen am 5. April 2014 als Mohammad Schafiq in der afghanischen Provinz Kandahar) ist ein afghanischer Verwaltungsbeamter, Politiker, Paschtune und ehemaliger Mudschahed in Afghanistan.
Leben Schersai („Sohn des Löwen“ auf paschtunisch) kämpfte in Kandahar als sogenannter Mudschahed gegen die Sowjetunion, die in der Demokratischen Republik Afghanistan zugunsten der kommunistischen Regierung unter der Demokratischen Volkspartei intervenierte. Danach war Schersai in den frühen 1990er Jahren sowie nach dem Sturz der Taliban 2001 bis 2003 Gouverneur der Provinz Kandahar.
Seit 2004 ist er der Gouverneur der östlichen Provinz Nangarhar. Dort erhielt er den Spitznamen „Bulldozer“, er eröffnete die Straßenverbindung zwischen Dschalalabad (Provinzhauptstadt) und Torcham, dem wichtigsten Grenzübergang nach Pakistan.
Bei seinem Amtsantritt hatte sich Schersai, um die größten Probleme der Menschen zu erfahren, inkognito auf den Basar begeben und die Leute gefragt, was sie von dem neuen Gouverneur hielten. Schersai erklärte, dass das größte Problem Afghanistans schon immer die Mullahs waren. Man dürfe nicht die Taliban im ganzen Land Koranschulen bauen lassen, sondern sollte „weltliche“ Schulen für angehende Prediger errichten.Souad Mekhennet, Claudia Sautter, Michael Hanfeld: Die Kinder des Dschihad. Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. Piper, München 2006, ISBN 3-492-04933-8; aktualisierte Taschenbuchausgabe ebenda (Juni) 2015, ISBN 978-3-492-30858-8, S. 114–126 (Die Taliban greifen wieder an), hier: 122–125.
Bei der Einberufung des „Nationalen Rates“ im Fußballstadion von Kandahar bekundete Gul Agha Schersai seine Loyalität zu Mohammed Sahir Schah, dem früheren König von Afghanistan, vor rund 15.000 Menschen. In seiner Rede griff Gul Agha zudem das Nachbarland Iran an und beschuldigte es, Waffen und Geld ins Land zu pumpen, um die jetzigen Machthaber zu schwächen.
Bei der Präsidentschaftswahl 2009 galt Schersai als bedeutender Konkurrent des Amtsinhabers Hamid Karsai, verzichtete allerdings nach einem mehrstündigen Gespräch mit dem Präsidenten auf seine Kandidatur.
Einzelnachweise
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