mini|323x323px|Grab auf dem Nichtkatholischen (Protestantischen) Friedhof Rom Cäsar Carl Ludwig von Dachröden, auch Caesar von Dachröden und Cäsar von Dachroeden (* 26. April 1808 in Westgreußen; † 8. Juni 1882 in Rom) war ein deutscher, mecklenburg-strelitzischer Hofmarschall und führender Freimaurer in Deutschland.
Leben Cäsar von Dachröden entstammte dem thüringischen Adelsgeschlecht von Dachröden. Sein Vater war bis 1806 Offizier im Infanterieregiment No. 36 (von Puttkamer) in Brandenburg an der Havel gewesen.Die Aussage bei Carl August Endler: Die Geschichte der Landeshauptstadt Neustrelitz 1733–1933. Hinstorff Rostock 1933, S. 192, Cäsar von Dachröden sei ein Neffe Wilhelm von Humboldts ist offensichtlich unzutreffend, siehe Udo von der Burg: Carolina Friderica von Dachroeden. Zur 250. Wiederkehr ihres Geburtstages. In: Abhandlungen der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung Band 38 (2017) ISBN 978-3-940456-78-6 Er schlug zunächst ebenfalls die Militärlaufbahn ein und wurde Leutnant bei der preußischen Garde-Artillerie-Brigade.Friedrich Wilhelm Beutner: Die Königlich Preussische Garde-Artillerie: insbesondere Geschichte des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments und des 2. Garde-Feldartillerie-Regiments. Band 1, Berlin: Mittler 1889, S. 396 Am 21. November 1838 berief ihn Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz zum Kammerherrn und zum Intendanten der Hofkapelle und des Hoftheaters.Offizieller Anzeiger für Gesetzgebung und Staatsverwaltung. 1838, Nr. 18, S. 149. Digitalisat Zu den Stars des Hoftheaters zählten zu seiner Zeit Karl August Görner und seine Frau, die Sopranistin Friederike Tomasini.
1840 gründete er in Neustrelitz die Singakademie und baute für ihre Proben und Konzerte einen Saal in den Anbau des 1945 zerstörten Alten Palais ein.Helmut Borth: Zwischen Fürstenschloss und Zahrenhof. Unterwegs zu Guts- und Herrenhausern im alten Mecklenburg-Strelitz. Edition Steffen, Friedland 2005, ISBN 3-937669-42-6, S. 147.
Nach der Schließung des Hoftheaters im Revolutionsjahr 1848 wurde Dachröden Hofmarschall, dann Hausmarschall bei Großherzog Georg. Nach dessen Tod 1860 schied er aus dem mecklenburg-strelitzischen Dienst aus, zog nach Berlin und wurde zum Schlosshauptmann von Schloss Quedlinburg ernannt. 1865 wurde er Mitglied im Berliner Montagsklub.Der Montagsklub in Berlin 1749–1899: Fest- und Gedenkschrift zu seiner 150sten Jahresfeier. Berlin 1899, S. 144.
Cäsar von Dachröden war über Jahrzehnte als Freimaurer aktiv. Er wurde am 18. April 1834 in die Berliner Loge Friedrich zu den drei Seraphim aufgenommen und war von 1849 bis 1862 Meister vom Stuhl der Neustrelitzer Loge Georg zur wahren Treue. 1862 schloss er sich der Loge Friedrich Wilhelm zur Morgenröte in Berlin an. Von 1864 bis 1872 war er Landesgroßmeister und von 1874 bis zum 29. März 1877 als Nachfolger des späteren Kaisers Friedrich Ordensmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland.Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Dritte, völlig umgearbeitete und mit den neuen wissenschaftlichen Forschungen im Einklang gebrachte Auflage von Lennings Encyklopädie der Freimaurerei, Hrsg. Verein deutscher Freimaurer, Max Hesses's Verlag, Leipzig 1900, S. 168.
1875 zog er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Rom. Er lebte an der Piazza dell' Esquilino 29, wo er einen Salon unterhielt, viel deutsche und italienische Gesellschaft empfing und das Musikleben pflegte.Friedrich Noack: Deutsches Leben in Rom 1700 bis 1900. Cotta, Stuttgart 1907, S. 376, S. 430.Nach Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Dritte, völlig umgearbeitete und mit den neuen wissenschaftlichen Forschungen im Einklang gebrachte Auflage von Lennings Encyklopädie der Freimaurerei, Verein deutscher Freimaurer, Leipzig. Max Hesses's Verlag, 1900, S. 168, soll er in Rom noch katholisch geworden sein - das passt aber nicht zum Begräbnisort. Er war Mitglied im Deutschen Künstler-Verein Rom und wurde auf dem Protestantischen Friedhof beigesetzt.Grab Nr. 2040, Zone 1, Reihe 6, Grabstelle 55, siehe die unter Dachroeden und Foto des Grabsteins
Familie Am 28. Juni 1838 heiratete er auf Schloss Rheinsberg Malwine, geb. Arend, seit 1825 durch Erhebung ihrer Mutter in den preußischen Adelsstand, von Prillwitz (* 10. Juni 1819 in Berlin; † 3. November 1888 in Rom), die älteste Tochter von Prinz August von Preußen (1779–1843) aus dessen Verbindung mit Auguste von Prillwitz. 1844 erbte sie das Rittergut Rödgen bei Mansfeld. Das Paar hatte vier Kinder: Karoline (* 1. Juni 1839; † 15. Juli 1879) ⚭ Graf Friedrich (Fritz) von Bredow-Kleßen (* 1. Oktober 1834; † 23. Dezember 1899), Mitinhaber von Gut Zootzen,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1897. Siebzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1896, S. 175. kgl. preuß. Oberst Georg Carl Friedrich August Caesar (* 2. Juni 1844; † 30. Juni 1875), Zögling Ritterakademie Brandenburg, zul. Premierleutnant u. AdjutantWalter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. P. Riemann. Selbstverlag des Vereins der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Brandenburg/Belzig/Ludwigslust 1913, S. 243. Nr. 1139. Elisabeth (* März 1848; † 21. August 1852) Severa (* 23. Oktober 1861; † 30. Dezember 1918), Erbin von Rödgen,Fräulein Severa von Dachroeden und Frau A. v. Niebecker, In: Wildbad Castein. Liste der Curgäste und Fremden. Nr. 6-1889, Gustav Adolf Bibus. Selbstverlag der Curkommission, Wildbad Castein 1889, S. 1, Nr. 272.Geschichte. Das Rittergut Rödgen. 1893 im Almanach der Guten Gesellschaft von BerlinCraft Botho Freiherr von Eberstein (Hrsg.): Gesellschaft von Berlin. Hand- und Adressbuch für die Gesellschaft von Berlin und Umgegend. 3. Jahrgang, In: Almanach der Guten Gesellschaft Deutschlands. Band 1, Verlag W. Gronau, Berlin 1893/4, S. 72.
Ehrungen 60px Roter Adlerorden 2. KlasseKöniglich Preußischer Staats-Kalender für das Jahr 1865. Berlin 1865, S. 22. 60px Königlicher Kronen-Orden (Preußen), 2. Klasse 60px Königlich Preußischer St. Johanniter-Orden (1840) und damit ab 1852 Ehrenritter des JohanniterordensListe der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem 1859. Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 38 Nr. 485. 60px Guelphen-Orden Commandeur 1. Klasse 60px Dannebrogorden, Ritter 60px Sankt-Olav-Orden, Ritter 60px Orden Karls XIII. (12. Februar 1870)Anton Frans Karl Anjou: Riddare af Konung Carl XIII:s orden 1811–1900: Biografiska anteckningar Eksjö 1900, S. 177. Ehrenzeichen für verdiente Logen-Meister am Großen Beamtenbande (1877)Carl Bröcker: Die Freimaurer-Logen Deutschlands von 1737 bis einschliesslich 1893. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1894, S. 50.
Schriften Erinnerungen an die letzten Lebenstage S. Kgl. Hoheit, des höchstsel. Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz: Von Caesar von Dachröden, Haus-Marschall. 1860. Aus meinem Tagebuche, als Familien-Document, daher nicht für die Öffentlichkeit gedruckt. Als Manuscript gedruckt in der Hofbuchdruckerei v. H. Hellwig Neubrandburg 1860. (Digitalisat)
Literatur Zum Gedächtnis unserer Brüder Caesar von Dachroeden und Gustav Adolf von Ziegler: Den Brüdern gewidmet von der Redaktion der Zirkelcorrespondenz. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1882.
Weblinks Cäsar von Dachröden bei Geneall.net
Einzelnachweise
Kategorie:Hofmarschall (Mecklenburg-Strelitz) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Ritter des Dannebrogordens Kategorie:Kommandeur I. Klasse des Guelphen-Ordens Kategorie:Ritter des Ordens Karls XIII. Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Schlosshauptmann Kategorie:Kammerherr (Mecklenburg) Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Casar Kategorie:Geboren 1808 Kategorie:Gestorben 1882 Kategorie:Mann