mini|Zwölf-Apostel-Kirche, Frankenthal (Pfalz), 1820–23 mini|Antikenhalle Speyer, 1826 mini|Eigene Zeichnung der von ihm erbauten Antikenhalle mini|Innenraum der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Neustadt an der Saale, 1834–36 Johann Philipp Mattlener, zuweilen auch Madlener oder Mattlehner (* 1785 in Molsberg, Westerwald;Johannes Sander: Architektur als Spiegel der Geschichte: Die Zwölf-Apostel-Kirche in Frankenthal, in: Frankenthal einst und jetzt, Jahrgangsheft 2014, Stadtverwaltung Frankenthal, S. 15–21 † 26. Juni 1857 in Würzburg) war ein deutscher Zeichner, Bauingenieur und Architekt im Dienste des Königreichs Bayern.

Leben und Wirken Über Mattleners frühes Leben ist wenig bekannt. Er war ein Schüler Friedrich Weinbrenners (1766–1826) und dessen klassizistischen Stil verhaftet.Hans Caspary: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, Deutscher Kunstverlag, 1984, S. 284; (Ausschnittscan) Unter Emmerich Joseph von Dalberg fungierte er um 1808 als verantwortlicher Bauleiter beim Umbau dessen Herrnsheimer Schlosses, nach Plänen von Jakob Friedrich Dyckerhoff.Clemens Jöckle: Preußische Einflüsse auf die klassizistische Architektur in der Pfalz, in: Pfälzer Heimat, Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer, 29. Jahrgang, 1978, Seite 140, Fußnote 12

1816 trat Mattlener in bayerische Staatsdienste. 1825 arbeitete er als Bauconducteur der Regierung des Rheinkreises zu Speyer, wo er am 9. Oktober des Jahres die verwitwete Johanna Maria geb. Pallant heiratete.Speyerer wöchentliches Anzeige-Blatt, Seite 177 des Jahrgangs 1825; (Digitalscan) Sein erstes größeres Werk in dieser Eigenschaft ist die protestantische Zwölf-Apostel-Kirche in Frankenthal, ein imposantes, klassizistisches Gebäude, in welches er den historischen Turm der Erkenbert-Ruine integrierte. Die Kirche entstand 1820–1823 seinen Plänen, erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden, wurde aber wieder renoviert. 1822 baute man nach Mattleners Entwürfen das historische Rathaus von Mutterstadt um und 1826 errichtete er im Auftrag des Regierungspräsidenten Joseph von Stichaner die sogenannte Antikenhalle neben dem Speyerer Dom. Sie sollte der Ausstellung und repräsentativen Aufbewahrung römischer Funde aus dem Rheinkreis dienen, wurde aber schon bald zu klein. Seit 1930 ist sie zum Ehrenmal des 2. Königlich Bayerischen Pionier-Bataillons umgestaltet.Bebilderte Webseite zur Speyerer Antikenhalle

Etwa seit 1830 fungierte Johann Philipp Mattlener als Kreis-Bau-Ingenieur des Untermainkreises in Würzburg.Regierungsblatt für das Königreich Bayern, Nr. 15, München, 12. April 1832, Spalte 270 des Jahrgangs; (Digitalscan) Auch hier entwarf er verschiedene Gebäude. Nach seinen Plänen wurden die beiden sich ähnelnden Kirchen in Partenstein errichtetZeitungsartikel der Main-Post Würzburg, zu den Kirchen in Partenstein, mit Erwähnung Mattleners als Architekt (23. Mai 2011) und er gestaltete 1834–1836 den Innenraum der schon bestehenden Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Neustadt an der Saale. Für den Würzburger Kiliansdom entwarf er einen Tabernakel, der im Zweiten Weltkrieg unterging.Ernst Förster: Handbuch für Reisende in Deutschland, München, 1847, Seite 505; (Digitalscan)

Mit Datum vom 9. Juli 1841 übernahm Mattlener die Stelle eines Kreis-Ingenieurs bei der Regierung von Schwaben und Neuburg.Intelligenzblatt von Unterfranken und Aschaffenburg des Königreichs Bayern, Seite 513 des Jahrgangs 1841; (Digitalscan)

Am 13. Mai 1848 trat Philipp Mattlener aufgrund geschwächter Gesundheit in den vorzeitigen Ruhestand.Regierungsblatt für das Königreich Bayern, Nr. 32, München, 22. Mai 1848, Spalte 596 des Jahrgangs; (Digitalscan) Er zog sich nach Würzburg zurück, wo er mit seiner Frau in der Kettengasse Nr. 8 wohnte und am 26. Juni 1857, im Alter von 72 Jahren starb.Würzburger Stadt- und Landbote: Allgemeiner Anzeiger für Würzburg und Umgebung, Seite 942 des Jahrgangs 1857 (Digitalscan)Würzburger Anzeiger, Nr. 176, vom 27. Juni 1857; (Digitalscan) In seiner Pensionärszeit entwarf der Künstler einen Prozessionsschrein für die Häupter der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan.Die Bayerische Presse, Nr. 162, Würzburg, 8. Juli 1850; (Digitalscan)

Johann Philipp Mattlener fertigte öfter Zeichnungen zu seinen Projekten, aber im Regierungs- bzw. Kirchenauftrag auch von aufgefundenen Altertümern, Grabplatten, Inschriften und dergleichen. Es existiert von ihm im Stadtarchiv Speyer eine sehr detaillierte Darstellung seiner Antikenhalle. Auch mehrere Abbildungen von historischen Fundstücken, die er für den Speyerer Regierungspräsidenten Stichaner gezeichnet hatte, blieben erhalten.Intelligenzblatt des Rheinkreises, Nr. 290, Speyer 20. Oktober 1824, Seite 1252 des Jahrgangs und Tafel danach; (Digitalscan mit Abbildung von Zeichnungen)

Philipp Müller (1804–1870), Theologe und Rektor des Campo Santo Teutonico in Rom, war Mattleners Neffe und lebte zeitweise bei ihm in Speyer.Verein für Geschichte von Bad Ems, Vereinsnachrichten, Nr. 66, September 2018, S. 2 u. 3,

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