Die Kirche Verdainė (dt. 'Kirche Werden') war ein 1847 errichteter Ziegelbau mit einem kleinen Giebelturm im heutigen Dorf Verdainė (Rajongemeinde Šilutė), Bezirk Klaipėda, Litauen. Verdainė (dt. 'Werden') war früher ein Ort in Ostpreußen. Bis 1945 war die Kirche das evangelische Gotteshaus für die Bewohner im Kirchspiel. Geographische Lage Das heutige Verdainė liegt einen Kilometer östlich der einstigen Kreisstadt Šilutė (Heydekrug) an der litauischen Nationalstraße KK 141, die von Klaipėda (Memel) nach Kaunas führt. Die nächste Bahnstation ist Šilutė an der – augenblicklich nicht betriebenen – Bahnstrecke Sowetsk–Klaipėda (Tilsit–Memel).
Kirchengebäude Der 1847 errichtete Ziegelbau mit kleinem GiebelturmWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, S. 100–101, Abb. 435–437 lag an der Hauptdurchgangsstraße und wirkte in seiner Gestalt unscheinbar. Innen war die Kirche in drei Schiffe unterteilt und mit einer bemalten Flachdecke überzogen. An drei Wänden waren Emporen angebracht.
Der neugotische Altaraufsatz zeigte im Hauptbild „Christus segnet Brot und Wein“. Die Kanzel stand links im vorderen Altarraum.
Über dem Altarraum war eine Inschrift mit dem Bibelwort: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende zu sehen, außerdem Bilder der beiden Reformatoren Martin Luthers und Philipp Melanchthons.
Das Geläut der Kirche bestand aus zwei Glocken, die in einem besonderen Glockenhaus untergebracht waren.
Das im Krieg nur unwesentlich beschädigte Gebäude wurde zu Sowjetzeiten zu einer Fabrikhalle umgewandelt und nicht mehr zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt.
Kirchengemeinde Bereits im Mittelalter gab es in Werden eine Kirche, an der seit 1588 evangelische Geistliche bezeugt sind. Eine evangelische Kirchengemeinde in Werden wurde offiziell im Jahre 1621 gegründetWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, S. 511. Der Inhaber der zweiten Pfarrstelle war ab 1888 für den Bezirk der später errichteten Kirche Heydekrug (heute litauisch: Šilutė) zuständig. Im Jahre 1913 wurde die Kirche Heydekrug verselbständigt, erst 1939 wurden beide Kirchen wieder vereinigt.
Bis 1945 gehörte die Kirche Werden – 1925 zählte sie 5.700 Gemeindeglieder – zum Kirchenkreis Heydekrug in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Zwischen 1920 und 1939 war sie dem gesonderten Synodalverband des Memellandes zugehörig.
Die heute im Gebiet des ehemaligen Kirchspiels Werden lebenden evangelischen Kirchenglieder gehören jetzt zur Gemeinde der Evangelisch-lutherischen Kirche Šilutė innerhalb der Evangelisch-lutherischen Kirche in Litauen.
Kirchspielorte Zur Kirche Werden gehörte vor 1945 ein Kirchspiel mit 24 Orten und kleineren Ortschaften sowie WohnplätzenDer * kennzeichnet einen Schulort: Name Änderungsname1939 bis 1945 Litauischer Name Name Änderungsname1939 bis 1945 Litauischer Name *Bruiß-Pakull Rumšai Maszen Maßen Mažiai *Gaidellen Gaideliai Matzicken Macikai *Groß Grabuppen Grabupai *Metterqueten Metirkviečiai *Hermannhöhlen Urbiškai, jetzt: Armalėnai Minneiken (anteilig) Mineikiai Jonaten Jonaičciai Mussaten Musaičiai Kallningken Kalininkai Oszkarten, Försterei Oßkarten, Försterei Ožkarčiai, girninkija Kallwellischken Kalveliškiai *Pagrienen Pagryniai Kirlicken Kirlikai Ruboken Rubokai Klein Grabuppen Grabupėliai *Rudienen Rudynai Kolletzischken Kolleschen Kulėšai Schillmeyszen Schillmeyßen Šilmeižiai *Laudszen Laudschen Laučiai *Werden Verdainė Liekertischken Lykertiškai *Willeiken Vileikai
Pfarrer An der Kirche Werden amtierten als evangelische Geistliche die PfarrerFriedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 148–149: Lazarus Sengstock, 1588–1595 Peter Golcowius, 1596–1598 Benedict Furmann, bis 1598 Johann Höpfner, 1604–1616 Andreas Groß, 1616–1620 Johann Cynthius, 1620–1642 Wilhelm Martini, 1642–1670 Michael Olderus (Olderogge), 1671–1679 Martin Martini, 1679–1688 Daniel Werner, 1688–1700 Michael Gurski, 1700–1710 Martin Förstenau, 1711–1712 Johann Christian Lüneburg, 1712–1722 Fabian Kalau, 1723–1747 Georg Gottfried Lohrer, 1747–1758 Johann Friedrich Wengrovius, 1760–1769 Johann Christoph Tarrach, 1769–1778 Gottfried Tiedtke, 1778–1791 Christian Bartholomäus Voß, 1791–1813 Daniel Otto Settegast, 1814–1817 David Jonathan Naugardt, 1818–1831 August Ferdinand Steinberg, 1830–1859 Hermann Rudolph Groß, 1859–1860Groß († 1875), Hoffheinz († 1897), Struck († 1945) und Lukanow († 1941) waren Angehörige des Corps Littuania. Waldemar Hoffheinz, 1862–1876 Friedrich Wilhelm H. Oloff, 1877–1890 Johann Theodor Fisch, 1888 Heinrich Endrulat, 1889–1890 Otto Wilhelm Fr. Petrenz, 1890–1893 Theodor Gustav Struck, 1893–1904 Leopold Gustav Eugen Lotto, 1893–1896 Hugo August Waldemar Reidys, 1895–1896 Alfred Dümke, 1897–1899 Emil Albert Dalista, ab 1899 Konrad Oloff, 1900–1905 Viktor Lukanow, ab 1902 Louis Arno Thiel, 1904–1909 Friedrich Hein, 1905 Karl Ernst Garmeister, 1905–1911 Robert Jopp, 1909–1936 Ludwig Fr. Theodor Eicke, 1911–1913 Valentin Gailus, 1915–1921 Heinrich Dauskardt, 1936–1937 Ernst Bruno Ribbat, 1937–1945
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Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Kirchengebäude der Kirchenprovinz Ostpreußen Kategorie:Memelland Kategorie:Kirchengebäude in Litauen Kategorie:Bauwerk in der Rajongemeinde Šilutė Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude Werden