mini|hochkant=1.4|Verlegung von 13 neuen Stolpersteinen in der Ickstattstraße 13, Juni 2017 Die Liste der Stolpersteine in München enthält die 447 Stolpersteine (Stand 14. Juli 2026), die an 88 Orten auf Privatgrund und staatlichem Grund im Rahmen des gleichnamigen Kunstprojekts von Gunter Demnig in München verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in München lebten und wirkten. Der Münchner Stadtrat beschloss 2015, dass auf öffentlichem Grund keine Stolpersteine verlegt werden;Dominik Hutter: Münchner Stadtrat lehnt Stolpersteine ab. In: Süddeutsche Zeitung. 29. Junireitmor 2015; abgerufen am 6. August 2018. stattdessen werden seit 2018 Gedenktafeln und Stelen der Aktion Erinnerungszeichen installiert.Rudolf Stumberger: In München darf niemand stolpern. In: Neues Deutschland, 1. Dezember 2012.

Je drei weitere Stolpersteine sind im Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten sowie im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst ausgestellt. Weitere 203 Stolpersteine werden in einem Keller verwahrt.

Verlegte Stolpersteine

Altstadt-Lehel In Altstadt-Lehel wurden 56 Stolpersteine an neun Adressen verlegt.

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEEUGEN ABELESJG. 1897DEPORTIERT 1941KAUNASERMORDET 25.11.1941 Reitmorstraße 53 , geboren am 2. September 1897 in Chiesch. Er entstammte einer erfolgreichen Kaufmannsfamilie, die mehrere Läden und eine der größten Zigarettenfabriken in München betrieb. Dort hatten er und seine Brüder leitende Positionen inne. Die Fabrik hatte bis 1938 ihre Hallen und Anlagen in der Lindwurmstraße 125. Nach der Reichspogromnacht mussten die Brüder im KZ Dachau ihrer Enteignung zustimmen, bevor sie wieder entlassen wurden. Seinen drei jüngeren in München geborenen Brüdern gelang die Emigration in die USA. Mit seinen beiden älteren Brüdern wurde Eugen Abeles am 21. November 1941 nach Kaunas deportiert. Dort wurde er vier Tage nach der Ankunft ermordet. 120px HIER WOHNTEHERMINE BACHJG. 1889DEPORTIERT 1942PIASKIERMORDET Thierschstraße 25 , geboren am 13. Juni 1889 in München. Sie war das einzige Kind von Joseph und Rosa Bach, geb. Bernheim. Von April 1933 bis Oktober 1937 lebte die Familie im 1. Stock des Hauses in der Thierschstraße 25. Am 4. April 1942 wurde Hermine Bach aus München nach Piaski deportiert und dort ermordet. 120px HIER WOHNTEELSE BASCHGEB. ORDENSTEINJG. 1878DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 18.6.1944 Widenmayerstraße 16 (Eingang Liebigstraße) , geboren am 4. August 1878 in Nürnberg. Ihre Eltern waren Josef Ordenstein, ein Hopfenhändler am Tegernsee und später in München, und Ida geb. Lauchheimer. Sie hatte drei Geschwister, Ludwig (geboren am 25. April 1877 in Nürnberg), Frieda (geboren 1881) und Richard (geboren 14.12.1862, verstorben 28.02.1914). Sie heiratete am 20. Januar 1902 in Nürnberg den Fabrikanten Julius Basch (siehe unten) und übersiedelte nach München. Das Paar hatte einen Sohn, Ernst (siehe unten), und wohnte in der Steinsdorfstraße 15. Else und Julius Basch erwarben das Geschäftshaus Zum schönen Turm in der Kaufingerstraße, welches heute als Hirmer-Haus bekannt ist. mini|hochkant=0.7|Der arisierte Familienbesitz in der Kaufingerstraße Im Jahr 1926 übersiedelte die Familie in die Widenmayerstraße 16. Ihr Ehemann wurde 1938 ins KZ Dachau verschleppt. Er verstarb am 1. Oktober 1940 in München. Nach dem Verlust ihrer Wohnung wurde Else Basch im November 1941 in das Krankenheim der Israelitische Kultusgemeinde aufgenommen. Am 11. Juni 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie am 18. Juni 1944 ums Leben gebracht wurde.

Ihr Sohn konnte rechtzeitig emigrieren. Ihr Bruder Ludwig Ordenstein, Kaufmann und ledig, wurde bereits am 22. August 1942 in Theresienstadt ermordet. Für ihn wurde ein Stolperstein angefertigt (Landwehrstr. 22), der noch aufbewahrt wird. 120px HIER WOHNTEERNST BASCHJG. 1909FLUCHT 1935USA, geboren am 11. März 1909 in München, war der Sohn von Julius Basch und Else geb. Ordenstein. Er studierte Jura in Berlin, wurde jedoch wegen seiner Herkunft nicht in den Justizdienst aufgenommen. „Basch erkannte rasch, welche Gefahr von den Nazis ausging.“Wolfgang Görl: Neue Stolpersteine für ermordete Juden verlegt - trotz Verbots, Süddeutsche Zeitung (München), 4. Juli 2016, abgerufen am 6. August 2017 Er und seine Frau flohen bereits im Frühjahr 1933 in die Vereinigten Staaten. Ernst Basch versuchte auch seine Eltern zur Flucht zu bewegen, freilich vergebens. 1937 veröffentlichte er unter dem Pseudonym E.B. Ashton – um die Eltern zu schützen – in London und New York den mehr als 300 Seiten starken Band The fascist: his state and his mind.The fascist: his state and his mind / by E.B. Ashton (pseud.). Trove; abgerufen am 5. August 2017 1949 forderte er die Rückstellung des einstigen Besitzes seiner Eltern, einigte sich jedoch mit der Allianz, die das Geschäftshaus der Eltern 1940 gekauft hatte, auf eine Ausgleichszahlung.Allianz: , abgerufen am 24. Juni 2017 Er arbeitete als Schriftsteller und Übersetzer in der Nähe von New York und verstarb am 20. Februar 1983. 120px HIER WOHNTEJULIUS BASCHJG. 1876VERHAFTET 1938DACHAU1940 ZWANGSVERKAUFDES BESITZESGEDEMÜTIGT/ENTRECHTETTOT 1940 , geboren am 15. Januar 1876 in München, war der Sohn von Ludwig Basch, eines Kaufmanns, und Maria geb. Löwenmeyer. Er wurde Kaufmann und Fabrikant und heiratete am 20. Januar 1902 in Nürnberg Else geb. Ordenstein. Das Paar hatte einen Sohn, Ernst (siehe oben), und wohnte in der Steinsdorfstraße 15. Im Jahr 1926 übersiedelte die Familie in die Widenmayerstraße 16. Julius Basch und seine Frau erwarben das Geschäftshaus Zum schönen Turm in der Kaufingerstraße. 1935 emigrierte Sohn Ernst in die USA. 1938, nach den Novemberpogromen, wurde Julius Basch in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. „Auf Entlassung konnte in solchen Fällen nur hoffen, wer glaubhaft versicherte, umgehend aus Deutschland zu emigrieren. Damit waren erhebliche Kosten für die Auswanderung und für eine Vielzahl diskriminierender Abgaben und Sondersteuern verbunden.“ Das Geschäftshaus in der Kaufingerstraße wurde in der Folge „arisiert“, ebenso die darin untergebrachte Textilhandelsgesellschaft Bamberger & Herz. Julius Basch verstarb am 1. Oktober 1940 in München. Die Todesursache ist unbekannt.