Der Sport in Israel ist sehr viel älter als der Staat selbst und eng mit der Geschichte der politischen Bewegungen innerhalb des Zionismus verknüpft. Denn die meisten israelischen Sportvereine, sowohl im Breiten- als auch im Profisport, gehören einem Verband an, der wiederum zumindest vom Ursprung her Unterorganisation einer politischen Bewegung ist.

Neben den Mannschaftssportarten Fußball und Basketball sind auch Tennis, Judo, Segeln und Leichtathletik populär.

Sportliche Großveranstaltungen wie das See-Genezareth-Schwimmen (bei dem der See Genezareth durchquert wird), der Tiberias-Marathon, der Triathlon Israman in Eilat oder der Jerusalem-Marsch ziehen viele Sportler und Zuschauer auch aus dem Ausland an.

Die Sportbehörde des Sport- und Kulturministeriums unterstützt die Entwicklung von Sportprogrammen, fördert die Ausbildung von Lehrern und Trainern am Wingate Institut für Sporterziehung und koordiniert die Aktivitäten verschiedener Sportverbände und -organisationen. Aus dem Erlös der staatlichen Lotterie werden ein großer Teil der sportlichen Aktivitäten und Sporteinrichtungen sowie die jährlichen Preise für hervorragende sportliche Leistungen finanziert.einzigartiges-israel.de, abgerufen am 2. April 2014. mini|Shahar Peer, 2008

Geschichte Anfänge Der Beginn des Sportes in Israel liegt in der Ausbildung jüdischer Turn- und Sportvereine. Juden waren im 19. Jahrhundert zahlreich in den europäischen Turnvereinen vertreten. Die Errichtung jüdischer Vereine ist durch zwei Effekte begründet. Einerseits wurden Juden aufgrund des wachsenden Antisemitismus aus nationalen Turnvereinen gedrängt. Ein drastisches Beispiel dafür ist Österreich; dort wurden im Jahr 1901 die Juden aus den Turnvereinen ausgeschlossen. Andererseits motivierte der aufkommende Nationalismus einige Juden, sich jüdischen Vereinen anzuschließen.

1895 wurde in Konstantinopel der erste jüdische Turnverein gegründet, doch von diesem Verein ging keine Signalwirkung aus. Erst nach Max Nordaus Rede auf dem zweiten Zionistenkongress über das „Muskeljudentum“, in der er das körperliche Training der Juden forderte, wurde am 16. April 1898 in Groningen (Niederlande) die national-jüdische Joodsche Gymnastiek-en Athletiekvereeniging Attila Groningen und am 22. Oktober 1898 in Berlin der zionistische Turnverein Bar Kochba unter Leitung von Wilhelm Lewy gegründet.Arnd Krüger, Astrid Sanders: Jewish Sports in the Netherlands and the Problems of Selective Memory. In: Journal of Sport History. Band 26, Nr. 2, 1999, S. 271–286. Deutschland und insbesondere Berlin spielten für die Bildung der zionistischen Turnvereine die zentrale Rolle. Hier wurde die zionistische Sportzeitung „Jüdische Turnzeitung“ (JTZ) verlegt und die leitenden Mitglieder hatten wichtigen Einfluss auf die Gründung anderer Vereine. Auch die ersten Turnvereine in Palästina sind unter tatkräftiger Hilfe von Elias Auerbach und Ernst Hermann, zwei ehemalige Berliner Bar-Kochba-Mitglieder, entstanden. Dem Makkabi-Weltverband und schließlich der Makkabia. Im Zuge dieses Vereins wurden in ganz Deutschland und im Ausland weitere Vereine gegründet.

An den Zionistenkongressen wurde der Wert turnerischer Übungen betont. Auf dem 6. Zionistenkongress 1903 hielt Max E. Mandelstamm eine Rede, in der er genauso wie zuvor Nordau die körperliche „Hebung“ der Juden forderte. Außerdem wurden turnerische Vorführungen veranstaltet und auf diesem 6. Kongress die „Jüdische Turnerschaft“, der Verband zionistischer Turnvereine gegründet. Aus diesem Verband wurde bei dem 21. Zionistischen Kongress in Karlsbad im Jahr 1921 der Makkabi-Weltverband gegründet. In den Sportvereinen sollte der jüdischen Jugend der Zionismus nahegebracht werden. Das körperliche Training wurde nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern propagiert, um den „Volkskörper“ zu gesunden und um die Jugend an die körperliche Arbeit in Palästina zu gewöhnen. Die Makkabi-Bewegung arbeitete deswegen eng mit der zionistischen Jugendorganisation Hapoel Hazair und den Hachschara-Zentren (Ausbildungszentren zur Auswanderung nach Palästina) zusammen.

Die ersten jüdischen Sportvereine wurden 1906 gegründet: Die Vereine HaRishon LeZiyyon in Jaffa (heute Maccabi Tel Aviv) und Bar Giora in Jerusalem. Bereits 1908 fanden in Rehovot die Rehovot-Spiele statt, als der dortige Sportclub den aus Jaffa und andere Interessierte einlud. Die Spiele fanden bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 jährlich, außer im Jahr 1911 insgesamt sechsmal statt. Misstrauisch beäugt wurden die sportlichen Aktivitäten der Juden von den Osmanischen Besatzern Palästinas.jafi.org, Englisch, abgerufen am 22. April 2014.

Britische Mandatszeit Die Briten brachten eine sportliche Tradition und eine starke Begeisterung für Sport mit. Fußball, die beliebteste britische Sportart, wurde auch unter der jüdischen und arabischen Bevölkerung des Mandatgebietes beliebt.jafi.org, Englisch, abgerufen am 22. April 2014.

Neben den Makkabi-Sportvereinen, die dem politischen Zionismus nahestanden, entstanden auch Arbeitersportvereine, die dem Gewerkschaftsbund Histadrut nahestanden und sich in dem 1924 gegründeten Dachverband „HaPoel“ zusammenschlossen. Ebenfalls 1924 gründete sich der Dachverband „Betar“, in dem sich revisionistische Sportvereine zusammenschlossen, und die religiösen Sportvereine schlossen sich im 1939 gegründeten Dachverband „Elitzur“ zusammen. Die jüdische Sportwelt war also ähnlich zersplittert wie das politische Leben der Juden. Diese Aufsplitterung sollte sich erst lange nach der Staatsgründung auflösen, ist aber bis heute in den Namen vieler Vereine erkennbar.

Der Fußballverband des damaligen britischen Mandatsgebiets Palästina, der spätere Israelische Fußballnationalverband, wurde bereits 1928 gegründet und trat ein Jahr später der FIFA bei. 1935 wurde das Nationale Olympische Komitee für das Mandatsgebiet Palästina gegründet, das sich nicht an den Olympischen Spielen 1936 beteiligte und dies ausdrücklich in der Korrespondenz mit dem Internationalen Olympischen Komitee nicht als Boykott verstanden wissen wollte, sondern man sei noch nicht in der Lage eine angemessene Mannschaft zu entsenden.Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung. Ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA. (= Sportwissenschaftliche Arbeiten. Bd. 7). Bartels & Wernitz, Berlin 1972, ISBN 3-87039-925-2.

Bei Tel Aviv wurde zu der ersten Makkabiade das erste Sportstadion des Landes gebaut. Die Spiele wurden vom 28. März bis zum 31. März 1932 vor 20.000 Besuchern ausgetragen. Das Jahr 1932 ist ein symbolträchtiges Jahr, denn genau 1800 Jahre vorher, im Jahr 132 n. Chr. begann der Aufstand von Bar Kochba gegen die Römer. Drei Jahre später fand vom 2. bis 7. April 1935 die zweite Makkabiade mit 40.000 bis 50.000 Besuchern und 1350 Sportlern aus 28 Ländern statt. Die für 1938 geplante dritte Makkabiade wurde wegen des arabischen Aufstands nicht durchgeführt. Danach kam es aufgrund der nationalsozialistischen Schrecken, des Zweiten Weltkriegs und der Unabhängigkeit zu keiner weiteren Makkabiade.

20. Jahrhundert nach der Staatsgründung hochkant|mini|Logo der Fußball-Asienmeisterschaft hochkant|mini|Logo des Pokal der Meister von Asien hochkant|mini|Logo der Paralympics hochkant|mini|Gedenkstätte in Israel für die Todesopfer der Geiselnahme von München Erst 1950 wurde wieder eine Makkabiade ausgetragen. Die nächste folgte 1953. Danach werden analog den Olympischen Spielen die Spiele regelmäßig alle vier Jahre ausgetragen. Israel nahm 1952 bei den Olympischen Sommerspielen 1952 das erste Mal an einer Olympiade teil. 1956 und 1960 wurde die israelische Fußballnationalmannschaft der Männer jeweils Zweiter der Fußball-Asienmeisterschaft. Die 3. Fußball-Asienmeisterschaft fand vom 26. Mai bis zum 9. Juni 1964 in Israel statt. Es siegte der Gastgeber Israel. Bei der Fußball-Asienmeisterschaft 1968 im Iran konnte noch einmal der 3. Platz belegt werden. Die 16. Schacholympiade wurde vom 2. bis 25. November 1964 in Tel Aviv ausgetragen. 1967 gewann der Fußballverein Hapoel Tel Aviv sowie 1969 und 1971 Maccabi Tel Aviv den Pokal der Meister von Asien. 1968 fanden die 3. Sommer-Paralympics in Tel Aviv statt. Im Rollstuhlbasketballturnier besiegte im Endspiel Israel die USA mit 47:37 Punkten. Insgesamt belegte die israelische Mannschaft den dritten Platz im Medaillenspiegel. Dieser Erfolg konnte bei den Sommer-Paralympics 1976 in Toronto wiederholt werden. 1969 gewannen Zefania Carmel und Lydia Lazarov bei der Segelweltmeisterschaft in Sandhem, Schweden in der Bootsklasse 420er Jolle den ersten Weltmeistertitel für Israel. Am 23. Februar 1970 spielte mit Borussia Mönchengladbach der erste Bundesligist in Israel. Das Spiel in Tel Aviv vor über 20.000 Zuschauern gegen die israelische Nationalmannschaft gewann Mönchengladbach 6:0. 1970 konnte sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 Israel zum bisher einzigen Mal für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren. Dort unterlag man in der Vorrunde Uruguay und Schweden nur knapp und konnte dem späteren Vizeweltmeister Italien ein 0:0 abtrotzen. 1972 traf die israelische Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele in München ein tragisches Schicksal. Elf ihrer Teilnehmer wurden von Terroristen der PLO als Geiseln und ermordet. 1974 wurde Israel aus dem AFC ausgeschlossen. Die Aufnahme in die UEFA wurde aber von den Staaten des Ostblocks abgelehnt. Die israelische Nationalmannschaft musste in den folgenden Jahren bei der WM- und Olympiaqualifikation in der Gruppe für Ozeanien teilnehmen, konnte aber nicht an den dortigen kontinentalen Meisterschaften teilnehmen. Die 22. Schacholympiade wurde vom 26. Oktober bis 10. November 1976 in Haifa ausgetragen. 1976 wurde die Israel Badminton Association gegründet. Der Verband hat seinen Sitz in Tel Aviv. 1977 starteten die nationale Meisterschaft und die israelischen Mannschaftsmeisterschaften. Bereits im Jahr 1975 wurden die ersten Israel International ausgetragen, eine offene internationale Meisterschaft im Badminton. Sie werden seitdem mit mehreren längeren Unterbrechungen jährlich ausgetragen. Die Israel Juniors, ein offenes internationales Turnier für Junioren findet seit dem Jahr 1990 statt. Seit 1977 hat Israel eine Frauenfußballnationalmannschaft. Nach dem ersten Länderspiel 1977 gegen die Niederlande bestritt die Mannschaft 20 Jahre lang keine Spiele. Das nächste Spiel fand erst am 2. November 1997 gegen Rumänien statt. Seit 1998 gibt es den Israel Cup für Frauen und seit 1999 auch eine Frauenliga, die Ligat Nashim Rishona. Die Nationalmannschaft belegte den zweiten Platz in der Basketball-Europameisterschaft 1979 in Italien. Vom 29. bis 30. April 1990 wurde in Tel Aviv der Plume d’Or () ausgetragen, ein internationaler Badmintonwettbewerb für Nationalmannschaften. Die gastgebende Mannschaft erreichte den vierten Platz. 1991 wurde der Israelische Fußballverband in die UEFA aufgenommen und bestreitet seit der Qualifikation für die WM 1994 die Weltmeisterschaftsqualifikationen in den Europa-Gruppen. Er nimmt auch seit 1994 an der Qualifikation zur Fußballeuropameisterschaft teil, konnte sich aber seitdem noch für kein Turnier qualifizieren. Als erste Medaille überhaupt, gewann Oren Smadja die Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona im Judo. Bei der gleichen Olympiade konnte wenig später Yael Arad die erste Silbermedaille für Israel, ebenfalls im Judo erringen. In der Saison 1992/93 nahmen erstmals israelische Fußballvereine an der UEFA Champions League und am Europapokal der Pokalsieger teil. Israel nahm bei der Olympiade 1994 in Lillehammer das erste Mal an Olympischen Winterspielen teil. 1997 wurde die Israel Badminton Association Mitglied im europäischen Dachverband Badminton Europe.

21. Jahrhundert hochkant|mini|Logo der U-21-Fußball-EM 2013 in Israel