mini|Charles Huot (um 1900) mini|Gemälde von Huot im Blauen Saal des Parlaments: Le débat sur les langues (dt. Diskussion über die Sprachen) während der Sitzung der Nationalversammlung von Niederkanada am 21. Januar 1793 in Québec. Charles-Édouard Huot (* 26. März oder 6. April 1855 in Québec; † 27. oder 30. Januar 1930 in SillerySillery ist heute ein Bezirk des Arrondissements Sainte-Foy–Sillery–Cap-Rouge der Stadt Québec.) war ein kanadischer Maler und Illustrator.
Leben und Wirken Huot war ein Sohn des Geschäftsmanns Charles Huot und dessen Ehefrau Aurélie Drolet.
Er besuchte die staatliche Fachschule Collège de Sainte-Anne-de-la Pocatière in Laval und erfuhr dort auch seinen ersten künstlerischen Unterricht. Mit Unterstützung seiner Lehrer ging Huot 1874 nach Paris und wurde an der École des Beaux-Arts (EBA) Schüler von Alexandre Cabanel.
Er fand schon bald zu einem eigenen Stil und bereits als Schüler konnte er an einigen wichtigen Ausstellungen teilnehmen. 1876 erhielt Huot bei seiner ersten Ausstellung Salon de Paris eine ehrenvolle Erwähnung und vier seiner Arbeiten wurden für die jährliche Ausstellung der École des Beaux-Arts ausgewählt. Er bereitete sich daher aktiv auf den Salon von 1877 vor, wo er das Ölbild auf Leinwand Le bon Samaritain (heute im Musée Tavet-Delacourt in Pontoise, Frankreich) präsentierte, das sowohl seine akademische Ausbildung als auch seine Fortschritte unter Beweis stellte. Nach Abschluss seiner Ausbildung als Maler – wahrscheinlich 1879 – nahm er 1881, 1882, 1884 sowie 1885 an den Salons teil.
Seinen wirtschaftlichen Durchbruch erlebte er aber schon 1878, als der französische Präsident Patrice de Mac-Mahon sein Ölgemälde Le bon Samaritain für den Staat ankaufen ließ.
In Belitz, Mecklenburg-Vorpommern heiratete Huot am 15. August 1885 die deutsche Wilhelmine Luise Schlaechter (1849–1907) und hatte mit ihr die Tochter Alice (1887–1966). Bald nach der Eheschließung gab Huot seine Wohnung nebst Atelier auf und ging zusammen mit seiner Ehefrau nach Kanada zurück.
Sein erster großer Auftrag dort war 1887 die Ausgestaltung der Kirche Saint-Sauveur de Québec. Auf Grund seiner Beziehungen zu dem Architekten Eugène-Étienne Taché folgte der Auftrag, für das Parlament zwei monumentale WerkeConseil souverain und Débat sur les langues. zu schaffen. Eines davon hängt im Blauen Saal des Parlamentsgebäudes von Québec mit dem Titel Le débat sur les langues, gemalt zwischen 1910 und 1913. Das zweite hängt im Roten Saal und trägt den Titel Le Conseil souverain du gouvernement royal de la Nouvelle-France (dt. „Der souveräne Rat der königlichen Regierung von Neufrankreich“), das Huot in den Jahren 1927 bis 1929 gemalt hat.
Ein Werk nimmt jedoch zwischen 1908 und 1918 einen besonderen Platz im Leben von Huot ein: die Ausgestaltung von La Chapelle de l'Ermitage Saint-Antoine à Lac-Bouchette (dt. Kapelle der Einsiedelei Saint-Antonio in Lac-Bouchette, Québec). Aus Freundschaft mit dem Abt Elzéar DeLamarre, der dort einen Wallfahrtsort errichten will, schmückt Huot die Kapelle mit 22 Gemälden aus, die er dort während seiner Sommerferien auf seine eigene Kosten ausführt und dem Abt spendet. mini|Monumentalbild im Roten Saal des Parlaments mit dem Titel Le Conseil souverain du gouvernement royal de la Nouvelle-France (dt. „Der souveräne Rat der königlichen Regierung von Neufrankreich“), das Charles Huot in den Jahren 1927–1929 gemalt hat. mini|Charles Huot 1914 während den Arbeiten am Deckengemälde mit dem Titel "Je me souviens" im Parlamentsgebäude von Québec. Charles Huot starb zwischen dem 27. und 30. Januar 1930 in seinem Haus im Stadtteil Sillery von Québec und fand auf dem Friedhof Saint-Michel de Sillery Cemetery seine letzte Ruhestätte.
mini|Titel: L'éplucheuse de patate (dt. Die Kartoffelschälerin), Datum unbekannt. Werke (Auswahl) Mehrere religiöse Gemälde von Charles Huot wurden durch Brände zerstört. Aber seine Werke in den Kirchen Saint-Sauveur (Stadt Québec), Saint-Joseph (Carleton-sur-mer, Québec), Saint-Patrice-de-la-Rivière-du-Loup (Rivière-du-Loup, Québec), Notre-Dame (Hébertville, Québec) und in der Kapelle von Lac-Bouchette sind immer noch vorhanden.
Weitere Werke von Huot in Québec sind im Hôtel du Parlement, im Musée national des beaux-arts du Québec, bei der Commission des champs nationaux und im Musée de la civilisation, sowie im Dépôt du séminaire de Québec zu finden; das Musée du Saguenay–Lac-Saint-Jean (Chicoutimi, Québec), das Musée des beaux-arts de Montréal, das Centre de recherche en civilisation canadienne-française (Ottawa) und das Musée des beaux-arts du Canada (Ottawa) besitzen ebenfalls Gemälde des Malers. Ölgemälde Le bon Samaritain. Le Laurier. Labour d'autonome. L'éplucheuse de patate. Le sanctus à la maison. Le débat sur les langues (gemalt zwischen 1910 und 1913). Le Conseil souverain du gouvernement royal de la Nouvelle-France (gemalt 1927–1929)
Illustrationen Ulic Barthe: Similia Similibus ou la guerre au Canada. Essai romantique sur un sujet d'actualité. Verlag des „Telegraph“, Québec 1916. Victor Hugo: L'art d'être grand-père. Lévy, Paris 1879. Gustave Le Bon: Die mittelalterliche Welt der Araber („La civilisation des Arabes“). Herbig, München 1974. Pamphile Le May: Contes vrais. Québec 1900.
Literatur Henri Beaude: Chez un peintre. Selbstverlag, Québec 1900. Émmanuel Bénézit (Hrsg.): Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays, Bd. 7. Neuaufl. Gründ, Paris 1999, ISBN 2-7000-3017-6. Jean-René Ostiguy: Charles Huot (Canadian Artists Series; Bd. 7). National Gallery of Canada, Ottawa 1985, ISBN 0-88884-370-4.
Weblinks
Charles Huot in Dictionary of Canadian Biography Online
Einzelnachweise
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