Wolfram Ebersbach (* 16. Juli 1943 in Zwickau) ist ein deutscher Maler und Hochschullehrer.
Leben Wolfram Ebersbach absolvierte von 1960 bis 1963 eine Berufsausbildung mit Abitur als Handelskaufmann. Anschließend war er berufstätig und erhielt an der Volkshochschule Zwickau bei Carl Michel und Klaus Matthäi eine erste künstlerische Ausbildung. Von 1966 bis 1971 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig unter anderem bei Wolfgang Mattheuer. Danach war er freischaffend tätig und lehrte von 1992 bis 2008 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in den Fächern Maltechnik, Perspektive und Naturstudium.
Wolfram Ebersbach ist verheiratet mit der Malerin Christine Ebersbach (* 1954) und lebt und arbeitet in Leipzig und in Wurzen. Er ist der Bruder des Malers Hartwig Ebersbach.
Werk Bekanntheit als Maler erlangte Ebersbach vor allem durch seine abstrahierenden Stadtlandschaften, in denen er sich mit Architektur und ungewöhnlichen Perspektiven des gebauten Raumes beschäftigt.Perspektiven. 14.07. bis 19.08.2018. In: kunstsammlungen-zwickau.de, abgerufen am 29. Januar 2023. Während sein Frühwerk noch sehr gegenstandsbezogen war, setzte er später zunehmend vereinfachte Formen und reduzierte Farben ein. Wechselwirkungen zwischen Raum, Licht und Dunkelheit spielen eine bedeutende Rolle in seinen Arbeiten. Seit den 1980er Jahren gehören monumentale Bauten der Leipziger Innenstadt, insbesondere der Leipziger Hauptbahnhof und Leipziger Passagen, zu seinen bevorzugten Motiven. Vor allem in seinen früheren Stadtlandschaften finden sich Figuren: schemenhafte Passanten oder Wartende, die sich auf Bahnsteigen, in Gängen, Höfen, Passagen, Unterführungen und Treppenabgängen bewegen bzw. aufhalten. Dabei setzt sich Ebersbach indirekt auch mit dem Thema Aufbrechen und Unterwegssein auseinander. Von den Monumentalbauten wandte er sich später vermehrt scheinbar nebensächlichen Details aus seiner Alltags- und Reiseumgebung zu, wie Häuserfassaden, Durchblicke durch Jalousien oder durch Fenster strahlende Lichtpunkte. Er malt hauptsächlich in Acryl auf Leinwand sowie Kaseinfarbe auf Papier.Von der Idee zum Bild. Station. Wolfram Ebersbach im Interview mit Esther Niebel, September 2019. In: thegrassisgreener.de, abgerufen am 29. Januar 2023.
Neben der Malerei ist Ebersbach mitunter als Grafiker und Zeichner tätig. So steuerte er unter anderem einen Farbsiebdruck zu dem zehnteiligen original-grafischen Mappenwerk Café Leipzig bei, das 1990 in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Peter Schnürpel und Peter Sylvester entstand.
Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite BildindexBildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex auf bildindex.de, abgerufen am 22. August 2026. Hausfassade, 1974, Öl auf Hartfaser, 99 × 85 cm, signiert unten rechts „WE 74“, Museum der bildenden Künste Leipzig Maler am Meer, 1976, Öl auf Hartfaser, 40 × 50 cm, Kunstarchiv Beeskow Stilleben mit Kaffeemühle, 1977, Öl auf Leinwand, Lindenau-Museum, Altenburg Arbeitspause, 1977, ÖlAbbildung in Bildende Kunst. Berlin, 10/1978, S. 492 Bernsteinsucher, 1979, Holzschnitt in drei Farben, Kupferstichkabinett DresdenWebsite des Kupferstichkabinetts, abgerufen am 23. November 2025. Leipziger Passage, 1985, sowie S-Bahn, 1987, Acryl auf Leinwand, Lindenau-Museum, Altenburg Nächtliche Begegnung, 1985, Acryl auf Leinwand, 140 × 140 cm; Staatliche Galerie Moritzburg Leipziger Passagen III, 1985, und Leipziger Hauptbahnhof (Bahnhofshalle), 1987, Acryl auf Leinwand und Sperrholz, Neue Nationalgalerie, Berlin Leipziger Hauptbahnhof (Bahnsteig), 1986, Leipziger Hauptbahnhof (Mitropa), 1987, Leipziger Passagen II, 1986 sowie Nächtlicher Spaziergänger, 1988, Acryl auf Leinwand, Ludwig Forum für Internationale Kunst PT Royal (Paris), 1990, Acryl auf Leinwand, 140 × 140 cm, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstfonds Vor dem Café, 1990, Farbsiebdruck, 35 × 25 cm, Teil der Mappe Café Leipzig, Anita und Günter Lichtenstein Stiftung Grünes Licht (Rolltreppe), 2013, 80 × 60 cm, Kasein auf Papier Hauptbahnhof 5, 2019, Acryl auf Leinwand, 240 × 180
Ausstellungen (unvollständig) Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen:
1973: Kunst der Zeit, Leipzig (mit Hartwig Ebersbach)
1982: Galerie Wort und Werk, Leipzig (mit Christine Ebersbach) 1983: Museum der bildenden Künste (Grafische Sammlung), Leipzig 1986: Galerie Süd, Leipzig 1987: Lindenau-Museum, Altenburg 1987: Galerie am Thomaskirchhof, Leipzig 1988: Kunstkabinett, Erfurt 1989: Galerie am Chamissoplatz, West-Berlin 1991: Bayerische Vereinsbank, Leipzig 1991: Neuer Sächsischer Kunstverein, Dresden 1991: Wilke-Haus, Bremerhaven (mit Christine Ebersbach) 1992: Galerie Leo-Coppi, Berlin 1992: Sommerpalais, Greiz 1992: Galerie Wort und Werk, Leipzig (mit Christine Ebersbach) 1994: Galerie Blüthner im Alten Rathaus, Leipzig 1994: Bürgerhaus, Sulzfeld (mit Christine Ebersbach) 1996: galerie & edition m, Leipzig 1996: Galerie Hotel Leipziger Hof, Leipzig (mit Christine Ebersbach) 1998: Neue Sächsische Galerie, Chemnitz (mit Hartwig Ebersbach) 1999: Galerie Kleindienst, Leipzig 2001: Neuer Leipziger Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem Museum der bildenden Künste, Leipzig 2001: Galerie Holst Jürgensen, Oetjendorf (mit Christine Ebersbach) 2002: Städtische Galerie am Markt, Wurzen 2005: Orte, Kunstsammlungen Zwickau des Städtischen Museums Zwickau 2005: Nacht-Bilder, Galerie am Ratswall, Bitterfeld 2006: Stadt-Räume, Galerie Hübner, Frankfurt am Main 2011: Malerei, Skulptur, Galerie Queen Anne, Tapetenwerk, Leipzig (mit Dana Meyer) 2018: Perspektiven, Kunstsammlungen Zwickau
Gruppenausstellungen:
Arbeiten von Wolfram Ebersbach wurden seit 1974 auf den Bezirkskunstausstellungen des Bezirkes Leipzig gezeigt.
1978/1979: 100 ausgewählte Grafiken, Berlin 1978: Junge Künstler der DDR, Frankfurt/Oder 1978: Fünf Junge Künstler, Galerie am Sachsenplatz, Leipzig 1981: Aquarelle in der DDR, Galerie am Fischmarkt, Erfurt 1982/1983 und 1987/1988: IX. und X. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1984: Kunst in Leipzig 1949–84, Museum der bildenden Künste, Leipzig 1989: Farbe Schwarz, Art Cologne, Köln 1990: 3. Leipziger Bildermesse, Leipzig 1991: Kunst aus Baden-Württemberg und Sachsen, Schloss Heidelberg 1991: Dresden, Halle, Leipzig – Kunstzentren der 80er Jahre in Europa, Mainz 1994: Zeit Blick-Kunstlandschaft Sachsen, Schloss Dresden 1995: Erworben 1992–95, Dresden 1997: Lust und Last-Leipziger Kunst seit 1945, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg und Museum der bildenden Künste, Leipzig 1997: Passagen-Gleisdreieck, Jahresausstellung des Bundes Bildender Künstler Leipzig 1999: Figur, Jahresausstellung des Bundes Bildender Künstler Leipzig 2001–2006: blick in die sammlung/1–7, Kunsthalle der Sparkasse Leipzig 2003: In aller Freundschaft, Museum der bildenden Künste, Leipzig 2005: Nur hier?, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig 2006/2007: Made in Leipzig, Sammlung Essl, Klosterneunburg und Schloss Hartenfels, Torgau 2008: Carte Blanche II, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig 2009: Carte Blanche VI, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig 2010: Weltsichten. Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahrhundert, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum 2011: Weltsichten. Landschaft in der Kunst vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, Kunsthalle zu Kiel 2011: Projekt 40, Galerie Hübner, Frankfurt 2012: Zwischenspiel, Galerie Parterre, Berlin 2012: Weltsichten. Landschaft in der Kunst vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, Kunstsammlungen Chemnitz 2012/2013: Weltsichten. Landschaft in der Kunst vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus 2014: Weltsichten. The landscape represented in six centuries of art, Bonnefantenmuseum, Maastricht 2022: Bilderkosmos Leipzig. 1905–2022, Museum der bildenden Künste Leipzig
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Ebersbachs Lindenau-Museum, Altenburg Neue Sächsische Galerie, Chemnitz Kunstsammlung, Gera Staatliche Galerie Moritzburg, Halle Kunstsammlung der Sparkasse, LeipzigWebsite der Kunsthalle, abgerufen am 23. November 2025.
Veröffentlichungen Licht. Hrsg. Hans-Werner Schmidt. Neuer Leipziger Kunstverein, Leipzig 2001, ISBN 3-00-007626-3. Orte. Kunstsammlungen, Zwickau 2005, ISBN 3-933282-22-5.
Literatur Ebersbach, Wolfram. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 172.
Weblinks
Wolfram Ebersbach auf galeriequeenanne.wordpress.com Hartwig Ebersbach zum 70. Geburtstag mit Ausführungen zu Wolfram und Christine Ebersbach auf leipziger-hof.de
Einzelnachweise
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