Wilhelm Stocker (* 22. Mai 1899 in Ratzenried; † 24. April 1979 in Wangen im Allgäu) war ein deutscher Milchwissenschaftler, Fachlehrer und Autor.
Leben Im Anschluss an seine Ausbildung im Molkereifach (Meisterbrief) studierte Stocker Landwirtschaft, Chemie und Bakteriologie in Hohenheim, München und Kiel (Staatsexamen als Diplomlandwirt 1923). Anschließend war er als Forscher und Lehrer tätig, zuletzt als Oberlandwirtschaftsrat an der Staatlichen Milchwirtschaftlichen Lehr- und Forschungsanstalt am Dr.-Oskar-Farny-Institut in Wangen im Allgäu.
Seine Forschungsergebnisse und Kenntnisse publizierte er in über 200 Abhandlungen, u. a. in seinem Lehrbuch „Allgemeine Grundlagen der Käsereitechnik“ sowie als Mitautor der „Geschichte der Allgäuer Milchwirtschaft“. Da er über ein breites theoretisches, aber auch praktisches Wissen verfügte, griffen viele amtliche Stellen wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und milchwirtschaftliche Institutionen regelmäßig auf sein Wissen zurück. Auf ihn geht die Bezahlung der Milch nach Fettgehalt und Qualität zurück. Darüber hinaus entwickelte er ein Lysat aus Milchsäurebakterien, das noch heute weitgehend unverändert als Medikament eingesetzt wird. Er gilt als Pionier des probiotischen Therapieansatzes.
Publikationen (Auswahl)
Literatur dmz Folge 21/1974 S. 805 dmz Folge 18/1979 S. 687 dmz Folge 20/1979 S. 762f Stocker, Wilhelm Kempten (Allgäu), Volkswirtschaftlicher Vlg. (f. Deutsche Molkerei-Zeitung), 1957.
Kategorie:Agrarwissenschaftler (20. Jahrhundert) Kategorie:Milchverarbeitung Kategorie:Autor Kategorie:Person (Wangen im Allgäu) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann