Der Hammer ist ein Fernsehfilm aus der Fernseh-Kriminalreihe Tatort. Der Film wurde vom WDR produziert und am 13. April 2014 von den Sendern Das Erste, ORF 2 und SRF 1 erstausgestrahlt. Er ist die 907. Folge der Tatort-Reihe, der 25. Fall mit dem von Axel Prahl und Jan Josef Liefers dargestellten Ermittlerduo Thiel und Boerne. Regie führte Lars Kraume, der auch das Drehbuch schrieb.WDR/Das Erste: Presseheft (PDF; 2,79 MB), S. 2, abgerufen am 16. März 2014
Thiel und Boerne ermitteln in der Folge gegen einen als Superhelden getarnten Serienmörder, der seine Opfer mit einem Hammer erschlägt.
Handlung Dr. Wolfgang Öhrie, ein einflussreicher Bauunternehmer, wurde in seinem Büro mit Säure angegriffen, mit einem Hammer erschlagen und anschließend aus dem Fenster auf die Straße geworfen. Mit der Waikiki-Oase hatte er in Münster ein umstrittenes Bauprojekt geleitet, von dem die Mitglieder einer Bürgerbewegung vermuten, dass es sich nicht um ein herkömmliches Wellness- und Erlebnisbad, sondern um ein riesiges Bordell handelt, das in Münster entstehen soll. Kommissar Frank Thiels Vater Herbert avanciert zu einem der Wortführer der Demonstranten gegen den Bau und richtet in seinem Haus die Kommandozentrale der Bürgerbewegung ein. Während einer Demonstration lässt er sich zusammen mit einer Freundin an ein Baustellenfahrzeug ketten. Münsters Bürger sind aufgebracht, denn die Häuser der Anwohner sind aufgrund ihrer Nähe zu dem geplanten Bordell von einem hohen Wertverlust betroffen.
Kurz darauf wird der Zuhälter Bruno Vogler in einem Münsteraner Parkhaus erschlagen aufgefunden. Neben einer trauernden Witwe und einer hysterischen Geliebten hinterlässt er einen handfesten Korruptionsskandal. Das Video der Überwachungskamera zeigt den maskierten Täter, der ein Superheldenkostüm trägt und mit einer Wasserpistole Säure auf das Opfer schießt, bevor er es erschlägt. Boernes Assistentin Silke Haller gibt den Hinweis, dass der Täter sich an dem Superhelden-Comic The Hunter aus den 70er Jahren orientiert. Boerne stellt fest, dass erneut ein Hammer die Mordwaffe war, mit der die Zahl „2“ auf die Stirn des Toten geschlagen wurde. Er untersucht erneut die Leiche des Bauunternehmers Öhrie und findet dort eine auf der Stirn eingeschlagene „1“. Vom Ehrgeiz gepackt, führt ihn seine akribische Recherche schließlich in einen Baumarkt, in dem er einen Schlagzahlhammer, wie ihn Forstarbeiter zur Markierung von Bäumen verwenden, findet. Durch Versuche an Schweineköpfen kann Boerne nachweisen, dass beide Opfer durch einen solchen Hammer zu Tode kamen.
Thiel zeigt Voglers Witwe Fotos vom Tatort. Ihr fällt auf, dass Vogler eine Zeitung bei sich hatte, obwohl er sonst nie gelesen hat. Auf der Zeitung finden sich Fingerabdrücke, die Boerne und Thiel auf die Fährte des wegen Betrugs vorbestraften Leif Claasen führen, der bereits mehrmals mit dem Unternehmen zusammengearbeitet hat, das den umstrittenen Bordellbau plant. Als sie mit einer Spezialeinheit bei seinem Haus eintreffen, finden sie ihn jedoch tot im Pool. Er wurde bereits vor mehreren Tagen auf die gleiche Weise ermordet wie die anderen Opfer und trägt eine „3“ auf der Stirn eingeschlagen. Es wird offensichtlich, dass der Mörder die Ermittler dorthin führen wollte. Im Computer können Beweise für Claasens Korruption sichergestellt werden.
Nachdem Thiel von Silke Haller drei der seltenen Hunter-Comics bekommen hat, liest er sie abends im Bett und schläft dabei ein. Als er aufwacht, ist er mit Handschellen an sein Bett gefesselt. Der als Superheld verkleidete Mörder steht vor ihm, stellt sich als „Der Hammer“ vor und erklärt Thiel, dass er ihn schon seit langem beobachtet und fotografiert. Er verstrickt den Kommissar in ein Gespräch über Gerechtigkeit und fragt, auf welcher Seite er stehe. Bevor er das Haus verlässt, fordert er Thiel auf, den korrupten Landrat Seelig zu überführen, ansonsten werde er diesen als Nächsten töten. Thiel ruft nach Boerne und kann sich mit seiner Hilfe befreien. Auf einer DVD, die der Mörder hinterlassen hat, sehen sie in einem Video, wie er Claasen zu einem Geständnis gezwungen hat, das Seelig belastet, aber nicht als Beweis vor Gericht verwendet werden kann.
Thiel will den Hammer-Mörder in eine Falle locken, indem er sich selbst als korrupt darstellt und so zum Lockvogel macht. Bei einem Gespräch mit Landrat Seelig im Tennisclub behauptet er, Beweise gegen ihn zu haben und sie zu vernichten, wenn er dafür bei einem späteren Treffen 50.000 Euro bekäme. Dieser Plan schlägt jedoch fehl. Statt des Landrats erscheint sein Anwalt, der Thiel mitteilt, dass eine Anzeige wegen Verleumdung und Erpressung gegen ihn gestellt wird. Der Hammer-Mörder hat zwar wie erhofft das Gespräch im Tennisclub beobachtet und erscheint am Treffpunkt, kann jedoch wieder fliehen. Am nächsten Tag wird Thiel von Staatsanwältin Klemm vom Dienst suspendiert, da sowohl Seelig als auch das Wirtschaftsdezernat gegen ihn vorgehen. Darauf übernimmt Thiels Assistentin Nadeshda Krusenstern die offiziellen Ermittlungen.
Thiel und Boerne arbeiten jedoch weiter an dem Fall. Sie schlussfolgern aus der Vorgehensweise des Mörders, dass er mit Forstwirtschaft oder Chemikalien zu tun haben muss und vermutlich Familie und Kinder hat, da er sich von Comics inspirieren lässt. Mit Hilfe von Nadeshda, die ihnen Zugriff auf Akten verschafft, können sie den möglichen Täterkreis auf wenige Personen einschränken, von denen Thiel schließlich den Chemiker Thomas Schuster als seinen nächtlichen Besucher wiedererkennt. Der Langzeitarbeitslose Schuster gehört zu den durch den Bordellbau geschädigten Münsteranern, ist nach einer Scheidung verarmt und darf seine Kinder nicht mehr sehen. Die Verdachtsmomente reichen für eine Hausdurchsuchung, die jedoch kein Ergebnis erbringt, woraufhin Nadeshda die Ermittlungen gegen den harmlos wirkenden Mann einstellt.
Thiel ist sich nach einem Gespräch mit Schuster jedoch seiner Sache sicher und observiert mit Boerne weiterhin Schusters Haus. Schließlich beobachten sie Schusters Katze, die in den Keller eines leerstehenden Nachbarhauses einsteigt, in dem ihr Besitzer seine Mordwerkzeuge, Säure-Vorräte und Opferfotos aufbewahrt. Der ertappte Schuster versucht ein weiteres Mal zu fliehen. Nach einer Verfolgungsjagd klettert er auf einen Kran an der Baustelle der Waikiki-Oase und droht hinunterzuspringen. Thiel folgt ihm und versucht, ihn mit einem Gespräch davon abzubringen. Dabei klagt Schuster darüber, dass sein Haus durch den geplanten Bordellbau nichts mehr wert sei und dass er ohne das Geld kein neues Leben anfangen könne. Er gibt Thiel den Hinweis auf umfangreiches Beweismaterial in seinem Keller gegen Landrat Seelig und springt schließlich vom Kran hinunter, landet jedoch auf einem Sandhaufen und überlebt verletzt. Im Keller findet Thiel tatsächlich das nötige Beweismaterial gegen Seelig und ist dadurch rehabilitiert.
Hintergrund
Am 5. Oktober 2013 fand ein Casting für Komparsenrollen in Münsteraner Tatort- und Wilsberg-Folgen im Cineplex Münster statt.Westfälische Nachrichten: , Münster, 1. Oktober 2013Münstersche Zeitung: , Münster, Marc Geschonke, 30. September 2013Hallo Münster: Im Lieblingsfilm mitspielen: Großes Casting für „Wilsberg“ und „Tatort“ im Cineplex, Tipp der Woche, Ausgabe 78/2013, 2. Oktober 2013, S. 2Westfälische Nachrichten: Casting für „Tatort“ und „Wilsberg“, Münster, Münster, 1. Oktober 2013 Der Einladung zum Casting folgten mehr als 1000 Bürger, die Casting-Agentur Eick zählte 1050 Bewerber.KINO aktuell, Großer Andrang beim Casting für MÜNSTER-TATORT und WILSBERG, Extras Rückblick, Ausgabe 41, 10. – 16. Oktober 2013, S. 75Westfälische Nachrichten: „Wilsberg“ lockt die Massen, Titelseite, Münster, 7. Oktober 2013Westfälische Nachrichten: , Münster, Julia Kwiatkowski, 6. Oktober 2013Westfälische Nachrichten: Schlangestehen für „Wilsberg“: Mehr als 1000 Menschen bewerben sich um eine Komparsenrolle/Auch Münster-Tatort sucht Statisten, Münsterischer Anzeiger, Münster, Julia Kwiatkowski, 7. Oktober 2013
Am 28. Oktober 2013 lud der Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber per Radio die in Münster geborene Schauspielerin Mechthild Großmann ein, die im Münster-Tatort die Rolle der Staatsanwältin Wilhelmine Klemm spielt, sich während der Dreharbeiten zur nächsten Tatort-Folge über Behördenarbeit auszutauschen.Westfälische Nachrichten: , Münster, rr, 29. Oktober 2013Westfälische Nachrichten: Wimber lädt Staatsanwältin ein, Münster, rr, 29. Oktober 2013 Großmann nahm die Einladung in der WDR-Sendung MonTalk an.
In einer Drehpause während der Dreharbeiten zum Frankfurter Tatort wurde Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume auf ein „Privates Hammermuseum“ aufmerksam.WDR/Das Erste: Presseheft (PDF; 2,79 MB), S. 3, abgerufen am 16. März 2014vollderhammer.eu, abgerufen am 16. März 2014 Unter den unzähligen Hämmern befand sich ein Nummerierungsschlägel, der in der Forstwirtschaft zum Markieren von Bäumen verwendet wird und Kraume für das Drehbuch zur Folge Der Hammer inspirierte. Nach der Produktion wurde das Tatwerkzeug dem Hammermuseum überlassen.
mini|Dreharbeiten zwischen der Clemenskirche und der Raphaelsklinik mini|Dreharbeiten an der Stubengasse
Die Dreharbeiten begannen am 7. November 2013 in Leichlingen.Westfälische Nachrichten: Thiel und Boerne und „Der Hammer“ (), Münster, 8. November 2013Münstersche Zeitung: , Münster, 7. November 2013tatort-blog.de: „Der Hammer“: Neuer Tatort aus Münster wird gedreht, Tobias Weidekemper, 7. November 2013 In den Abendstunden des 16. November 2013 sowie des Folgetages entstanden Außenaufnahmen mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers am Treff-Hotel an der Stubengasse in Münster.Westfälische Nachrichten: Tatort-Dreharbeiten an der Stubengasse: Sperrungen rund ums Treff-Hotel am Samstag- und Sonntagabend (), Münster, Münster, Martin Kalitschke, 15. November 2013 Am 17. November 2013 fand in den Abendstunden ein Pressetermin mit Axel Prahl und Friederike Kempter am Prinzipalmarkt nahe der Lambertikirche statt, bevor die Dreharbeiten erneut in der Stubengasse rund um das Treff-Hotel aufgenommen wurden.Westfälische Nachrichten: Prahl würde gerne mehr in Münster drehen: Tatort-Team filmt für die neue Folge „Der Hammer“ (), Münster, Münster, Sandra Peter, 18. November 2013Westfälische Nachrichten: Tatort-Dreharbeiten in Münster, Münsterischer Anzeiger, 18. November 2013 Dort entstanden zwischen der Clemenskirche und der Raphaelsklinik die Szenen, in denen ein Busfahrer beinahe die aus dem Fenster geworfene Leiche des Bauunternehmers Wolfgang Öhrie überfährt. Am 28. November 2013 und dem Folgetag wurde in einer Privatwohnung in der Siebengebirgsallee in Köln-Klettenberg gedreht.Kölner Stadt-Anzeiger: Tatort: Münster liegt in Köln, Köln, uk, 28. November 2013 Das Ende der Dreharbeiten erfolgte am 7. Dezember 2013.
Mit einem Foto von den Dreharbeiten, das ihn in der Rolle des Gerichtsmediziners Boerne am Seziertisch mit zwei Schweineköpfen zeigt, und dem Kommentar „Wochenende – Zeit für ein gutes Gespräch unter Freunden!“ sorgte der Schauspieler Jan Josef Liefers nach der Veröffentlichung bei Facebook für Aufregung, in dessen Verlauf er am 25. November 2013 für mehrere Stunden vorübergehend von Mitarbeitern der Internet-Plattform gesperrt wurde.Westfälische Nachrichten: Was für ein Fall: Boerne und die toten Schweine… – Tatort-Schauspieler löst mit Foto Aufschrei im Netz aus (), Münster, Martina Döbbe, 27. November 2013Münstersche Zeitung: , Münster, 26. November 2013 Die Westfälischen Nachrichten führten eine Umfrage mit der Fragestellung „Das Foto von Jan Josef Liefers und den Schweineköpfen ist…“ durch, an der sich 352 Leser beteiligten.Westfälische Nachrichten: , Votings, abgerufen am 15. März 2014 Jeweils 45 Leser (12,78 %) antworteten, das Bild sei „geschmacklos“ bzw. „witzig“. 262 Leser (74,73 %) vertraten die Meinung „Halb so schlimm. Ich verstehe die Aufregung nicht.“
mini|Premiere im Cineplex Münster