Korbach (früher auch Corbach geschrieben, bahnamtlich bis zum 1. Februar 1935Liste der Änderungen von Bahnhofsnamen) ist die Kreisstadt des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen. Sie trägt seit dem 28. Juni 2013 die amtliche Zusatzbezeichnung Hansestadt.
Geografie mini|links|hochkant|Korbacher Spalte Korbach liegt im Waldecker Gefilde, einer Feldlandschaft im Zechsteingürtel zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge im Westen und dem Waldecker Wald im Osten. Die westlichen Stadtteile befinden sich im Ostsauerländer Gebirgsrand.
Der mit etwa höchste Punkt des Korbacher Stadtgebiets befindet sich im äußersten Nordwesten, an der Südflanke des bereits zum Rothaargebirge gezählten Widdehagen, dessen erreichender Gipfel allerdings schon im Gebiet der Nachbargemeinde Diemelsee liegt. Landschaftliches Wahrzeichen der Stadt ist jedoch der für seinen Reichtum an goldhaltigen Erzen bekannte Eisenberg (560 m) westlich der Kernstadt. Die Kernstadt wird vom Kuhbach (umgangssprachlich „Die Kuhbach“) durchflossen, welcher südlich des Stadtgebietes in die Itter und dann weiter über Eder und Fulda in die Weser entwässert; der Norden der Stadt entwässert demgegenüber über die Twiste zur Diemel. Mit einer Altstadthöhe von 366 bis 392 m. ü. NHN ist Korbach die höchstgelegene Kreisstadt Hessens.
Aus der Korbacher Spalte, einer vor über 250 Millionen Jahren entstandenen, im Oberperm verfüllten und in einem Kalksteinbruch südlich Korbachs aufgeschlossenen Erdbebenspalte, wurden bedeutende Fossilienfunde ergraben. Dazu zählen die einzigen auf der Nordhalbkugel gefundenen Skelettteile eines Procynosuchus (auch „Korbacher Dackel“ genannt).
Ihrer Lage im Waldecker Gefilde, das früher reich an Rebhühnern war, verdanken die Einwohner der Stadt den historischen Spottnamen „Feldhühnerchen“.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden der Stadt Korbach sind Diemelsee, Lichtenfels, Twistetal, Vöhl, Waldeck und Willingen (Upland), alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie Medebach (im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen).
Stadtgliederung Korbach besteht aus der Kernstadt und 14 weiteren Stadtteilen. Neben der Kernstadt liegen nur die südöstlichen Ortsteile Meineringhausen, Nieder-Ense und Strothe auf der Waldecker Tafel, die übrigen hingegen in den Tälern oder auf den Anhöhen des hier auslaufenden Rothaargebirges.
Stadtteil Einwohner,30. Juni 2023Einwohner Kreisstadt Korbach (Stand: 30.06.2023). Hansestadt Korbach, abgerufen am 1. März 2024. Alleringhausen 71 Eppe 607 Goldhausen 296 Helmscheid 176 Hillershausen 255 Korbach (Kernstadt) 18.851 Lelbach 620 Lengefeld 481 Meineringhausen 972 Nieder-Ense 255 Nieder-Schleidern 176 Nordenbeck 192 Ober-Ense 185 Rhena 540 Strothe 240
Geschichte Frühgeschichte Über die Herkunft und Bedeutung des Stadtnamens werden verschiedene Ansichten vertreten. Einigkeit herrscht, dass der Name altsächsischen Ursprungs ist. Die älteste Form lautet Curbecki (980). Einer Auffassung zufolge soll die erste Silbe aus dem mittelniederdeutschen „kurren, korren“ gebildet worden sein, was so viel wie das Murmeln eines Baches bedeutet.Walter Heinemeyer: Korbachs Anfänge im Kräftespiel der Franken und Sachsen. In: Geschichtsblätter für Waldeck. 73. Band (1985), S. 21 . Nach anderer Ansicht leitet sich die Silbe „Cor“ oder „Cur“ von „Kür“ und „küren“ ab, was „Wahl“ bzw. „wählen“ bedeutet.Wolfgang Medding: Korbach – Die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. unveränderte Auflage. 1980, S. 10. Demnach handelte es sich bei Korbach um einen am Bache gewählten Platz, möglicherweise auch um einen Versammlungsort an einem Bach, an dem das Volk einen Anführer wählte.
Curbechi wurde urkundlich erstmals im Jahre 980 erwähnt, als der damalige König und spätere Kaiser Otto II. Korbach, Lelbach, Rhena und drei weitere Orte im damaligen Ittergau, unter Hinzuziehung des Grafen Asicho vom Ittergau und Nethegau als Zeugen, im Tausch gegen die Gemarkungen Meginrichesdorpf und Memleben im Hassegau an das Kloster Corvey abgab. Erste Siedlungsspuren im Bereich der Kilianskirche werden aber mittlerweile auf die Zeit vor Karl dem Großen datiert, so soll hier ein sächsischer Edelhof gestanden haben. Auch auf dem übrigen Stadtgebiet gibt es Hinweise auf frühzeitliche Besiedlungen, so z. B. auf dem Wipperberg bei Lengefeld.
Mittelalter und Frühe Neuzeit Im Jahr 1188 verlieh der Paderborner Bischof Bernhard II. Korbach das Soester Stadtrecht. Auf Grund der Lage Korbachs am Schnittpunkt der Handelswege Heidenstraße (Köln–Leipzig) und Weinstraße (Frankfurt–Bremen) entwickelten sich Handwerk und Handel rasch, und Korbach blühte auf. Das Gebiet der (damaligen) Altstadt reichte bald nicht mehr aus, um alle Einwohner aufzunehmen. Die Kaufleute siedelten sich daher in zwei neuen Städten, der oberen und unteren Neustadt, außerhalb der Stadtgrenzen an, die sich bald zu einer gemeinsamen Stadt vereinigten. Im 14. Jahrhundert wurde in der Altstadt die Kilianskirche erbaut, in der Neustadt die Nikolaikirche.
mini| mini|hochkant| mini| 1349 stiftete der Ritter Heinrich Megdevelt zu seinem und seiner Angehörigen Seelenheil das erste urkundlich erwähnte Hospital der Stadt am zur Neustadt führenden Tränketor. Dort sollten sechs arme und altersschwache Menschen wohnen und versorgt werden. Das Hospital wurde 1467 aufgrund einer Stiftung erweitert, in der Folge mehrfach erneuert und 1869 an das Enser Tor verlegt und entwickelte sich danach zu einem Alten- und Pflegeheim.
Im Jahr 1349 besuchte Kaiser (damals noch römischer König) Karl IV. die Stadt. Im Jahr 1377 wurden Alt- und Neustadt vereinigt; auf der Grenze zwischen beiden zuvor getrennten Städten entstand das gemeinsame Rathaus, welches sich noch heute dort befindet. 1414 wurde ein doppelter Mauerring, der die gesamte Siedlung umgab, vollendet. Fünf Stadttore bewachten den Zugang zur Stadt: das Tränketor, das Dalwigker Tor, das Enser Tor, das Lengefelder Tor und das Berndorfer Tor. Von diesen ist heute nur noch das Enser Tor erhalten. Die Padberger Fehde von 1413 bis 1418 war der Höhepunkt der langen Grenzstreitigkeiten und wiederholten Übergriffe der Herren von Padberg auf das Gebiet der Grafschaft Waldeck und insbesondere der Stadt Korbach. Mit dieser Fehde fanden die Auseinandersetzungen ein vorläufiges Ende.
Korbach trat der Hanse bei und wurde erstmals 1469 als Mitglied im Hansebund erwähnt. Es war damit eine der geographisch südlichst gelegenen Städte der Hanse. Die Korbacher Kaufleute handelten mit Tuchen, Fellen und Bier, auch mit Gold und anderen Metallen aus der näheren Umgebung. Korbach war die einzige Hansestadt im heutigen Land Hessen. Seit 2013 trägt Korbach wieder den offiziellen Namenszusatz Hansestadt.
Mit der Reformation wurde die Stadt wie die gesamte Grafschaft Waldeck protestantisch. Auch heute ist Korbach noch größtenteils protestantisch, auch wenn seit dem 19. Jahrhundert wieder vermehrt Katholiken in die Stadt zogen und die beiden katholischen Kirchen, die ältere Marienkirche und die moderne Josephskirche, errichteten. Zudem sind die westlichen Stadtteile an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen fast vollständig (Hillershausen) oder zu größeren Teilen (Nieder-Schleidern, Eppe) katholisch.
Im Dreißigjährigen Krieg musste Korbach immer wieder hohe Kontributionen an durchziehende Truppen leisten. Am Ende des Krieges war nur noch die Hälfte der Häuser bewohnbar, und die Zahl der Einwohner war von 2600 auf 1100 zurückgegangen. Ein großer Stadtbrand vernichtete 1664 fast alle Wohnhäuser; heute gibt es in Korbach nur ein Fachwerkhaus „Im Katthagen“, das vor diesem Brand, 1593, erbaut wurde.Hans Osterhold: Meine Stadt, Korbacher Bauten erzählen Geschichten. sprenger druck, Korbach 2001. Die gotischen Steinkirchen sowie die steinernen Lagerhäuser hingegen blieben gut erhalten.
Im Siebenjährigen Krieg kam es am 10. Juli 1760 nördlich der Stadt zum Gefecht bei Korbach zwischen den Franzosen und einer Braunschweigisch-hessisch-britischen Truppe.
Neuzeit Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts herrschte wieder bescheidener Wohlstand; eine erste wirtschaftliche Blüte erreichte die Stadt wieder Ende des 19. Jahrhunderts. Hierzu trug vor allem die Eröffnung der Twistetalbahn im Jahr 1893 bei, die mit der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar ab 1897 eine Verbindung nach Kassel bot. Der in Alleringhausen geborene Louis Peter, Gründer der Peters Union AG in Frankfurt am Main (früher Mitteldeutsche Gummiwarenfabrik L. Peter AG), baute 1907 das Zweigwerk Korbach. Die hannoversche Continental AG übernahm 1929 die Peters Union.
Der Stadt blieben in beiden Weltkriegen größere Schäden erspart. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stark zu.
Am Stadtrand unweit der Bahnstrecke Korbach–Berndorf und der Flechtdorfer Straße stürzte am 29. März 1961 ein F-104 „Starfighter“ der Luftwaffe ab. Dabei kamen keine Menschen zu Schaden. Pilot und Beobachter konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Es handelte sich um den ersten Absturz einer F-104 der Bundeswehr.
Hessische Gebietsreform: Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Alleringhausen, Eppe, Goldhausen, Helmscheid, Hillershausen, Lengefeld, Meineringhausen, Nieder-Schleidern, Rhena und Strothe auf freiwilliger Basis in die Stadt Korbach eingegliedert. Am 31. Dezember 1970 kamen Nieder-Ense, Nordenbeck und Ober-Ense hinzu. Lelbach folgte am 1. Oktober 1971. Für alle eingegliederten, ehemals eigenständigen, Gemeinden von Korbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1620: 547 Häuser • 1650: 235 Häuser • 1738: 327 Häuser • 1770: 338 Häuser, 1765 Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Korbach erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Korbach 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 27,4 9 24,7 8 24,7 8 26,9 10 32,6 12 32,3 12 19,4 6 23,9 7 31,2 10 34,7 13 36,3 13 39,9 15 20,2 6 17,7 6 17,6 5 12,4 5 13,3 5 12,4 5 13,3 4 15,8 5 10,0 3 17,3 6 7,7 3 5,7 2 9,8 3 10,7 3 9,5 3 6,7 2 6,8 3 6,3 2 KB Korbacher Bürgerlistebesteht seit 2024;Korbacher Bürgerliste im Internet viele Mitglieder gehörten zuvor zur Wählergruppe Die aktiven BürgerDie Aktiven Bürger im Internet 5,8 2 7,2 2 7,0 2 – – – – – – 4,0 1 – – – – – – – – – – – – – – – – 1,9 1 3,3 1 3,4 1 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 49,8 45,2 45,1 45,3 44,9 51,9
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Kreis- und Hansestadt Korbach neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sieben weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2025 der parteiunabhängige Stefan Kieweg. Er wurde als Nachfolger von Klaus Friedrich, der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 9. Juni 2024 im ersten Wahlgang bei 62,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 58,8 Prozent der Stimmen gewählt.Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 in Korbach. hessenschau.
Amtszeiten der Bürgermeister Seit 2025: Stefan KiewegPhilipp Daum: Kieweg wird Bürgermeister in Korbach: 51-Jähriger setzt sich im ersten Wahlgang durch. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 10. Juni 2024, abgerufen am 10. Juni 2024: „Der neue Korbacher Bürgermeister und Nachfolger des langjährigen Verwaltungschefs Klaus Friedrich wird sein Amt am 1. Februar 2025 antreten.“