Ich, Claudius, Kaiser und Gott ist eine von der BBC2 produzierte Fernsehserie, die am 20. September 1976 erstmals ausgestrahlt und in vielen Ländern gesendet wurde. Sie schildert, nach den historischen Romanen I, Claudius und Claudius, the God (beide 1934) von Robert Graves, die Geschichte der Julisch-Claudischen Dynastie von Augustus bis Claudius. Die von Jack Pulman geschriebene und hochkarätig besetzte Serie wurde ein großer Publikums- und Kritikererfolg. In Ich, Claudius, Kaiser und Gott erzählt der alternde Kaiser Claudius rückblickend die Geschichte des frühen Prinzipats vom Tod des Marcellus, des Neffen und Schwiegersohns des Augustus, in der ersten Episode, bis zu seinem eigenen Tod in der letzten Folge.
Episodenführer Die Serie beginnt damit, dass Augustus, der erste Alleinherrscher über das Römische Weltreich, nach einem Erben sucht, während seine Frau Livia ständig Komplotte schmiedet, um den eigenen Sohn Tiberius aus ihrer ersten Ehe als Nachfolger in Stellung zu bringen. Die Verschwörungen und Intrigen ziehen sich über mehrere Jahrzehnte, durch die Konspiration des Prätorianer-Präfekten Seianus und die Herrschaft des wahnsinnigen Kaisers Caligula, und kulminieren in der scheinbar zufälligen Thronbesteigung des Claudius. Die aufgeklärte und weise Herrschaft des Claudius wird allerdings durch die Untreue seiner ehebrecherischen dritten Gattin Messalina und den Verrat seines Freundes aus Kinder- und Jugendtagen, Herodes Agrippa, überschattet. Schließlich akzeptiert Claudius die Unausweichlichkeit seiner eigenen Ermordung durch seine Frau Agrippina und die Machtergreifung durch seinen Stiefsohn Nero.
1. Mord als Anfang (A Touch of Murder) 24 – 23 v. Chr.: Seit wenigen Jahren herrscht unter Caesar Augustus Frieden im Römischen Imperium. Kaiser Augustus beginnt seinen Neffen Marcellus gegenüber seinem alten Freund und Waffengefährten Marcus Agrippa zu bevorzugen, woraufhin Agrippa Rom verärgert verlässt. Doch erwächst von unerwarteter Seite eine Bedrohung der Staatsordnung: Livia, des Kaisers dritte Ehefrau, setzt alles daran, Tiberius, einen ihrer Söhne aus erster Ehe, zu Augustus’ Nachfolger zu machen. Als der mit des Kaisers Tochter Julia verheiratete Marcellus erkrankt, übernimmt sie ganz allein seine Pflege – und bringt sogleich ihre überragenden Talente als Giftmischerin zum Einsatz. Nach dem Tod des Marcellus ruft Augustus seinen Freund Agrippa zurück nach Rom. Um die erneuerte Freundschaft zu besiegeln, verheiratet der Kaiser seine Tochter Julia – Marcellus’ Witwe – mit dem um viele Jahre älteren Agrippa – und durchkreuzt so, ohne es zu ahnen, Livias Pläne, die Julia mit Tiberius verheiraten wollte, um diesen als Augustus’ Nachfolger in Stellung zu bringen.
2. Eine feine Familie (Family Affairs) 13 v. Chr.: Unter mysteriösen Umständen verliert Augustus’ Tochter Julia ihren zweiten Ehemann Marcus Agrippa. Sofort zwingt Kaiserin Livia ihren Sohn Tiberius, sich von seiner Frau Vipsania scheiden zu lassen, damit er die erneut verwitwete Julia heiraten kann. Tiberius jedoch liebt Vipsania nach wie vor und trifft sich insgeheim mit ihr. Augustus ist außer sich, aber Livia verteidigt ihren Sohn, indem sie behauptet, dass Tiberius ihr von seinen geheimen Treffen mit seiner Ex-Frau berichtet hat. Der Besuch seines Bruders Drusus ist eine erfreuliche Abwechslung für Tiberius, doch kurz vor seiner erneuten Abreise nach Germanien streitet sich Drusus mit seiner Mutter Livia, als er sich überraschend für die Abschaffung des Kaisertums ausspricht. Zurück am Rhein schreibt Drusus an Tiberius einen Brief, in dem er ihn um Unterstützung bittet, Augustus davon zu überzeugen, zurückzutreten und Rom wieder zu einer Republik zu machen. Aber Tiberius erhält den Brief im Beisein von Augustus und Livia, und seine Mutter nützt das Schreiben, um ihren Sohn Drusus beim Kaiser zu diskreditieren. Als Drusus in Germanien vom Pferd fällt und dabei verletzt wird, entsendet Livia ihren zuverlässigen Leibarzt mit spezieller Order an die Front – kurz darauf stirbt Drusus im Beisein seiner Frau Antonia und des kürzlich geborenen gemeinsamen Sohnes Claudius. Julias Söhne Gaius und Lucius, die sie dem verstorbenen Agrippa gebar, werden nun die Lieblinge ihres Großvaters Augustus. Wie lange werden sie die Machtgier ihrer mörderischen Großmutter Livia überleben?
3. Vor dem großen Auftritt (Waiting in the Wings) 2 v. Chr. – 5 n. Chr.: Gaius ist gestorben, und Tiberius wurde nach Rhodos verbannt, weil er seine Frau Julia schlecht behandelt. Eines Tages fällt im Garten ein Wolfsjunges aus den Fängen eines Adlers in den Schoß des jungen Claudius, und ein zufällig gerade anwesender Augur sagt voraus, dass der – sonst nur von allen bemitleidete – Krüppel Claudius dereinst Rom in Zeiten höchster Gefahr retten wird. Unterdessen spinnt Livia weiter ihre Fäden: Als sie bemerkt, dass Antonias junge Tochter Livilla und Julias jüngster Sohn Postumus Agrippa, den diese Marcus Agrippa kurz nach dessen Tod gebar, sich zueinander hingezogen fühlen, schlägt sie Augustus die Verlobung der beiden Kinder mit jeweils anderen Familienmitgliedern vor. Von ihrer Ehe mit dem verbannten Tiberius enttäuscht, vergnügt sich seine Frau Julia indes in den Betten unzähliger römischer Männer. Ihre Stiefmutter Livia zwingt Aulus Plautius, einen der Liebhaber, eine detaillierte Liste mit Julias Liebschaften zu erstellen. Schließlich bringt Livia Julias Sohn Lucius dazu, diese Liste dem Kaiser zu überbringen und so Julia gegenüber ihrem stets moralische Werte hochhaltenden Vater völlig zu diskreditieren. Augustus ist außer sich über die verkommene Lebensweise seiner Tochter. Will er nicht zum Gespött des Imperiums werden, muss er sie hart bestrafen – sie wird verbannt. Als dann Julias Sohn Lucius, der Augustus’ Amtsnachfolger werden sollte, bei einem Bootsunfall in Massilia/Marseille stirbt, soll Tiberius nach Rom zurückkehren – als rechte Hand des Kaisers und, gemeinsam mit dem jugendlichen Postumus Agrippa, als möglicher Thronerbe…
4. Claudius – ein Problem (What Shall We Do about Claudius?) 9 n. Chr.: Drei römische Legionen wurden im Teutoburger Wald in Germanien vernichtet. Tiberius und Germanicus werden zu einer Strafexpedition ausgesandt. Währenddessen erfährt der als idiotischer Krüppel allseits verlachte Claudius von dem Historiker Asinius Pollio, dass sein Vater Drusus vor vielen Jahren einem Mord zum Opfer gefallen sein soll. Pollio rät dem jungen Mann, seine körperliche Behinderung zu übertreiben, um als vorgeblicher Idiot den Mordkomplotten seiner Familie zu entgehen. Augustus hat bestimmt, dass ihm Postumus Agrippa, der letzte überlebende Sohn von Julia aus ihrer Ehe mit Marcus Agrippa, als Herrscher nachfolgen soll – aber Livia achtet nicht darauf, sondern ergreift ihrerseits die Initiative: Sie erpresst die mit Tiberius’ Sohn Castor verheiratete Livilla, Claudius' Schwester, dazu, ihren Geliebten Postumus in eine Falle zu locken und ihn vor seinem Großvater Augustus als Vergewaltiger hinzustellen. Postumus behauptet gegenüber Augustus, dass Livia alle möglichen Rivalen des Tiberius um die Thronfolge aus dem Weg geräumt hat, aber der Kaiser glaubt ihm nicht. Kurz bevor Postumus verbannt wird, kann er noch Claudius von seinen (begründeten) Vermutungen über die mysteriösen Todesfälle in der Familie, die Livia zu verantworten hat, unterrichten. Auch Postumus rät seinem Freund Claudius, weiterhin den behinderten Idioten zu spielen, um zu überleben. Die Episode endet mit der Vermählung Claudius’ mit Plautia Urgulanilla, welche so viel größer als ihr Gemahl ist, dass die Hochzeit im unaufhörlichen Gelächter und Gespött aller Anwesenden endet.
5. Gift ist Trumpf (Poison is Queen) 13 – 14 n. Chr.: Germanicus hat die Germanen besiegt und kehrt im Triumph nach Rom zurück. Claudius weiht seinen Bruder in die Mordkomplotte am Kaiserhof ein, und Germanicus kann Augustus dazu bewegen, seinen Enkel Postumus auf der Felseninsel bei Korsika zu besuchen, auf die er ihn wegen der angeblichen Vergewaltigung Livillas verbannt hatte. Die beiden Männer söhnen sich aus. Postumus soll bald nach Rom zurückkehren und nächster Kaiser werden. Ganz privat dankt Augustus Claudius dafür, ihm über seinen Bruder Germanicus die Augen geöffnet zu haben und erzählt ihm, dass er bereits sein Testament zu Gunsten von Postumus geändert hat. Doch die stets argwöhnische Livia bringt die Ober-Vestalin mit einem Trick dazu, ihr Einblick in das geänderte Testament zu gewähren – und fälscht dieses ihrerseits. Sie setzt alles daran, dass ihr Sohn Tiberius den Caesarenthron besteigen kann. Wenig später erkrankt Augustus. Er erholt sich aber wieder, als er beginnt, nur selbstgepflücktes Obst und selbst gemolkene Milch zu sich zu nehmen. Aber seine Genesung ist nur von kurzer Dauer: In Nola stirbt er schließlich, nachdem Livia des Nachts sämtliche Feigen noch am Baum mit Gift bestrichen hat. Ein Offizier der Prätorianer namens Sejanus wird ausgesandt, um Postumus auf seiner Insel umzubringen. Währenddessen bereitet sich Tiberius darauf vor, den Thron zu besteigen und bekommt laut dem (von Livia gefälschten) Testament zwei Drittel von Augustus' Besitz zugesprochen, während Livia das restliche Drittel erhält.
6. Recht müsste Recht bleiben (Some Justice) 19 – 20 n. Chr.: Tiberius, unterstützt von Sejanus, herrscht mit eiserner Faust. Nur Claudius’ Bruder Germanicus verhindert die totale Tyrannei, aber als er in Syrien auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wollen die Gerüchte nicht verstummen, dass Tiberius dabei seine Hände im Spiel gehabt haben soll – haben er und Livia die Vergiftung von Germanicus veranlasst? Gaius Calpurnius Piso und seine Frau Plancina sollen ihn auf höchsten Befehl ermordet haben – diesen Verdacht hat nicht nur Germanicus’ Witwe Agrippina, sondern auch das Volk von Rom. Auf Vorschlag von Claudius soll der Senat die ungeheuerlichen Vorwürfe klären, um eine mögliche Behinderung der Gerichte durch Tiberius’ Agenten zu umgehen. Die Hauptzeugin, die passionierte Giftmischerin Martina, wird vor der Verhandlung von Claudius und seinem Freund Herodes Agrippa an einem geheimen Ort versteckt, wird jedoch von Livias Spitzeln gefunden. Martina erzählt Livia, dass ihr Germanicus’ eigener Sohn Caligula dabei geholfen hat, seinen Vater zu Tode zu bringen, indem er ihn davon überzeugt hat, durch Hexerei verflucht zu sein. Piso hofft indes auf Freispruch, könnte er doch zu seiner Verteidigung die schriftlichen Mordbefehle des Kaisers veröffentlichen. Auch als ihm diese Briefe von Sejanus, dem Kommandanten der Prätorianergarde, abgenommen werden, hat er noch einen weiteren Trumpf in der Hand – einen Brief von Livia, der kein kaiserliches Sphinx-Siegel trägt und daher vor Gericht nicht der Geheimhaltung unterliegt, und den er nun droht, vor dem Senat zu verlesen. Livia droht daraufhin im Gegenzug Plancina mit Martinas Zeugenaussage. Plancina versucht nun, ihren Mann Piso dazu zu überreden, Selbstmord zu begehen – im Wissen, dass sie selbst von Livia verschont wird und sie und ihre Kinder nicht durch den ehrlosen Tod Pisos das gesamte Familienvermögen verlieren würden. Als Piso zögert, ersticht ihn Plancina. Damit endet der Prozess, und Agrippina und ihre Freunde müssen sich damit zufriedengeben, dass wenigstens „eine Art Gerechtigkeit“ (im engl. Original „some justice“) durchgesetzt wurde.
7. Gefährten der Mühsal (Queen of Heaven)