Moonraker – Streng geheim (englischer Originaltitel Moonraker) ist der elfte Film in Eons James-Bond-Reihe. Zum vierten Mal spielt Roger Moore die Hauptrolle als Geheimagent im Auftrag Ihrer Majestät.

Die Handlung lehnt sehr frei an Ian Flemings gleichnamigen Roman an: Das Verschwinden eines Raumgleiters bringt Bond auf die Spur des französisch-deutschen Großindustriellen Hugo Drax (Michael Lonsdale). Gemeinsam mit der CIA-Agentin Holly Goodhead (Lois Chiles) reist er rund um die Welt und sogar in den Weltraum, um dessen Pläne einer Herrenrasse zu verhindern.

Der Film war die erste James-Bond-Koproduktion zwischen den britischen und französischen United-Artists-Studios. Er startete am 26. Juli 1979 in den österreichischen Kinos und am 31. August 1979 in den bundesdeutschen Kinos.

Handlung Der Raumgleiter Moonraker wird entführt, während er gerade auf dem Rücken einer Boeing 747 transportiert wird. Das Transportflugzeug wird zerstört. Bond erhält den Auftrag, in den Produktionsstätten des Shuttle-Bauers Drax Industries in Kalifornien nach Ursachen für die Entführung zu suchen. Dort trifft er auf die NASA-Wissenschaftlerin Dr. Holly Goodhead, die ihm die Shuttle-Produktion und Teile der Astronautenausbildung zeigt. Er entgeht einem von Drax’ Leibwächter Chang inszenierten Mordanschlag in der Humanzentrifuge und entdeckt bei einem nächtlichen Besuch von Drax’ Büro Hinweise auf eine Glasmanufaktur in Venedig. Am nächsten Tag entgeht er einem fingierten Jagdunfall.

In Venedig angekommen, trifft er zu seinem Erstaunen Holly Goodhead wieder, die vorgibt, einen Vortrag bei der ESA halten zu wollen, und die Bonds Annäherungsversuche brüsk zurückweist. Während der Fahrt in seiner Gondel wird er durch die Kanäle Venedigs verfolgt, woraufhin er nach einer wilden Jagd die Gondel per Knopfdruck in ein Luftkissenfahrzeug verwandelt und über den Markusplatz entkommen kann.

Nachts dringt Bond in die Glasbläserei ein und findet ein geheimes Laboratorium vor, in dem zwei Mitarbeiter Behälter mit Phiolen bestücken, in die zuvor eine Flüssigkeit gefüllt wurde. Bond entwendet eine der Phiolen. Als er sich zurückzieht, zerbricht eine weitere Phiole und ein Gas wird freigesetzt. Daraufhin wird hinter Bond das Labor automatisch versiegelt und die beiden Mitarbeiter sterben durch das giftige Gas, doch die Laborratten überleben den Vorfall. Er entdeckt, dass die Giftbehälter nach Rio de Janeiro transportiert werden sollen. Kurz darauf wird er von Chang angegriffen und kann ihn aus dem Uhrturm in die Tiefe stoßen. Er besucht Holly und stellt fest, dass diese für die CIA arbeitet und ebenfalls die Entführung des Moonrakers untersuchen soll.

Am nächsten Tag will Bond seinem Vorgesetzten M und dem britischen Verteidigungsminister das Labor zeigen. Dies gerät jedoch zur Blamage, da das Labor über Nacht in ein Büro umgebaut worden ist und alle Spuren des Vorfalls vom Vortag beseitigt sind. Als Bond und seine Begleiter mit Gasmasken eintreten, empfängt sie ein sich überrascht gebender Drax. Bond wird offiziell vom Fall abgezogen. Als er M zum Beweis die Phiole mit der Flüssigkeit aus dem Labor überreicht, schickt dieser ihn inoffiziell nach Rio.

Im Karnevalstrubel von Rio wird Bond von Drax’ neuem Leibwächter Beißer angegriffen, kann jedoch mit seiner Begleiterin Manuela entkommen. Auf der Aussichtsplattform des Zuckerhuts trifft er Holly wieder. Sie entdecken, dass vom Flughafen Frachtmaschinen der Drax Corporation abheben und Drax offensichtlich seine Lagerhäuser leerräumen lässt. Bei der Rückfahrt mit der Seilbahn kommt es erneut zum Kampf mit Beißer. Bond und Holly rutschen an einer über das Stahlseil geschlungenen Kette in Richtung Talstation und springen rechtzeitig ab, während hinter ihnen Beißers Gondel in das Gebäude kracht. Als Beißer sich aus den Trümmern erhebt, trifft er eine kleine blonde Frau, Dolly, in die er sich augenblicklich verliebt. Kurz darauf wird Holly von Drax’ Schergen entführt, Bond hingegen kann fliehen.

Bond erreicht das brasilianische Ausbildungslager des MI6, wo Q die Analyseergebnisse der Laborprobe präsentiert. Es handelt sich um das Extrakt einer Pflanze, das nur Menschen tötet, auf Tiere und Pflanzen jedoch keine Wirkung hat. M beauftragt Bond, sich im unteren Amazonas­gebiet umzusehen, aus dem die Pflanze stammt.

Mit einem Schnellboot durchkämmt er den Flusslauf des Amazonas. Dabei wird er angegriffen und entkommt nach einer Verfolgungsjagd mit einem Hängegleiter, während sein Boot und seine Verfolger einen Wasserfall hinunterstürzen. Er findet die Basis von Drax, in die Holly verschleppt worden ist. Er wird gefangen genommen, jedoch kann er sich und Holly befreien. Drax lässt seine Moonraker-Raumfähren nacheinander starten. Dabei können Bond und Holly, als Piloten verkleidet, in die letzte Raumfähre steigen. Zusammen mit den anderen Raumfähren steuern sie auf Drax’ geheime Raumstation zu. Dort eröffnet Drax seinen Plan, mit dem in Venedig abgefüllten Giftgas die Menschheit auszurotten. Anschließend will er mit dem Personal der Raumstation, das ihm zufolge ausschließlich aus geistig und körperlich herausragenden Menschen besteht, eine neue Menschheit mit sich selbst an der Spitze gründen. Bond kann nicht verhindern, dass Drax drei der Giftgasbehälter in Richtung Erde aussetzt. Er macht die Radar-Tarnvorrichtung unbrauchbar, sodass die Raumstation von der Erde aus sichtbar ist. Die Amerikaner starten daraufhin eine Raumfähre mit einer Einheit der US-Marines an Bord.

Nach umfangreichen Kampfhandlungen zwischen der Besatzung der Station und den Marines, in deren Verlauf Beißer sich auf Bonds Seite schlägt, nachdem er verstanden hat, dass er und seine Freundin Dolly beseitigt werden sollen, da sie nicht den Vorstellungen von Drax‘ perfekter Menschenrasse entsprechen können, wird Bond von Drax gestellt. Bond schießt auf Drax mit einem Giftpfeil aus seiner Armbandwaffe und befördert ihn in den Weltraum. Die Station bricht nach und nach auseinander, weshalb sich die Marines zurückziehen. Beißer ermöglicht Bond und Holly, mit einer intakten Raumfähre zu entkommen, die mit einem Laser ausgerüstet ist. Er und Dolly werden von den Marines gerettet, während Bond und Holly die Giftgasbehälter verfolgen. Im letzten Moment können sie die Behälter abschießen, bevor sie die Erde vergiften können. Abschließend kommen sich die beiden in der Schwerelosigkeit der Raumfähre näher. Als ihre Vorgesetzten sich per Videokonferenz zuschalten, unterbricht Bond die Verbindung.

Inszenierung Gadgets mini|Das Motorboot von James Bond aus dem Film mini|Rückwärtige Ansicht des Bootes

Armband mit versteckter Abschussfunktion für Gift- und Explosivpfeile (jeweils fünf Stück im Magazin enthalten) – durch Nervenimpulse der Hand auslösbar (Seiko SFX003) Safe-Knack-Gerät mit Röntgenfunktion im Zigarettenetui Armbanduhr, die Mini-Sprengstoff und einen Zünder enthält (Seiko M354) Minikamera mit „007“-Gravur Luftkissengondel, genannt Bondola Laserwaffen Ein mit Wasserminen, Torpedos und einem Drachengleiter ausgestattetes Motorboot (Typ Carlson CV23HT der Firma Glastron) Kugelschreiber mit versteckter Giftspritze Parfumflakon mit Flammenwerfer Notiz-/Tagebuch mit Pfeilschussfunktion Damenhandtasche mit Kommunikationsgerät und ausfahrender Antenne

Fahrzeuge Gondel (mit Motor und Luftkissenboot-Funktion) Seilbahn am Zuckerhut in Rio de Janeiro Q-Spezialboot mit eingebautem, abtrennbarem Segelgleiter Moonraker (Space Shuttle)

Musik Die Filmmusik wurde wieder von John Barry komponiert.

Das gleichnamige Titellied wurde von Barry komponiert, von Hal David getextet und von Shirley Bassey interpretiert. Es erreichte Platz 139 in den US-amerikanischen Charts. Während des Abspanns ist eine Disco-Fassung mit höherem Tempo zu hören.. Auf: mjnewton.demon.co.uk (englisch). Abgerufen am 8. Januar 2013.

Der Film enthält auch einige akustische Anspielungen auf verschiedene Sci-Fi-Filme. So nutzt Bond zum Beispiel, um in Venedig in das geheime Laboratorium zu gelangen, die Fünf-Ton-Sequenz (Leitmotiv) aus Steven Spielbergs Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977). Während der Zentrifugensequenz ertönt kurz ein Computersound aus Alien, und ein Mitarbeiter Drax’ spielt die ersten drei Töne von Also sprach Zarathustra (aus Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum) auf einem Jagdhorn. Beim Ritt zum „MI6-Kloster“ in Brasilien erklingt das Motiv aus John Sturges’ Western Die glorreichen Sieben.

Als Beißer und seine Freundin einander erstmals sehen, ertönt ein Ausschnitt aus der Ouvertüre Romeo und Julia von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Zusätzlich zu diesen offensichtlichen Anspielungen und unüberhörbar nimmt der Komponist während der in Venedig spielenden Szenen Anleihen bei Gustav Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie. Dieser 4. Satz erklingt immer wieder in Viscontis Tod in Venedig (1971).

Während einer Bootsverfolgungsjagd auf dem Rio Tapirapé erklingt zum fünften und Stand 2025 letzten Mal Barrys „007 Theme“.

mini|hochkant|Shirley Bassey sang den Titelsong zum Film

Dieser James-Bond-Soundtrack erschien im Jahr 1979 bei United Artists Records als letzter auf LP. In den 1980er Jahren brachte EMI eine erste CD-Pressung heraus. Nach dem 40. James-Bond-Jubiläum veröffentlichte Capitol Records im Jahr 2003 eine überarbeitete Fassung.

Titelliste der Originalauflage Main Title – Moonraker (03:11) gesungen von Shirley Bassey Space Lazer Battle (02:49) Miss Goodhead Meets Bond (02:49) Cable Car and Snake Fight (03:09) Bond Lured to Pyramid (02:07) Flight Into Space (06:31) Bond Arrives in Rio and Boat Chase (02:39) Centrifuge and Corrinne Put Down (02:37) Bond Smells a Rat (02:25) End Title – Moonraker (02:28) gesungen von Shirley Bassey

Produktion Vorproduktion Im Abspann des Vorgängers Der Spion, der mich liebte wurde der nächste Film als For Your Eyes Only angekündigt, ein Titel aus den Kurzgeschichten-Sammlungen Flemings. Nachdem im Jahr 1977 die Filme Krieg der Sterne und Unheimliche Begegnung der dritten Art sehr erfolgreich waren, entschlossen sich jedoch die Produzenten dazu, James Bond ins Weltall vorstoßen zu lassen. Der Titel wurde daraufhin von Ian Flemings drittem James-Bond-Roman Moonraker übernommen. Im Film tragen Drax’ Space Shuttles diesen Namen. For Your Eyes Only wurde später der auf Moonraker folgende Bond-Film.Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond. Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 155.

Man entschied sich dazu, mit einer französischen Produktionsgesellschaft zusammenzuarbeiten, Moonraker wurde damit zur ersten Co-Produktion in der James-Bond-Reihe.

Drehbuch Tom Mankiewicz wurde wieder ausgewählt, um gemeinsam mit dem als Regisseur vorgesehenen Lewis Gilbert eine Handlung für den Film zu entwickeln. Mankiewicz übernahm den Auftrag, wollte jedoch namentlich nicht mehr mit dem Bond-Filmfranchise in Verbindung gebracht werden, da er seine Karriere als unabhängiger Autor und Produzent vorantreiben wollte. Wie bereits üblich übernahm man auch für Moonraker lediglich den Titel des Buchs und erdachte dazu eine neue Handlung. Auch die Figur des Hugo Drax wurde übernommen, aber ebenfalls mit einem völlig neuen Hintergrund ausgestattet. Nachdem die Handlung entwickelt war, wurde Christopher Wood der Auftrag für ein darauf basierendes Drehbuch gegeben.

Einem frühen Drehbuchentwurf zufolge waren ursprünglich noch einige weitere Szenen geplant, die jedoch verworfen wurden. Einige dieser Szenen wurden jedoch in späteren Filmen in abgewandelter Form aufgegriffen und umgesetzt.

Vorspann mini|Englisches Filmlogo, wie es auch auf dem Soundtrack zu finden war