Dragon Age: Inquisition ist ein Computer-Rollenspiel des kanadischen Entwicklerstudios BioWare für Windows, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360 und Xbox One. Es ist der dritte Teil der Dragon-Age-Hauptreihe und Nachfolger zu Dragon Age 2. Das Spiel erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter die für das beste Spiel des Jahres bei den Game Awards 2014.
Handlung Die Ereignisse spielen einige Jahre nach den Begebenheiten von Dragon Age 2 und folgen unmittelbar den Romanhandlungen von Dragon Age: Zerrissen und The Masked Empire. Schauplätze sind die Reiche von Orlais und Ferelden in der Fantasywelt Thedas, die durch schwere politische und militärische Krisen erschüttert werden. Zur selben Zeit verschärfen sich auch die Auseinandersetzungen zwischen den spirituellen Eliten des Reiches, den Templern und den Magiern. Die Magier haben ihre Zirkel aufgelöst und versuchen sich so einer Kontrolle durch die Templer zu entziehen. Der Templerorden wiederum kündigt wegen der nur zauderhaften Unterstützung der ihm nahestehenden Kirche den gemeinsamen Bündnisvertrag auf, um fortan in Eigenverantwortung den flüchtigen Magiern nachzustellen. Die Auseinandersetzung wird von den beiden Konfliktparteien bis hinein nach Ferelden getragen, wobei weite Landstriche durch schwere Kämpfe verwüstet werden. Das Kaiserreich Orlais, das mächtigste Reich des Kontinents und traditioneller Gegenpol zur Magieraristokratie von Tevinter, kann nicht vermittelnd eingreifen, da sich Kaiserin Celene I der Usurpationsversuche ihres Vetters Großherzog Gaspard de Chalons erwehren muss. Zur Abmilderung der herrschenden chaotischen Zustände bemüht sich einzig die Kirche des Erbauers um Friedensverhandlungen zwischen den Templern und Magiern. Es gelingt dem Oberhaupt der Kirche, der Göttlichen Justinia V, die verfeindeten Parteien zu einem Friedenskonklave zu bewegen. Noch während sich die Gesandten im Frostgipfel-Gebirge zu Verhandlungen treffen, ereignet sich dort eine gewaltige magische Explosion. Sämtliche Unterhändler und Würdenträgerinnen der Kirche kommen dabei ums Leben. Zudem entsteht die sogenannte Bresche, die den schützenden Schleier zwischen Thedas und der Dimension des Nichts, der Welt der Dämonen, lüftet. Durch weitere sich in Folge vielerorts öffnende kleinere Dimensionsrisse strömen Heerscharen todbringender Dämonen nach Thedas. Noch während sich die Fraktionen für die Explosion gegenseitig die Schuld zuweisen, flammen die Kämpfe heftiger wieder auf als jemals zuvor.
Aus den Trümmern der Explosion tritt nun der Spielercharakter hervor. Sein wundersames Überleben ruft jedoch Misstrauen hervor. Es scheint zunächst unklar, ob er an der Herbeiführung der Explosion beteiligt war oder ob er von Andraste, der lang verstorbenen Prophetin des Erbauers, gesandt wurde, um den Bewohnern Thedas' im Kampf gegen die Dämonen beizustehen. Denn der Spielercharakter besitzt seit seinem Auftauchen aus der Bresche ein magisches Leuchtmal, mit dem sich die Dimensionsrisse schließen lassen. Gemeinsam mit Cassandra Penthagast, der rechten Hand der Göttlichen Justinia V, und weiteren Unterstützern beginnt er mit dem Wiederaufbau der Inquisition, einer Vorgängerorganisation des Templerordens, um nationenübergreifend dem Kampf gegen die dämonischen Invasoren zu organisieren. Der Spielercharakter wird in die Position des Inquisitors und damit des Anführers erhoben. Zu Beginn sind die Ressourcen der Inquisition noch begrenzt, sodass der Spieler vor allem Ressourcen und Verbündete finden muss. Dabei muss er sich des Öfteren auch für bestimmte Seiten entscheiden, was Auswirkungen auf die Erzählung hat, etwa ob er die Templer oder die Magier als Verbündete wählt. Der Inquisitor erfährt vom tevinteranischen Geheimbund der Venatori, die unter Führung des sogenannten Ältesten hinter der Dämoneninvasion zu stehen scheinen. Es gelingt ihm, weiterhin Details ihres Kriegsplanes zu enthüllen.
Nach den ersten Erfolgen wird die Inquisition in ihrem provisorischen Lager von der Dämonenarmee überraschend angegriffen. Dabei gibt sich der Älteste als Corypheus zu erkennen. Corypheus zählte zu den tevinteranischen Magistern, die einst versuchten, den Erbauer herauszufordern und dadurch zur dunklen Brut wurden, die Thedas seither bedroht (vgl. Handlung von Dragon Age: Origins). Nach Jahren der Gefangenschaft und anschließender Befreiung durch Hawke, den Champion von Kirkwall (vgl. Handlung des DLC Das Vermächtnis zu Dragon Age 2), ist Corypheus' Ziel auch weiterhin der Aufstieg zu einem Gott. Unter schweren Verlusten zieht sich die Inquisition zurück und findet Zuflucht in der leerstehenden Himmelsfeste. Mit dem Wissen um Corypheus' Pläne kann der Inquisitor dessen Bemühungen, die Länder Thedas' noch stärker ins Chaos zu stürzen, erfolgreich durchkreuzen.
Charaktere Das Spiel ist vollvertont, die deutsche Version vollständig lokalisiert. Für den Hauptcharakter des Inquisitors stehen in jeder Sprache zwei Stimmen pro Geschlecht zur Auswahl. Während in der englischen Fassung jeweils eine Stimme Britisch-Englisch und Amerikanisch-Englisch spricht, verkörpern sie im Deutschen wahlweise einen jungen oder einen älteren Helden. Die deutsche Synchronisation entstand von November 2013 bis Juli 2014 beim Berliner Unternehmen Globaloc. Der Umfang betrug rund eine Million Wörter und über 900 Rollen, die mit über 200 Sprechern umgesetzt wurden.
Charakter Rasse Geschlecht Klasse Englischer Sprecher Deutscher Sprecher Beschreibung Inquisitor wählbar(Mensch, Elf,Zwerg, Qunari) männlich wählbar(Krieger, Schurke, Magier) Spielercharakter, britisch-englisch bzw. jüngerer männlicher Held männlich Spielercharakter, amerikanisch-englisch bzw. älterer männlicher Held weiblich Spielercharakter, britisch-englisch bzw. jüngerer weiblicher Held weiblich Spielercharakter, amerikanisch-englisch bzw. älterer weiblicher Held Blackwall Mensch männlich Krieger Alastair Parker Begleiter, Grauer Wächter Cassandra Pentaghast Mensch weiblich Krieger Begleiter, rechte Hand der Göttlichen Cole Geist (Mensch) männlich Schurke Begleiter Dorian Mensch männlich Magier Begleiter Der Eiserne Bulle Qunari männlich Krieger Begleiter Sera Elf weiblich Schurke Begleiter Solas Elf männlich Magier Begleiter Varric Tethras Zwerg männlich Schurke Begleiter Vivienne Mensch weiblich Magier Begleiter Josephine Montilyet Mensch weiblich Botschafterin und Chefdiplomatin der Inquisition Morrigan Mensch weiblich Magier Arkane Beraterin der Kaiserin von Orlais Leliana Mensch weiblich Schurke Spionagemeisterin der Inquisition Cullen Mensch männlich Krieger Hauptmann der Inquisition Alistair Mensch männlich Krieger König von Ferelden / Grauer Wächter (Abhängig von Entscheidungen die in Dragon Age: Origins getroffen wurden.) Corypheus/Der Älteste Mensch/dunkle Brut männlich Magier Antagonist, einer der alten Magistri, die einst in die Goldene Stadt eindrangen und zur Dunklen Brut wurden
Spielprinzip Kampagne Dragon Age: Inquisition ist wie seine Vorgänger ein gruppenbasiertes Rollenspiel. Der Spieler erstellt im Rahmen der Kampagne zunächst eine Spielfigur (engl. character) niedrigster Spielstufe mit auszuwählenden Eigenschaften wie Geschlecht (männlich/weiblich), Rasse (Mensch, Elf, Zwerg, Qunari) und Klasse (Krieger, Schurke, Magier – jeweils drei zusätzliche Spezialisierungen wählbar). Hinzu kommen neun mögliche Begleitfiguren, aus denen sich der Spieler eine ihn unterstützende Gruppe (engl. party) zusammenstellen kann.
Das Spiel wird in Third-Person-Perspektive präsentiert. Die Steuerung der Spielfigur erfolgt wahlweise entweder mit Maus und Tastatur oder einem Spielecontroller, wobei die grafische Benutzeroberfläche des Spiels je nach gewähltem Gerät entsprechend angepasst wird. Die Figur kann im Rahmen der topographischen Möglichkeiten frei bewegt werden, wobei erstmals in der Seriengeschichte zur schnelleren Fortbewegung Reittiere zur Verfügung stehen. Die zu erkundenden, örtlich begrenzten Gebiete unterschiedlicher Schwierigkeitsstufe (engl. level) sind im Vergleich zu den Vorgängertiteln deutlich ausgedehnter.
Die am Anfang der Kampagne freizuspielende zentrale Anlaufstelle des Spiels ist die Festung Himmelsfeste (engl. Skyhold Fortress), das Hauptquartier der Inquisition. Mithilfe des dort befindlichen Kartentisches (eng. war table) gibt der Spieler Anweisungen zur Vorgehensweise ihm unterstellter Einheiten und Unterstützer der Inquisition. Auf diese Weise werden dem Spieler beispielsweise neue Regionen zugänglich gemacht, die er anschließend im Rahmen von weiteren Kampagnenmissionen erkunden oder bereisen kann. Dabei erzielte Erfolge eröffnen wiederum neue Handlungsmöglichkeiten im militärischen oder diplomatischen Bereich für den Kartentisch. Auch nach dem Abschluss der Kampagne kann die Spielwelt weiter erkundet und verbliebene Aufträge erfüllt werden.
Mehrspieler-Modus Neben dem Einzelspieler-Modus gibt es erstmals in der Seriengeschichte einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Er ist eigenständig zur Kampagne. Der Mehrspieler-Modus besteht aus Missionen, die sich in fünf Abschnitte unterteilen. In diesen Abschnitten müssen alle Gegner besiegt werden, wobei der letzte Abschnitt immer einen Bossgegner enthält. Zwischen den Kampfabschnitten liegen Erholungsbereiche, in denen beispielsweise gefallene Mitspieler wiedererweckt werden. Zum erfolgreichen Abschluss der Mission muss mindestens ein Mitspieler die Mission überleben. In den Missionen können Gold und Materialien gefunden werden, mit denen sich in der den Missionen vorgeschalteten Multiplayer-Lobby in Form von Schatzkisten neue Ausrüstungsgegenstände kaufen lassen oder per Handwerkfunktion hergestellt werden können. Neben den im Spiel gefundenen Wertgegenständen und Materialien kann der Spieler auch durch Echtgeldeinsatz in Form von Mikrotransaktionen an neue Gegenstände herankommen. Anders als in der Kampagne erstellt der Spieler keinen eigenen Charakter, sondern greift auf mehrere vorgefertigte Archetypen zurück, von denen zu Beginn drei freigeschaltet sind. Weitere Archetypen können ähnlich wie die Ausrüstungsgegenstände im weiteren Verlauf erworben und freigeschaltet werden. Wie in der Kampagne sammeln die Archetypen während des Einsatzes Erfahrung, wodurch sie im Charakterlevel aufsteigen und verbessert werden können. Die Obergrenze liegt bei Level 20, im Anschluss daran können die Figuren jedoch noch durch das sogenannte Prestige weitere Boni sammeln.
Entwicklung Verlauf Die Grundlagen zu Dragon Age: Inquisition wurden durch ein internes Projekt mit dem Arbeitstitel Blackfoot gelegt, das noch vor Veröffentlichung von Dragon Age 2 in Entwicklung war. Es basierte bereits auf der Frostbite-Engine und sollte ein reiner Mehrspieler-Titel werden. Offiziell wurden die Arbeiten an einem dritten Teil der Dragon-Age-Reihe erstmals im Mai 2011, zwei Monate nach Veröffentlichung von Dragon Age 2, durch eine Twitter-Nachricht von BioWares Creative Lead Allistair McNally angedeutet. Im März 2012 gab BioWare schließlich bekannt, dass die Entwicklungsarbeiten an Dragon Age 2 beendet und ein ursprünglich geplantes Add-on eingestellt wurden, zugunsten der Weiterentwicklung der Serie. Im September 2012 kündigte der Entwickler das Spiel offiziell mit dem Titel Dragon Age 3: Inquisition an, das in Zusammenarbeit der Studios BioWare Edmonton und Montreal entstehen sollte. Die Nummerierung wurde später fallen gelassen, da es sich aus Entwicklersicht nicht um einen direkten Nachfolger zu Dragon Age 2 handele.