Die Kirche in Schakuhnen (, der Ort hieß zwischen 1938 und 1946 Schakendorf (Ostpr.)) handelte es sich um einen 1745 errichteten schlichten Feldsteinbau. Bis 1945 war sie Gotteshaus für die Bewohner im Kirchspiel des einst ostpreußischen und heute Lewobereschnoje genannten Ortes in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)).
Geographische Lage Das heutige Lewobereschnoje liegt nordöstlich der russischen Regionalstraße R 513 Sowetsk–Myssowka (Tilsit–Karkeln) und ist über eine Stichstraße, die acht Kilometer westlich von Jasnoje (Kaukehmen, 1938 bis 1946 Kuckerneese) abzweigt, zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr.
Kirchengebäude Ein erster Kirchenbau entstand in Schakuhnen im Jahre 1697. Er bestand zunächst nur aus einer hölzernen Kapelle. Im Jahre 1745 wurde die neue Kirche gebautWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, S. 94, Abb. 387 – als eine einfache Feldsteinkirche. Erst 1855/56 wurde ein Turm mit einer Höhe von 31 Metern angebaut.
Im Kircheninnern waren Altar und Kanzel in schlichter Ausführung miteinander verbunden. An den Seitenwänden hatte man Emporen installiert. Bemerkenswert war der sechseckige Taufstein mit Stuckreliefs, die Szenen aus dem Leben Jesu (1630/40) darstellten.
Im Jahre 1803 erhielt die Kirche eine Orgel. Das Geläut bestand aus zwei Glocken, die 1702 bzw. 1855 gegossen waren.
Noch im Jahre 1929 erhielt die Kirche eine grundlegende Renovierung.
Den Zweiten Weltkrieg überdauerte die Kirche, wurde jedoch 1952/53 vom sowjetischen Militär abgerissen, um Steine für den Straßenbau zu gewinnen.
Kirchengemeinde Eine Kirchengemeinde evangelischer Konfession wurde in Schakuhnen im Jahre 1675 gegründetWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, S. 483. Noch bis 1711 gehörte sie als Filial-Gemeinde zur Kirche Ruß (der Ort heißt heute litauisch: Rusnė). Danach wurde sie selbständig mit eigener Pfarrstelle und – bis 1855 – mit der Filial-Kirche Karkeln (heute russisch: Myssowka). Ursprünglich gehörte Schakuhnen zur Inspektion Memel (heute litauisch: Klaipėda) und war zuletzt in den Kirchenkreis Niederung (Elchneiderung) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert.
Im Jahre 1925 zählte das Kirchspiel Schakuhnen 3.200 Gemeindeglieder, die in 27 Orten und kleineren Ortschaften lebten.
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung im Zusammenhang des Zweiten Weltkrieges sowie die restriktive Religionspolitik der Sowjetunion brachten das kirchliche Leben im nun Lewobereschnoje genannten Ort zum Erliegen.
Seit den 1990er Jahren liegt das Dorf im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Slawsk (die Stadt hieß bis 1945 Heinrichswalde) in der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Kirchspielorte Zum Kirchspiel Schakuhnen (ab 1938: Kirchspiel Schakendorf) gehörten bis 1945 neben dem Pfarrort noch 26 Orte, kleinere Ortschaften und WohnplätzeEin * kennzeichnet einen Schulort:
Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Abschrey Nausseden Kleindünen Priwalowka *Ackmenischken Dünen Djunnoje Perkuhnen Perekrjostnoje Baubeln Sommershöfen Obojan *Rewellen Selenzowka Girgsden Lebedjanskoje Schillgallen Hochdünen Barchany Ibenhorst, Oberförsterei Pjatichatka Schneiderende Jäkischken Obwodnoje Schudereiten Jodischken Jodingen Orlowka *Spucken Stucken Jasnopoljanka Jodraggen Staldszenab 1936: Staldschen Dimitrowo Katrinigkeiten Schorningen Thewellen Tewellen Kerschkallen, Försterei Topolewo Tirkseln Kleeburg Labben Nowosjolki Tumstallis Lebbeden Friedeberg (Ostpr.) Valtinkratsch Valtinhof Tscherjomuchowo Luttken Moskowskoje * Wieszeiten1938–38: Wiescheiten Kleinsommershöfen Moskowskoje
Pfarrer (1711–1945) In den Jahren der Eigenständigkeit der Kirchengemeinde Schakuhnen waren hier als evangelische Geistliche tätigFriedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 132–133:
Johann Klemm. 1711–1730 Johann Friedrich Korte, 1731–1768 Andreas Lux, 1769–1806 Johann Wilhelm Erdmann, 1803–1823 Friedrich August Prellwitz, 1824–1842 Friedrich Ludwig Ferdinand Muellner, 1843–1851 Johann Wilhelm Hassenstein, 1851–1889 Hermann Cölestin Georg Ebel, 1890–1901 Heinrich Endrulat, 1901–1904 Ernst Bleiweiß (Vikar), 1904 Karl Gustav F. Wessolleck, 1905–1909 Moritz Arthur Scheduikat, 1909–1911 Christoph Lepenies, 1912–1931 Erich Klinger, 1931–1933 Kurt Mickeluhn, 1937–1945
Kirchenbücher Von den Kirchenbüchern der Kirche Schakuhnen haben sich als Verfilmungen erhalten und werden im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig aufbewahrtSchakuhnen GenWiki: Taufen: 1702 bis 1761, 1764 bis 1874 Trauungen: 1687 bis 1763, 1766 bis 1874 Begräbnisse: 1696 bis 1710, 1736 bis 1748, 1755 bis 1761 und 1766 bis 1874.
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1740er Jahren Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Kirchengebäude (lutherisch) Kategorie:Kirchengebäude der Kirchenprovinz Ostpreußen Kategorie:Kirchengebäude in der Oblast Kaliningrad Kirche Schakuhnen Kategorie:Rajon Slawsk Schakuhnen