Lewobereschnoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Slawsk im Rajon Slawsk.

Geographische Lage Die Ortschaft liegt 16 Kilometer südlich der einstigen Kreisstadt Heydekrug (heute litauisch: Šilutė) und 22 Kilometer nordwestlich der jetzigen Rajonshauptstadt Slawsk (Heinrichswalde) und ist über eine Stichstraße im Abzweig von der Regionalstraße 27A-034 (ex R513) westlich von Jasnoje (Kaukehmen, 1938 bis 1946 Kuckerneese) zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr, seit die Bahnstrecke Brittanien–Karkeln (Schtscheglowka–Myssowka) der Niederungsbahn (Elchniederungsbahn) aufgegeben worden ist.

Geschichte Das Schaknunen genannte kleine DorfD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schakendorf wurde 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Schakuhnen/Schakendorf, der zum Kreis Heydekrug im Regierungsbezirk Gumbinnen in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 1. Juli 1922 wurde der Amtsbezirk vom Kreis Heydekrug in den Kreis Niederung (ab 1939: „Kreis Elchniederung“) umgegliedert, zu dem er bis 1945 gehörte. Am 3. Juni 1938 wurde der Ort in „Schakendorf (Ostpr.)“ umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort im Sommer 1945 zusammen mit dem nördlichen Ostpreußen unter sowjetische Verwaltung gestellt und erhielt 1947 die russische Bezeichnung Lewobereschnoje, deutsch etwa „Ort am linken Ufer“, offensichtlich in Bezug auf die Lage an der Memel.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR vom 17. November 1947: Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad) Zunächst wurde der Ort in den Dorfsowjet Jasnowski selski Sowet eingeordnet und im Jahr 1950 dann selber Sitz eines Dorfsowjets.Information auf Nach Auflösung dieses Dorfsowjets im Jahr 1965 gelangte der Ort in den Prochladnenski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Lewobereschnoje zur Landgemeinde Jasnowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Slawsk.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 392 1925 386 1933 401 1939 368 2002 195 2010 159

Amtsbezirk Schakuhnen/Schakendorf (bis 1945) Zum Amtsbezirk Schakuhnen gehörten anfangs neun Gemeinden, am Ende waren es noch sieben: Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Jodischken Jodingen Orlowka Luttken Moskowskoje 1938 nach Jägerhöh eingegliedert Perkuhnen Perekrjostnoje Schakuhnen Schakendorf (Ostpr.) Lewobereschnoje Schillgallen Hochdünen Barchany Schneiderende Schudereiten 1938 nach Jägerhöh eingegliedert Staldszen,ab 1936: Staldschen Dimitrowo 1938 nach Jägerhöh eingegliedert Wieszeiten1936–38: Wiescheiten Kleinsommershöfen Moskowskoje

Am 1. Januar 1945 bildeten den Amtsbezirk Schakendorf nur noch die Gemeinden Hochdünen, Jägerhöh, Jodingen, Kleinsommershöfen, Perkuhnen, Schakendorf und Schneiderende.

Lewobereschenski selski Sowet 1950–1965 Der Dorfsowjet Lewobereschenski selski Sowet (ru. Левобереженский сельский Совет) wurde im Oktober 1950 eingerichtet. Vermutlich im Jahr 1965 wurde der Dorfsowjet wieder aufgelöst und an den neu gebildeten Prochladnenski selski Sowet angeschlossen. Vermutlich gehörten folgende Orte, die vorher zum Jasnowski selski Sowet gehört hatten, zu diesem Dorfsowjet:

Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung Barchany (Барханы) Schillgallen, 1938–1945: „Hochdünen“ 1950 Borowoje (Боровое) Skirwieth 1950 Dimitrowo (Димитрово) Staldszen/Staldschen, 1938–1945: zu „Jägerhöh“ 1950 Djunnoje (Дюнное) Ackmenischken, 1938–1945: „Dünen“ 1950 Jasnopoljanka (Яснополянка) Spucken, 1938–1945: „Stucken“ 1947 Krugloje (Круглое) Lebbeden, 1938–1945: „Friedeberg“ 1950 Lebedjanskoje (Лебедянское) Girgsden 1947 Lewobereschnoje (Левобережное) Schakuhnen, 1938–1945: „Schakendorf“ 1947 Moskowskoje (Московское) Wieszeiten/Wiescheiten, 1938–1945: „Kleinsommershöfen“ 1947 Myssowka (Мысовка) Karkeln 1947 Nowosjolki (Новосёлки) Labben 1950 Obraszowo (Образцово) Katrinigkeiten, 1938–1945: „Schorningen“ 1950 Obwodnoje (Обводное) Jäkischken 1950 Orlowka (Орловка) Jodischken, 1938–1945: „Jodingen“ 1950 Perekrjostnoje (Перекрёстное) Perkuhnen 1950 Pjatichatka (Пятихатка) Kol. Ibenhorst 1950 Primorskoje (Приморское) Fh. Ibenhorst 1950 Priwalowka (Приваловка) Nausseden, 1938–1945: „Kleindünen“ 1947 Rasdolnoje (Раздольное) Tramischen, 1938–1945: „Trammen“ 1947 Rasliw (Разлив) Derwehlischken, seit 1932: „zu“ Kallningken 1950 Rownoje (Ровное) Ackelningken, 1938–1945: „Ackeln“ 1950 Selenez (Зеленец) Ackminge, 1938–1945: „Ibenwerder“ 1947 Seleny Mys (Зелёный Мыс) Adlig Brionischken 1947 Selenzowka (Зеленцовка) Rewellen 1947 Topolewo (Тополево) Fh. Kerschkallen, 1938–1945: „Fh. Ibenstrom“ 1950 Tscherjomuchowo (Черёмухово) Valtinkratsch, 1938–1945: „Valtinhof“ 1950 Tschistoje (Чистое) Bredschull, 1938–1945: „Kleinelchwinkel“ 1950

Als denkbar erscheint, dass in den Lewobereschenski selski Sowet auch einige Orte aus dem Saliwenski selski Sowet eingeordnet wurden, vielleicht etwa Prochladnoje. Dies muss aber zunächst offenbleiben.

Kirche Hauptartikel → Kirche Schakuhnen Kirchengebäude Bereits im Jahre 1697 entstand in Schakuhnen eine erste Kirche, zunächst eine aus Holz gebaute Kapelle. Im Jahre 1745 wurde dann ein neues Gotteshaus gebaut als schlichter Bau aus FeldsteinenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, S. 94, Abb. 387. 1855/56 wurde der Turm mit einer Höhe von 31 Metern vorgesetzt. Bemerkenswertes Ausstattungsstück war ein sechseckiger Taufstein mit Stuckreliefs aus dem Leben Jesu von 1630/40. Obwohl die Kirche den Krieg überdauert hatte, wurde sie 1952/53 abgerissen, um Straßenbaumaterial zu gewinnen.

Kirchengemeinde Eine Kirchengemeinde evangelischer Konfession wurde in Schakuhnen im Jahre 1675 gegründetWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, S. 483. Noch bis 1711 gehörte sie als Filialgemeinde zur Kirche Ruß (der Ort heißt heute litauisch: Rusnė), danach wurde sie eigenständig. Bis 1945 war sie Teil des Kirchenkreises Niederung in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Lewobereschnoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Slawsk (Heinrichswalde) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Lewobereschnoje bei bankgorodov.ru Lewobereschnoje bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Slawsk