mini|Osterfladen aus Bayern|alternativtext=Ein Osterfladen mit Mandelblatt- und Hagelzuckerverierung auf einem weißen Teller mini|Osterfladen in Bern Der Osterfladen ist ein Gebäck, das sich namentlich durch die fast allgemein übliche Form des Osterbrotes in Form von Fladen äußert, also ein eher flaches und ausgebreitetes, als erhabenes, rundes Gebäck, selten (Sachsen) viereckiges Gebäck.
Rezepttraditionen Es gibt sowohl protestantische als auch katholische Traditionen, in denen der Fladen vor dem Verzehr kirchlich geweiht wird.Brigitte
In der Schweiz, speziell in Basel, gibt es eine eigene Tradition der Osterfladen, die sich von den deutschen Varianten unterscheidet. Er enthält Reis, Semmelbrösel oder Grieß, Rosinen, Zucker, Eier, Rahm, Butter, Zucker und Mandeln, aber keine Hefe. Das erste Rezept, das dem heutigen nahe kommt, findet sich Ende des 16. Jahrhunderts im Kochbuch von Anna Wecker. Andere Rezepte, die aus dem 18. Jahrhundert aus Bern und aus dem 19. Jahrhundert aus St. Gallen überliefert sind, wurden seither von der Basler Rezeptur verdrängt.Albert Spycher: Back es im Öfelin oder in der Tortenpfann. Fladen, Kuchen, Fastenwähen und anderes Gebäck (= 186. Neujahrsblatt). Hrsg. von der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel. Schwabe, Basel 2008; zum Osterfladen S. 30–34.Osterfladen, Osterkuchen. In: Kulinarisches Erbe der Schweiz. Abgerufen am 4. Mai 2026.Schweizerisches Idiotikon. Band I. Huber, Frauenfeld 1881–1885, Spalte 1168 (Artikel Ōsterfladen).
Mittlerweile werden Osterfladen bereits deutlich vor Ostern im Handel angeboten, Schwerpunkt des Verkaufs sind die zwei Wochen vor Ostern.
Biblischer Hintergrund
Der Osterfladen ist eine christliche Reminiszenz an die Matzen – das ungesäuerte Brot – des jüdischen Pessachfestes. Die Matzen symbolisieren dabei einerseits die überstürzte Flucht der Israeliten aus Ägypten, die keine Zeit ließ, den Teig gehen zu lassen, andererseits erinnern sie an das Sklavenleben in Ägypten. Diese werden in den Passions- und Osterberichten der Evangelien erwähnt (; originaler Luthertext: „am ersten Tage der süßen Brote“) und von Paulus spirituell gedeutet . Die letzte Strophe von Martin Luthers Osterlied Christ lag in Todes Banden lautet: Wir essen vnd leben wol / yn rechten Ostern fladen Der alte saurteig nicht sol / seyn bey dem wort der gnaden Christus wil die koste seyn / vnd speysen die seel alleyn / der glawb wil keyns andern leben. – Martin Luther: Christ lag yn todes banden.Christ lag yn todes banden bei Wikisource
Siehe auch Schönberger Osterfladen Osterpinze
Weblinks Osterfladen Rezept auf der Website deutsche-staedte.de
Einzelnachweise
Kategorie:Brot Kategorie:Essen und Trinken (Ostern) Kategorie:Schweizer Küche Kategorie:Deutsche Küche