mini|Rolf Clement (2011)

Rolf Clement (* 1953 in Stuttgart) ist ein deutscher Journalist und Publizist. Er war lange Jahre Sonderkorrespondent für Sicherheitspolitik und Mitglied der Chefredaktion des Deutschlandfunks. Seit 2017 arbeitet er als freier Journalist, unter anderem für den TV-Sender Phoenix und die Fachzeitschrift Europäische Sicherheit und Technik. Er ist Lehrbeauftragter an der Hochschule des Bundes in Brühl bei Köln.

Leben Rolf Clement leistete nach dem Abitur 1972 am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Bonn von 1972 bis 1974 Wehrdienst bei der Bundeswehr. Von 1974 bis 1980 studierte er Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (ohne Abschluss). Während des Studiums war er beim Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) aktiv. Er war ferner Mitglied der Jungen Union (JU) in Bonn, zeitweise auch Europabeauftragter der Jugendorganisation der CDU.

Von 1980 bis 1984 war er als Korrespondent für die Regionalzeitungen Mannheimer Morgen, Mainzer Allgemeine, Neue Osnabrücker Zeitung, Donaukurier Ingolstadt und Flensburger Tageblatt in Bonn tätig. Von 1984 bis 1989 war er Bonner Korrespondent für den Norddeutschen Rundfunk (NDR). Außerdem war er nebenberuflich kurzzeitig Chefredakteur der Zeitschrift der Jungen Union Die Entscheidung,Gunter Hofmann: Eigenlob. In: Die Zeit. 19. Oktober 1984, Nr. 43. weshalb ihn sein Arbeitgeber nahelegte, die Chefredaktion ruhen zu lassen. Er kritisierte zuvor in dem Blatt u. a. die Kohl-Regierung. Ab 1987 war er zudem Vorstandsmitglied der Bonner Journalistenvereinigung.GA: Journalisten fordern. In: Bonner General-Anzeiger. 11. März 1987, Stadtausgabe Bonn, S. 4.

Seit 1989 ist er beim Deutschlandfunk (DLF) in Köln tätig, anfangs in der „Ost-West-Redaktion“. Von 1996 bis 2007 war er Leiter der Abteilung Hintergrund und leitender Redakteur der Sendereihe Hintergrund Politik. 2007 wurde er Mitglied der Chefredaktion des Senders und wegen der zunehmenden Bedeutung von Terrorismus, wie es hieß,Personalien: Aus den Redaktionen. In: Medium Magazin. Ausgabe 10/2007, S. 60. Sonderkorrespondent für Sicherheitspolitik. Zeitweise war er offiziell nebenbeschäftigt als Chefredakteur der Monatszeitschrift Loyal, die durch den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr herausgegeben wird.Christoph Kappes: Unbedingt abwehrbereit. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Dezember 2006, S. 17.

Er moderierte, referierte und diskutierte bei nationalen und internationalen Podiumsdiskussionen, Tagungen, Kongressen und Konferenzen u. a. des Handelsblatts,Handelsblatt-Konferenz Sicherheitsindustrie und Verteidigungsindustrie, September 2015 der Zeitschrift Europäische Sicherheit & Technik, der Deutsch Atlantischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin, der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, des Bundesamtes für Verfassungsschutz,Markus Decker: Geheimdienst wehrt sich. In: Mitteldeutsche Zeitung. 5. Mai 2015. der Bundeszentrale für politische Bildung, der Heinrich-Böll-Stiftung,Stefan Schaaf: Konferenzbericht: Der 11. September – Lessons learned?. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2011, S. 4. der Konrad-Adenauer-Stiftung,Ulrike Hospes: Veranstaltungsbeiträge: Zwischen Erinnerung und Zukunft. Symposium zum Bonn/Berlin-Beschluss vom 20. Juni 1991. Konrad-Adenauer-Stiftung, 25. Mai 2011. der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Seeheimer Kreises in der SPD,Johannes Kahrs, Sandra Viehbeck (Hrsg.): In der Mitte der Partei. Gründung, Geschichte und Wirken des Seeheimer Kreises. Mit einem Vorwort von Petra Ernstberger, Klaas Hübner und Johannes Kahrs und Grußworten von Gerhard Schröder und Annemarie Renger, Seeheimer Kreis, Berlin 2005, ISBN 3-00-016396-4, S. 62. der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, des Militärgeschichtlichen ForschungsamtesMilitärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Jahresbericht 2012/13. Mit einem Vorwort von Hans-Hubertus Mack, Potsdam 2013, S. 4. und der Katholischen Militärseelsorge.Josef König: 59. Gesamtkonferenz: „Lessons learned?“. In: Kompass. 11/14, S. 14.

Veröffentlichungen Clement veröffentlichte mehrere Beiträge in der politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte sowie in den sicherheitspolitischen Periodika Mittler-Brief, Europäische Sicherheit, Europäische Wehrkunde, Europäische Sicherheit & Technik und if – Zeitschrift für Innere Führung, aber auch in politischen Zeitschriften wie Die Politische Meinung und überregionalen Zeitungen wie Das Parlament und Rheinischer Merkur. Beiträge erschienen überdies beim Fernsehsender Phoenix beim Bayerischen Rundfunk, dem Südwestrundfunk, dem Hessischen Rundfunk und dem Schweizer Rundfunk.

Mitgliedschaften, Verbindungen zur Politik Seit mehreren JahrenMartin Sebaldt, Alexander Straßner: Verbände in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung (= Studienbücher Politisches System der Bundesrepublik Deutschland). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-13543-0, S. 159. ist er Mitglied im Beirat für Fragen der Inneren Führung im Bundesministerium der Verteidigung, dessen stellvertretender Sprecher er wurde. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaft für Sicherheitspolitik., abgerufen am 28. Januar 2018. Darüber hinaus war er Mitglied des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London und ist Mitglied der Studiengruppe Sicherheitspolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Auch begleitete er als Beobachter die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).Munich Security Conference 2013 – Observers (PDF), Münchner Sicherheitskonferenz, 2013, S. 2.

Auszeichnungen 1999: Karl-Carstens-Preis der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Rezeption Bücher Sein mit Paul Elmar Jöris vom Westdeutschen Rundfunk veröffentlichtes Werk 50 Jahre Bundeswehr, vorgestellt durch den damaligen Bundesverteidigungsminister Peter Struck,Personalien: Peter Struck. In: Der Spiegel. 6. Juni 2005, Nr. 23, S. 196. wurde 2005 etwa durch Joachim Käppner (Süddeutsche Zeitung) als „Reich mit Bildern und Dokumenten versehen, schildert ihr Werk die Geschichte der Bundeswehr sachkundig quer durch alle Teilstreitkräfte und Institutionen bis hin zur Militärseelsorge“ rezensiert. Es drücke sich aber „verlegen um Skandale herum“.Joachim Käppner: Der Geist von gestern. In: Süddeutsche Zeitung. 7. November 2005, S. 8. Nach Rainer Blasius (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sei es eine „offiziöse Bestandsaufnahme“ mit „üppig illustrierte[n]“ Kapiteln, letztlich eine „sehr informative Publikation“.Rainer Blasius: Angekoppelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. August 2005, Nr. 200, S. 6. Erwähnenswert ist, dass sich Clement und Jöris im Vergleich zu anderen Autoren „hinter den wehrmachtskritischen Traditionserlaß von 1982“ stellen.Rainer Blasius: Alte Kameraden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. September 2015, Nr. 212, S. 8. Auch der Politikwissenschaftler Markus Kaim hält in einer Fachrezension auf dem Portal für Politikwissenschaft die wichtigsten Aspekte für „systematisch erfasst und analysiert“.Markus Kaim, Rezension zu: Rolf Clement, Paul Elmar Jöris: 50 Jahre Bundeswehr. Hamburg / Berlin / Bonn 2005, In: Portal für Politikwissenschaft. pw-portal.de veröffentlicht am 1. Januar 2006.

Ein weiteres Werk, Die Terroristen von nebenan, wurde u. a.Aschot Manutscharjan: »Da müssen welche sterben«. In: Das Parlament. 4. Oktober 2010, Nr. 40.Timo Lüth, Rezension zu: Rolf Clement / Paul Elmar Jöris: Die Terroristen von nebenan. München/Zürich: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, pw-portal.de veröffentlicht am 17. Juni 2010.Marianne Quoirin: Gefährliche Nachbarschaft. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 10. Mai 2010.Marion Bacher: Bücher, kurz besprochen. In: Falter. Nr. 21/10, 26. Mai 2010, S. 14.Peter Lausmann: Der Terror aus unserer Mitte. In: Rhein-Zeitung. 10. Juni 2010, S. 7. durch den SPD-Politiker und Historiker Karsten Rudolph in der Welt am Sonntag wie folgt besprochen: „Die beiden Journalisten [...] haben eine ausgezeichnet recherchierte Reportage geschrieben, die auf ein verstörendes Ergebnis hinausläuft: ‚Der islamistische Terrorismus hatte von Anfang an eine Basis in Deutschland, er musste nicht importiert werden.‘“Karsten Rudolph: Gotteskrieger aus NRW. In: Welt am Sonntag. 2. Mai 2010, Nr. 18, S. NRW10. Das Buch entstand auf Grundlage der Prozessbeobachtung (gegen die Sauerland-Gruppe) vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Laut einer FAZ-Rezension zeichnen sie „in klarer Sprache [...] die Wege jener vier Terroristen nach“.Markus Bickel: Geschlossene Lebenskonzepte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. August 2010, Nr. 176, S. 6. Der Politikwissenschaftler und Extremismusforscher Armin Pfahl-Traughber resümierte: „Es handelt sich um eine informative und sachliche Darstellung aus journalistischer Sicht, die allerdings nur in Ansätzen analytische Einschätzungen formuliert“.Armin Pfahl-Traughber: Die Terroristen von nebenan. Humanistischer Pressedienst, 18. Mai 2010.

Sonstiges Clements Beiträge wurden in der Literatur u. a. von Ulf von Krause und Wilfried von Bredow zitiert. So schrieb Clement in dem APuZ-Aufsatz, Die neue Bundeswehr als Instrument deutscher Außenpolitik, von 2004: „Nicht alle Einsätze entsprachen der Interessenlage Deutschlands, und dort, wo die Einsätze von der Interessenlage her geboten erschienen, wurden sie abgelehnt.“Ulf von Krause: Die Afghanistaneinsätze der Bundeswehr. Politischer Entscheidungsprozess mit Eskalationsdynamik. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17855-4, S. 231 f.; ders.: Die Bundeswehr als Instrument deutscher Außenpolitik. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-00184-1, S. 195. Und in einem Kommentar zum Parlamentsbeteiligungsgesetz hieß es u. a.: „Es wird höchste Zeit, dass das Parlament die Entsendung von Soldaten in Auslandseinsätze anders regelt als bisher. Dass jetzt jeder Einsatz jedes Soldaten in Krisengebieten vom Bundestag beschlossen werden musste, hat zu manchmal eigenartigen Konsequenzen geführt.“ Er führte etwa das Beispiel von Austauschprogrammen an.Wilfried von Bredow: Das Mandat der Streitkräfte für den bewaffneten Auslandseinsatz. In: Thomas Bohrmann, Karl-Heinz Lather, Friedrich Lohmann (Hrsg.): Handbuch militärische Berufsethik. Band 2: Anwendungsfehler. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-06341-2, S. 166; ders.: Sicherheit, Sicherheitspolitik und Militär. Deutschland seit der Vereinigung (= Grundwissen Politik). Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-05332-1, S. 193.