Der Landkreis Karlsruhe ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Er gehört zum Verband Region Karlsruhe im Regierungsbezirk Karlsruhe und zur grenzübergreifenden Regio Pamina. Verwaltungssitz ist die Stadt Karlsruhe, die selbst nicht Teil des Landkreises ist.

Geographie Lage Die gesamte westliche Hälfte des Landkreises Karlsruhe liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. Im Osten des Nordteils hat das Kreisgebiet Anteil am Kraichgau. Der deutlich kleinere Südteil des Kreisgebiets hat im Osten Anteil am Nordschwarzwald. Die höchste Erhebung ist mit der Mahlberg, der tiefste Punkt liegt mit am Rhein bei Oberhausen-Rheinhausen.

Nachbarkreise Der Landkreis Karlsruhe grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rhein-Neckar-Kreis, Heilbronn, Enzkreis, Calw und Rastatt (alle in Baden-Württemberg). Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zum Land Rheinland-Pfalz, mit Ausnahme eines Teils der Insel Elisabethenwörth und des Brückenkopfs bei Germersheim, die als rechtsrheinische Gebiete zu Rheinland-Pfalz gehören. Am Rhein grenzt der Landkreis Karlsruhe an den Landkreis Germersheim, an den Rhein-Pfalz-Kreis sowie an die kreisfreie Stadt Speyer. Der Stadtkreis Karlsruhe schiebt sich wie ein Keil in das Kreisgebiet und teilt es fast vollständig in einen größeren nördlichen Teil um die Städte Bruchsal und Bretten sowie einen kleineren Südteil um die Stadt Ettlingen. Die beiden Teile sind zwischen Untermutschelbach und Kleinsteinbach () durch eine nur circa 40 Meter breite Landbrücke miteinander verbunden.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015

Naturschutz

Der Landkreis Karlsruhe besitzt folgende 43 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 27. Dezember 2024 stehen 3.680,53 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 3,39 Prozent.

Albtal und Seitentäler, 620,6 ha (davon 380,0 ha im Landkreis Karlsruhe), Stadt Ettlingen, Gemeinden Karlsbad und Malsch Allmendäcker, 40,1 ha, Stadt Rheinstetten Altrhein Kleiner Bodensee, 216,8 ha (davon 128,8 ha im Landkreis Karlsruhe), Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen Altrhein Neuburgweier, 119,6 ha, Stadt Rheinstetten Altrhein-Königsee, 11,8 ha, Gemeinde Dettenheim Apfelberg, 21,1 ha, Stadt Östringen Beim Reutwald, 4,5 ha, Stadt Kraichtal Beim Roten Kreuz, 35,7 ha, Gemeinde Ubstadt-Weiher Bruch bei Stettfeld, 96,2 ha, Gemeinde Ubstadt-Weiher Erlich, 280,6 ha, Stadt Philippsburg, Gemeinden Graben-Neudorf und Dettenheim Federbachbruch zwischen Muggensturm und Malsch, Gemeinden Malsch und Muggensturm Gewann Frankreich-Wiesental, 57,0 ha, Stadt Waghäusel Fritschlach, 86,8 ha (davon 0,2 ha im Landkreis Karlsruhe), Stadt Rheinstetten Glasbächle, Krebsbächle und Farlickwiesen, 49,8 ha, Gemeinde Malsch Greifenberg, 12,6 ha, Stadt Östringen Im oberen Haubruch, 4,5 ha, Stadt Kraichtal Kaiserberg, 7,9 ha, Stadt Bruchsal Kälberklamm und Hasenklamm, 21,1 ha, Stadt Ettlingen, Gemeinde Waldbronn Kleiner Kraichbach, 100,7 ha, Städte Östringen und Kraichtal Kohlbachtal und angrenzende Gebiete, 138,6 ha, Gemeinden Oberderdingen, Sulzfeld, Zaisenhausen Kohlplattenschlag, 49,0 ha, Gemeinde Graben-Neudorf Kraichbach- und Weiherbachaue, 118,2 ha, Stadt Kraichtal Kraichbachniederung, 48,9 ha, Stadt Kraichtal Lehmgrube am Heulenberg, 9,1 ha, Gemeinde Pfinztal Malscher Aue, 23,9 ha (davon 4,0 ha im Landkreis Karlsruhe), Gemeinde Malsch Michaelsberg und Habichtsbuckel, 49,6 ha, Stadt Bruchsal Mistwiesen, 48,9 ha (davon 37,3 ha im Landkreis Karlsruhe), Gemeinden Marxzell und Karlsbad Oberbruchwiesen, 125 ha, Gemeinde Graben-Neudorf Östringer Erlenwald, 48,2 ha, Stadt Östringen, Gemeinde Ubstadt-Weiher Pfinzquellen, 281,2 ha (davon 37,3 ha im Landkreis Karlsruhe), Gemeinden Karlsbad und Marxzell Rheinniederung zwischen Au am Rhein, Durmersheim und Rheinstetten, 261,6 ha (davon 107,4 ha im Landkreis Karlsruhe), Stadt Rheinstetten Ritterbruch, 4,6 ha, Stadt Kraichtal Rotenberg, 44,8 ha, Stadt Kraichtal Rußheimer Altrhein-Elisabethenwört, 538,0 ha, Stadt Philippsburg, Gemeinde Dettenheim Saalbachniederung, 465,8 ha, Stadt Bruchsal, Gemeinden Graben-Neudorf und Karlsdorf-Neuthard Sandgrube im Dreispitz-Mörsch, 33,8 ha, Stadt Rheinstetten Seelachwiesen, 21,1 ha, Gemeinde Kürnbach Tongrube Gochsheim, 14,6 ha, Stadt Kraichtal Ungeheuerklamm, 49,5 ha, Stadt Bruchsal, Gemeinde Weingarten Wagbachniederung, 222,5 ha, Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen Wilhelmsäcker, 27,3 ha, Stadt Stutensee Zwölf Morgen, 18,8 ha, Gemeinden Walzbachtal, Pfinztal

Geschichte Der Landkreis Karlsruhe geht zurück auf das alte Oberamt Karlsruhe, das schon bald nach Gründung der Stadt Karlsruhe 1717 errichtet wurde, jedoch erst später für einige Gemeinden außer Karlsruhe zuständig war. 1809 wurde das Oberamt Karlsruhe in ein Landamt Karlsruhe und ein Stadtamt Karlsruhe geteilt, 1865 jedoch wieder zum Bezirksamt Karlsruhe vereinigt. 1938 wurde das Bezirksamt Karlsruhe in den Landkreis Karlsruhe überführt und gleichzeitig der Stadtkreis Karlsruhe geschaffen. Seither gehört Karlsruhe nicht mehr zum Kreisgebiet, blieb jedoch stets Sitz der Kreisverwaltung.

Der Landkreis Karlsruhe kam 1945 mit dem nördlichen Teil des alten Landes Baden zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Von 1952 bis 1972 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordbaden, seit 1973 zum Regierungsbezirk Karlsruhe.

Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Karlsruhe am 1. Januar 1973 um den kompletten Landkreis Bruchsal sowie um drei Gemeinden des Landkreises Sinsheim und die Gemeinde Oberderdingen (seit November 2023 Stadt) des Landkreises Vaihingen auf seinen heutigen Umfang vergrößert. Gleichzeitig gab der Landkreis ab 1972 insgesamt sieben Orte an den Stadtkreis Karlsruhe ab.

Zuvor wurde am 1. September 1971 die Gemeinde Ittersbach aus dem Landkreis Pforzheim eingegliedert. Am 1. Januar 1972 gingen die Gemeinden Hohenwettersbach und Stupferich an den Stadtkreis Karlsruhe verloren. Am selben Tag wurde die Gemeinde Neudorf aus dem Landkreis Bruchsal aufgenommen. Aus demselben Landkreis folgte Neibsheim am 1. März 1972. Es wurde in die Stadt Bretten eingegliedert. Am 1. April 1972 nahm der Landkreis Karlsruhe die aus dem Landkreis Rastatt stammende Gemeinde Waldprechtsweier auf, die am selben Tag in die Gemeinde Malsch eingegliedert wurde.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis noch 32 Gemeinden, darunter mittlerweile 10 Städte und hiervon wiederum 6 Große Kreisstädte (Bretten, Bruchsal, Ettlingen, Rheinstetten, Stutensee und Waghäusel). Größte Stadt ist Bruchsal, kleinste Gemeinde ist Zaisenhausen. In Bruchsal befindet sich eine Außenstelle des Landratsamts.

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Karlsruhe (Datenquelle: Zensus 2011)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner 31. Dezember 1973 351.172 31. Dezember 1975 349.856 31. Dezember 1980 359.053 31. Dezember 1985 362.057 25. Mai 1987 ¹ 366.141 31. Dezember 1990 380.713 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 405.795 31. Dezember 2000 419.555 31. Dezember 2005 429.603 31. Dezember 2010 432.271 31. Dezember 2015 435.841 31. Dezember 2020 446.852

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 34,9 % der Einwohner katholisch, 24,4 % evangelisch, und 40,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 13. August 2024

Politik

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag Die Mitglieder des Kreistags werden von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt, jeweils gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen. Nach der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 hat der Kreistag 93 Mitglieder; insgesamt führte die Wahl zu folgendem ErgebnisLandkreis Karlsruhe, 6. Juni 2019: Kreistagswahl 2019, Endgültiges Wahlergebnis, und 6. Juni 2019: ; abgerufen am 13. Juli 2019: Zum Vergleich: Kreistagswahl 2019 Partei/Wählergruppe Sitze +/−*** CDU 26 − 9 FW 16 − 1 SPD 15 − 4 GRÜNE 14 + 3 FDP 5 + 1 AfD 5 + 5 Junge Liste (JL) 2 + 2 Die Linke 2 + 1 Für Ettlingen/FW Ettlingen* 2 ± 0 ULi** 1 + 1 * 2014–2019: Unabhängige/FE.     ** Unabhängige Liste Philippsburg     *** Unterschied zur Wahl 2014

Landrat mini|hochkant|Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Badenwerk AG diente vor seinem Abriss als Landratsamt. An seiner Stelle entsteht seit 2024 ein Neubau. Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Landamts/Bezirksamtes/Landkreises Karlsruhe seit 1810: 1810–1822: Christoph Eisenlohr 1822–1844: Carl Friedrich von Fischer 1844–1864: Wilhelm Bausch 1864–1874: Carl von Neubronn 1874–1894: Friedrich von Preen 1894–1899: Heinrich von Bodman 1899–1906: Adolf Föhrenbach 1906–1912: Hans von Krafft-Ebing 1912–1918: Otto Seidenadel 1919–1920: Heinrich Hebting 1920–1926: Alexander Schaible 1926–1932: Karl Baur 1932–1945: Theodor Wintermantel 1945: Anton Kaufmann (provisorisch) 1945: Fritz Strauss (kommissarisch) 1945–1946: Alfred Neff (kommissarisch) 1946–1971: Joseph Groß 1971–1997: Bernhard Ditteney 1997–2007: Claus Kretz seit 2007: Christoph Schnaudigel (CDU)

Wappen und Flagge Das Wappen des Landkreises Karlsruhe zeigt in geviertem Schild: 1 in Gold ein roter Schrägbalken, 2 in Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, 3 schräggerautet von Silber und Blau, 4 in Gold drei schräglinks liegende schwarze Hirschstangen übereinander (Wappen-Verleihung 31. August 1973).

Die vier Teile symbolisieren die Wappensymbole der vier früheren Herrschaften, die sich das Kreisgebiet bis 1803 teilten: die Markgrafen von Baden (Schrägbalken), das Hochstift Speyer (Kreuz), die Kurpfalz (Rauten) und das Herzogtum Württemberg (Hirschstangen). mini|Früheres Wappen des Landkreises Vor der Kreisreform hatte der frühere Landkreis Karlsruhe ein anderes Wappen. Es zeigte in gespaltenem Schild vorn in Gelb einen roten Schrägbalken, hinten in Blau über einem gesenkten silbernen Wellenbalken ein silbernes Atomsymbol. Das Wappen wurde dem Landkreis Karlsruhe am 25. Januar 1961 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Der rote Schrägbalken ist das frühere badische Landeswappen und zeigt damit an, dass das Gebiet zum Kernland Badens gehört. Der Wellenbalken symbolisiert den Rhein, die westliche Grenze des Landkreises und das Atomsymbol sollte auf das in der Gemeinde Leopoldshafen bestehende Kernforschungszentrum Karlsruhe hinweisen. Die Farben Blau und Silber (Weiß) wurden dem kurpfälzischen Wappen der Wittelsbacher entnommen, da einige Gemeinden des Kreises früher zur Kurpfalz gehörten.

Die Flaggenfarben des Landkreises Karlsruhe sind Rot-Gelb.

Partnerschaften : Grafschaft Gwent in Wales seit 1978. (1996 wurde die Grafschaft Gwent durch eine Verwaltungsreform aufgeteilt. Die Partnerschaft wird seither mit den Distrikten Monmouthshire und Torfaen weiter geführt.) : Landkreis Döbeln seit 1990 : Region Scha’ar HaNegev seit 1992

Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Karlsruhe Platz 47 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.

Verkehr Fernstraßen