Friedrich „Fritz“ Leinung (* 8. Januar 1934 in Emmerich; † 10. Juli 2015 in Kleve) war ein deutscher römisch-katholischer Priester in Kleve. Er setzte sich für die Versöhnung mit den Niederlanden, Polen und England nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Leben

Leinung wurde als Sohn des Rheinschifffahrtsspeditionsleiters Friedrich Leinung und seiner Frau Agnes, geb. van Beek, geboren. Nach der Rückkehr der Familie aus der Evakuierung in Thüringen besuchte er bis 1955 das Gymnasium in Emmerich und studierte katholische Theologie in Münster und München. Nach der Priesterweihe im Jahr 1961 war er als Kaplan in Dinslaken, Beckum und Kleve tätig, dann als Repetent im Borromäum Münster. Von 1974 bis zur Emeritierung im Jahr 2003 war er Pfarrer an der Klever Unterstadtkirche (Minoritenkirche).

Als Pfarrer der Unterstadtkirche in Kleve setzte sich Leinung für die Versöhnung mit den Niederlanden, des von Leinung gegründeten deutsch-niederländischer Vereins; abgerufen am 12. Juli 2015., PolenKazimierz Smigiel: Adalbert von Prag, Patron in Polen. In: Stefan Samerski, Krista Zach (Hrsg.): Die Renaissance der Nationalpatrone: Erinnerungskulturen in Ostmitteleuropa im 20./21. Jahrhundert. Böhlau Verlag Köln, 2007; ISBN 978-3-412-20004-6; S. 74–75, erste Kontakte nach Polen auf kirchlicher Ebene 1980. und EnglandRay Hamley: Predigt in der Pfarrkirche St. John the Baptist, Epping: Ein englischer Bomberpilot bittet die Unterstadtgemeinde um Vergebung. ein. Diese Versöhnungsarbeit fand in der Region, in ganz Deutschland und darüber hinaus Beachtung, etwa am 8. Mai 1985 in der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bei der Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages:

Er gründete die Klosterpforte, eine Selbsthilfeeinrichtung von Obdachlosen, Drogensüchtigen und psychisch Kranken an der Unterstadtkirche in Kleve.Homepage von „Klosterpforte Kleve“. Abgerufen am 12. Juli 2015.

Seine Publikationen zur Stadtgeschichte und Geschichte der Region beleuchten religiöse Toleranz als alte Klever Tradition.

Nach seiner Emeritierung 2003 lebte Leinung zunächst in EmmerichWolfgang Hoppe: Emmerich: Doppeltes Jubiläum. Rheinische Post, 24. Januar 2010; abgerufen am 12. Juli 2015., später wechselte er in das Seniorenzentrum Herz-Jesu-Kloster in Kleve, wo er am 10. Juli 2015 starb.Tim Tripp: Pastor Fritz Leinung ist verstorben., lokalkompass.de, 10. Juli 2015, abgerufen am 10. Juli 2015.

Ehrungen

Ehrenbürgerwürde der Stadt Kleve (2001)Marc Cattelaens: Unsere Besten – 5: Fritz Leinung – der Brückenbauer von Kleve. Rheinische Post, 11. Oktober 2011; abgerufen am 12. Juli 2015. Ritterkreuz des polnischen Verdienstordens für seine Verdienste um die Aussöhnung mit Polen (2002)

Schriften

Im Chor der Heiligen und Unheiligen. Eine Besichtigung des Chorgestühls der Klever Minoriten anläßlich des 700. Jahrestages ihrer Ankunft. Eigenverlag (Druck Rudolf Bosch), Kleve 1985 Wege zueinander: Gemeinde unterwegs im Dienst der Versöhnung, aufgeschrieben anläßlich des 750. Jahrestages der Unterstadtkirche. Eigenverlag (Druck Rudolf Bosch), Kleve 1991 Wolfgang Krebs, Friedrich Leinung: Religionsgemeinschaften in Kleve. Ein geschichtlicher Überblick. Verlag für Kultur und Technik, Kleve 1994, ISBN 3-924637-18-0 Die Barbarin. Die Geschichte der Adela von Elten. 2. Auflage, Verlag für Kultur und Technik, Kleve 1996, ISBN 3-924637-19-9 Klever Spurensuche. In Paris, in Rom, in Brüssel, in London, in Berlin, in Den Haag, sowie in der Geschichte europäischer Dynastien. G. W. Bösmann, Kleve 1999 Kleve. Bildband (Bilder von Hans-Ulrich Kreß), Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2003, ISBN 3-934572-87-1 Ray Hamley und die Anrufe von oben. Verlag für Kultur und Technik, Kleve 2005, ISBN 978-3-924637-39-2 Gemeinsame Wege auf den Spuren europäischer Geschichte. 1982–2007: 25 Jahre polnische Gemeinde an der Klever Unterstadtkirche. Boss, Kleve 2007, ISBN 978-3-89413-272-9 Friedrich Leinung, Elke Lehnen, Michiel van der Mey: Treffpunkt Klosterpforte. Randgruppen und die Pfarrgemeinde. 160 Seiten, Kleve 2011

Einzelnachweise

Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (21. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Pax Christi) Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Christliche Literatur Kategorie:Essay Kategorie:Ehrenbürger von Kleve Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Polen (Ritter) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann