Eine Self-Publishing-PlattformSuchergebnis „Self-Publishing Plattform“ im Börsenblatt. ist ein über ein Online-Portal im Internet agierendes Unternehmen (oder auch Teil eines Unternehmens), das nach Schließen eines Werkvertrags umfängliche Dienstleistungen für die Selbstpublikation (englisch: Self-publishing) von Büchern als Druckerzeugnis, als E-Book oder in Teilen auch von anderen Publikationsmedien anbietet.

Geschichte Als einer der Vorläufer von Self-Publishing-Plattformen können vielleicht die seit etwa 2000 im Internet eingerichteten Autoren- oder Literaturplattformen gelten, auf denen unbekannte Autoren z. T. gratis ihre Texte ins Netz und in den Foren der Portale zur Diskussion stellen können. In einigen der Autorenplattformen wird nunmehr auch auf in Self-Publishing-Plattformen erstellte Buchveröffentlichungen hingewiesen.

Seit etwa 2010 treten im deutschsprachigen Raum auch Dienstleistungsunternehmen für selbstveröffentlichte Publikationen u. a. mit der Selbstbezeichnung oder der Charakterisierung als „Self-Publishing Plattform“ auf, einige von ihnen auch in mehreren Ländern gleichzeitig. Erste Unternehmen dieser Art gab es bereits ab etwa 2000 in den USA (siehe Abschnitt Geschichte unter CreateSpace.com) u. a. mit der Selbstbezeichnung „Independent Publishing Platform“.

Technische Voraussetzungen für dieses Geschäftsmodell sind das Book- bzw. Print-on-Demand-Verfahren und E-Books. Insbesondere die im Verbund damit erweiterten Vertriebs- und Kommunikationsmöglichkeiten des Internets führten zu einem generellen Wandel auf dem Buchmarkt.

Allgemeines Digitaldienstleister – eigentlich Dienstleister für DigitalmedienproduktionBegriff Digitalmedienproduktion eingeführt im Ausbildungshinweis zum Geprüften Medienfachwirt Digital. ZAW Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig GmbH, abgerufen am 8. März 2014. – bieten als Online-Plattformen für Self-publishing die Erstellung von Selbstpublikationen an. Sie positionieren sich schwerpunktmäßig als Hersteller von Buchpublikationen im Book-on-Demand-Verfahren oder als E-Book, zuweilen aber auch noch parallel dazu im Offset-Druck-Verfahren. Sie setzen bei den Kostenvoranschlägen für ihre Angebote auf Transparenz sowie auf ein vergleichsweise faires Preis-Leistungs-Verhältnis für ihre Basisangebote zur Erstellung eines Buchtitels.Die Self Publishing-Revolution?! verlagederzukunft.de.Vor- und Nachteile von Self-Publishing. RP Online, 24. Oktober 2013.Zum Geschäftsmodell der Self-Publishing-Plattformen siehe auch die Initiative , die von der Verlagsgruppe Monsenstein und Vannerdat unter Beteiligung u. a. von Sandra Uschtrin ins Leben gerufen wurde.Was bringt Ihnen Book-on-Demand? HAF Hamburger Akademie für Fernstudien; „Book-on-Demand-Unternehmen bieten Ihnen als Autor und Selbstverleger Vorteile, aber auch Nachteile gegenüber anderen Verlagsmodellen.“ Die Angebote sind wegen unterschiedlicher Berechnungsverfahren oft schwer zu vergleichen.

Abgrenzungen Self-Publishing-Plattformen sind keine: Buchverlage im „traditionellen“ Sinne bzw. Publikumsverlage. Diese definieren sich gerade dadurch, dass sie mit ihren Autoren einen Verlagsvertrag (z. B. in Deutschland nach Verlagsgesetz) schließen sowie das gesamte unternehmerische Risiko übernehmen und demzufolge von ihren Autoren auch keinerlei Zahlungen einfordern.

Zuschussverlage bzw. Selbstkostenverlage, die zwar ähnliche Dienstleistungen für Selbstpublikationen leisten wie Self-Publishing-Plattformen, jedoch dennoch als Verlag auftreten, dem Wortsinn nach aber weit mehrRonit Wolf: Die Zeit online, 20. Februar 2009. als einen Druckkostenzuschuss erheben und wegen der dadurch bedingten „Umkehrung des Verlagsprinzips“ von ihren Kritikern wie u. a. dem Aktionsbündnis für faire Verlage auch als „Pseudoverlage“ mit nicht selten überteuerten Preisforderungen bezeichnet werden.Verlagswörterbuch – P des Autorenhaus Verlags: „Pseudoverlag: Unternehmen für vom Autor bezahlte Drucke. Praktiziert die Umkehrung des Verlagsprinzips: Nicht der Verlag legt vor (Wortursprung von Verlegen), sondern der Autor. ^Vanity Press, auch als ^Druckkostenzuschussverlag bezeichnet. Üblicherweise werden die Bücher solcher Unternehmen kaum im Buchhandel angeboten. (Zulässige Aussage lt. OLG München Az 6 U 2250/09)“., Aktionsbündnis für faire Verlage. Um sich von dieser Geschäftspraxis abzugrenzen, hat am 23. Januar 2013 die Verlagsgruppe Monsenstein und Vannerdat, zu der u. a. auch die Plattform ruckzuckbuch.de gehört, das Zertifikat FAIRöffentlichen ins Leben gerufen, um mit dem neuen Siegel „unseriösen Pseudoverlagen“ und der so genannten „Vanity Press“ das Handwerk zu legen bzw. um sich von diesen Mitbewerbern unter den Dienstleistern für selbst publizierte Medien abzugrenzen. Pressemitteilung der Verlagsgruppe Monsenstein und Vannerdat vom 23. Januar 2013. Danach sollen sich daran teilnehmende Unternehmen auf Standards hinsichtlich der Autorenrechte, der Aufklärung rund um ihre Angebote sowie der Nachhaltigkeit und Fairness verpflichten. Eine Prüfkommission aus Branchenexperten hätte das Siegel zu vergeben und gegebenenfalls auch wieder zu entziehen.

kleineren Unternehmen, die sich als Dienstleister für die Erstellung von Selbstpublikationen kenntlich machen, deren Basisangebote jedoch u. a. Mindestabnahmen erstellter Publikationsexemplare voraussetzen und deshalb trotz Einsatz des Book-on-Demand-Verfahrens weit teurer sind als die der Self-Publishing-Plattformen.

Self-Publishing-Plattformen treten aber zuweilen auch als Dienstleister der obengenannten Beispiele auf.

Dienstleistungen Je nach Angebotsumfang kann jeder über Self-Publishing-Plattformen die Selbstveröffentlichung von Büchern und ggf. auch von Musik- und Filmaufnahmen in Auftrag geben – als reiner Dienstleister ist für sie die Qualität der von ihnen hergestellten und vertriebenen Medien irrelevant und damit kein Kriterium, einen Auftrag abzulehnen. Rein technisch übernehmen Self-Publishing-Plattformen „aus einer Hand“ oder in Teilen die gleichen Aufgaben wie ein regulärer Verlag (siehe hierzu z. B.: Publikumsverlag), nur dass sie eben nicht in einen Autor investieren (verlegen = vorlegen),Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurde „verleger besonders für den gebräuchlich, der die kosten und den vertrieb von druckwerken übernimmt“. (Grimms Wörterbuch). sondern dem Autor jedwede Leistung – u. a. Beratung inkl. Korrekturen und Lektorat, Erstellen der Druckvorlage bis hin zu Herstellung, Marketing und Bewerbung des verkaufsfertigen Buches – mit mehr oder weniger großer Gewinnspanne für sich – in Rechnung stellen. Als Publikationsformen bieten Self-Publishing-Plattformen Book-on-Demand oder E-Book an. Einige Self-Publishing-Plattformen bieten darüber hinaus auch das Self-publishing von Musik- oder Filmaufnahmen an. Dank Book-on-Demand kann ein Buch über eine Self-Publishing Plattform relativ preiswert ein einziges Mal gedruckt oder auf Dauer lieferbar gehalten werden. Ferner gibt es unterschiedliche Angebote für die Ausstattung eines Buches u. a. als Paperback oder als Hardcover sowie im Schwarz-Weiß- oder Farbdruck. Die Self-Publishing-Plattformen zeichnen sich durch pauschal zu vergütende, teilweise sogar kostenfreie Basis- bzw. Grundangebote aus, die meist eine ISBN-Vergabe, die Einrichtung (Mastering) und das Vorhalten einer digitalen Vorlage für Book-on-Demand oder E-Book sowie dessen Anzeige und Vertrieb über Online-Shops enthalten. Alle ggf. darüber hinausgehenden Dienstleistungen wie z. B. ein Lektorat werden von ihnen gegen Extrahonorar erbracht. Die Books on Demand GmbH als europäischer Marktführer übernimmt u. a. auch für reguläre Verlage oder Selbstkostenverlage wie den Allitera Verlag die Herstellung von Büchern im Book-on-Demand-Verfahren.

Kosten und Kostenvoranschläge → Siehe hierzu auch: Kalkulation im Artikel Selbstpublikation

Die Kosten bei der Inanspruchnahme von Self-Publishing-Plattformen unterscheiden sich zuerst danach, ob die Auftraggeber eine druckfertige Vorlage bereitstellen und damit die Grundangebote schon ausreichend sein können – oder ob sie hierbei auf die mit weiteren Kosten verbundenen Hilfestellungen der Anbieter angewiesen sind. Sofern sich Kunden auf die Nutzung von Grundangeboten beschränken, zählen Self-Publishing-Plattformen unter den Dienstleistern für die Erstellung von Selbstpublikationen derzeit (Stand: 2014) zu den preiswertesten Anbietern.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Self-Publishing-Plattformen unterscheidet sich (wenn auch auf sinkendem Niveau, Stand: 2014) z. T. erheblich, wie auch die Art und Weise der Erhebung ihrer Honorarforderungen für weitergehende Dienstleistungen nicht einheitlich ist. In der Regel sind jedoch Kostenvoranschläge für ihre Grund- bzw. Basisangebote direkt den Portalseiten zu entnehmen, was deren Vergleichbarkeit erleichtert. Für umfangreichere Projekte geben Preiskalkulatoren einen Überblick auf etwaige Gesamtkosten.

Rezeption → Siehe hierzu auch: Rezeption von Selbstpublikationen im Artikel Selbstpublikation

Die Wertschätzung von literarischen Veröffentlichungen über eine Self-Publishing-Plattform unterliegen denselben Kriterien wie Veröffentlichungen durch Verlage, d. h. deren Erfolg misst sich an verkauften Exemplaren sowie an der Wahrnehmung durch die Literaturkritik. So verweist die Self-Publishing-Plattform Books on Demand auf mehrere bei ihr veröffentlichte Titel, die in Bestsellerlisten erschienen sind. Gerade für den E-Book-Bereich innerhalb der Selfpublishing-Branche spricht Der Tagesspiegel im Juli 2014 sogar von einem „Boom“.Sabine Sasse: Die Selfpublishing-Branche boomt. Der Tagesspiegel online, 11. Juli 2014.

Grundsätzlich ordert der Buchhandel von sich aus so gut wie keine Bücher von Self-Publishing-Plattformen und deren Titel werden ohne das eigene Engagement des Autors von der Literaturkritik bzw. „der literarischen Öffentlichkeit nicht wahrgenommen“. Autoren, die lediglich selbstfinanzierte Buchveröffentlichungen u. a. mittels Self-Publishing-Plattformen vorweisen können, sind von einer Bewerbung um Aufnahme in die Autorendatenbank des Friedrich-Bödecker-Kreises ausgeschlossen,Bewerbungen um Aufnahme in die Autorendatenbank des FBK, online auf der Website des Friedrich-Bödecker-Kreises. werden allerdings inzwischen vom Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller aufgenommen, der seine Jahrzehnte lang gehaltene Position hierzu grundlegend geändert hat: Es heißt zwar in den Aufnahmebedingungen u. a. noch immer, dass ein „Ausweis fachlichen Könnens“ hinreichend ausgewiesen sein muss, wie z. B. durch „eine Buchveröffentlichung, die nicht durch Einsatz eigener Geldmittel erkauft sein darf“, aber seit dem 16. Februar 2019Helma Nehrlich: Mit am Narrativ der Gesellschaft schreiben, Beitrag vom 18. Februar 2019 in kunst+kultur (Onlinezeitschrift des VS) zur 5. Bundesfachgruppenkonferenz Literatur, die am 16. Februar 2019 im Rahmen des viertägigen VS-Kongresses tagte, online unter kuk.verdi.de. reichen dafür mehrere Veröffentlichungen „auch als Selfpublisher und Selfpublisherin oder Selbstvermarkter und Selbstvermarkterin“.Service: Mitglied im VS werden, VS – Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller bei verdi.de.

Unternehmensformen und Geschäftsmodelle Grob lassen sich heute Self-Publishing-Plattformen in folgende Unternehmensformen unterteilen: mit Erhebung einer Pauschale für ihre Basisangebote Gratisanbieter Mischunternehmen, die als traditioneller Verlag (oder innerhalb einer Verlagsgruppe) zugleich auch noch mit einer Self-Publishing-Plattform auftreten