mini|Ewald Schnug auf der DFDS King Seaways, 12. Februar 2022 Ewald Schnug (* 7. September 1954 in Hachenburg, Westerwald) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde.
Werdegang Schnug studierte Agrarwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er wurde dort 1982 mit der Dissertation Untersuchungen zum Einfluß bodenversauernder Düngung auf die Spurennährstoff-Versorgung von Kulturpflanzen promoviert.
1989 habilitierte er sich an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Fach Pflanzenernährung mit der Schrift Quantitative und qualitative Aspekte der Diagnose und Therapie der Schwefelversorgung von Raps (Brassica napus L.) unter besonderer Berücksichtigung glucosinolatarmer Sorten. Von 1989 bis 1993 war er dort als Privatdozent tätig.
1992 übernahm Schnug die Leitung des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) bzw. des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig bis zu seinem Ruhestand.
1992 wurde Schnug der Titel Dr. rer. nat. habil. an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig verliehen. Schnug ist Mitglied der Fakultät für Lebenswissenschaften der Technischen Universität Braunschweig.
Forschung Schnugs Forschungsschwerpunkte liegen in der Pflanzenernährung und Bodenkunde sowie in der Entwicklung und Anwendung von Konzepten der Precision agriculture sowie der Entwicklung von Schnellverfahren zur Bestimmung biochemischer und physikalischer Pflanzen- und Bodenmerkmale mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA). Ein besonderer Fokus seiner Arbeiten lag auf der Schwefel- und Phosphorversorgung von Kulturpflanzen sowie auf Umweltaspekten mineralischer Düngung.
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielten Arbeiten zu Uran-Einträgen in Böden und Gewässern im Zusammenhang mit phosphathaltigen Düngemitteln, über die auch überregionale Medien berichteten.
Funktionen und internationale Tätigkeit Schnug forschte 1984 als Stipendiat der Deutsch-Finnischen Gesellschaft am MTT Agrifood Research in Jokioinen. Als Stipendiat der Werner-Heisenberg Stiftung war Schnug von 1990 bis 1992 an der Universität in Newcastle upon Tyne (GB) und dem Scottish Agricultural College (SAC) in Aberdeen (GB) wissenschaftlich tätig.
Schnug war über viele Jahre in internationalen wissenschaftlichen Organisationen aktiv. Er war von 1993 bis 2010 persönlich berufenes Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Düngungsfragen beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), von 2004 bis 2020 Gründungsmitglied der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (UBA), von 1998 bis 2013 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Landwirtschaft der HELCOM (Baltic Marine Environment Protection Commission) bzw. der Baltic21 sowie von 2010 bis 2019 Präsident des International Scientific Centre of Fertilizers (CIEC), das Schnug später zum Ehrenpräsidenten ernannte.
Im September 2019 übergab er die Präsidentschaft des CIEC an Lanzhu Ji (CAS).
Seit 2023 ist Schnug aktives Mitglied im „International Advisory Board of the President of the Academy of Scientific Research and Technology (ASRT)“", Cairo, Egypt.
2024 wurde Schnug zum „Chief Advisor of the Doctor's Farm“ of the University of the Chinese Academy of Science (UCAS) in Peking ernannt und fungiert seither als wissenschaftlicher Berater bei der Umsetzung innovativer Forschungskonzepte.
Auszeichnungen (Auswahl)
1982: Fakultätspreis der landwirtschaftlichen Fakultät der Christian Albrechts Universität zu Kiel 2008: Ehrendoktorwürde der Rumänischen Akademie der Land- und Forstwissenschaften „Gheorghe Ionescu-Şişeşti“ 2016: Chinesische Gastprofessuren für Verdienste in der Düngungsforschung 2019: Preis der Chinesischen Provinz Liaoning für Internationale und Wissenschaftliche und Technologische Zusammenarbeit 2020: Preis der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit
Veröffentlichungen (Auswahl) E. Schnug; S. Haneklaus: Coca Cola is it! The ubiquitous extractant for micronutrients in soils. In: Communications in Soil Science and Plant Analysis 27 (1996), S. 1721–1730. L. J. De Kok; E. Schnug (Hrsg.): Loads and Fate of Fertilizer-Derived Uranium. Backhuys Publishers, Leiden 2008, ISBN 978-90-5782-193-6. A. E. Ulrich; H.-M. Prasser; E. Frossard; E. Schnug: Uranium endowments in phosphate rock. In: Science of the Total Environment 478 (2014), S. 226–234. E. Schnug; S. Haneklaus: Phosphorus in Agriculture: 100% Zero. Springer, 2016, ISBN 978-94-017-7612-7.
Literatur H. Feldhoff, C. Gneist: Ewald Schnug. In: Westerwälder Köpfe – 33 Porträts herausragender Persönlichkeiten. Rhein-Mosel-Verlag, Zell/Mosel 2014, ISBN 978-3-89801-073-3, S. 147–150.
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