Andrej Kiska (* 2. Februar 1963 in Poprad, Tschechoslowakei) ist ein slowakischer Politiker und erster Vorsitzender der von ihm gegründeten Partei Za ľudí (Für die Menschen). Er war von 2014 bis 2019 der vierte Präsident der Slowakei und der erste in diesem Posten, der niemals Mitglied der kommunistischen Partei gewesen war. Zudem ist er ein bekannter slowakischer Philanthrop und ehemaliger Unternehmer. Am 30. März 2019 wurde Zuzana Čaputová als seine Nachfolgerin gewählt.

mini|hochkant|Andrej Kiska (2014)

Leben Kiska studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Bratislava. Nach dem Abschluss war er bei einem Energieunternehmen angestellt. 1990 ging Kiska als Auswanderer in die USA, wo er unter anderem auf dem Bau und an einer Tankstelle arbeitete. Nach zwei Jahren kehrte er in die Slowakei zurück und begann seine Laufbahn als Unternehmer im Schmuckhandel. Später gründete und leitete er zusammen mit seinem Bruder die Kreditinstitute „Tatracredit“, „Triangel“ und „Quatro“. 2005 verkaufte Kiska seine Firmenanteile für mehrere Millionen Euro an die Všeobecná úverová banka.

Seit dem Jahr 2006 widmete sich Kiska karitativer Arbeit und war Mitbegründer der Hilfsorganisation Dobrý Anjel (Guter Engel), die Familien mit kranken Kindern finanziell unterstützt.Millionär Andrej Kiska könnte Präsident der Slowakei werden. In: derstandard.at, 16. März 2014.

Bei der slowakischen Präsidentschaftswahl 2014 erreichte Kiska in der ersten Runde mit 24 % der Stimmen den zweiten Platz hinter dem Regierungskandidaten und Ministerpräsidenten Robert Fico. Fico und Kiska traten am 29. März 2014 in einer Stichwahl gegeneinander an,Katrin Lischko: Slowakei: Premier Fico muss gegen Millionär Kiska in die Stichwahl. In: derstandard.at, vom 16. März 2014. wobei Kiska sich in dieser mit 59,38 % gegen Fico mit 40,61 % durchsetzte. Am 15. Juni 2014 trat Kiska das Amt des Präsidenten an. Als Präsident wolle er Korruption und Justizversagen, das marode Gesundheits- und Sozialsystem ändern, sagte Kiska, obwohl der Präsident in der Slowakei hauptsächlich eine repräsentative Funktion hat.

Bei der Nationalratswahl 2020 wurde Kiska als Vorsitzender der Partei Za ľudí gewählt, mit dem ersten Platz auf der Parteiliste. Am 17. März gab er bekannt, als Abgeordneter nicht anzutreten und wurde durch Tomáš Lehotský ersetzt. Nach dem Parteikongress von Za ľudí am 8. August 2020, in dem er nicht mehr antrat und Veronika Remišová als neue Parteivorsitzende gewählt wurde, zog er sich aus der Politik zurück, mit Verweis auf seine andauernden Gesundheitsprobleme.Strana Za ľudí si už zvolila nového lídra. Vyhrala žena alebo muž?, dnes24.sk vom 8. August 2020 (slowakisch), abgerufen am 31. August 2020Kiska hlási odchod z politiky, pravda.sk vom 28. Juni 2020 (slowakisch), abgerufen am 31. August 2020

Positionen Kiska spricht sich für eine Anerkennung Kosovos durch die Slowakei ausFico a Kiska se v debatě pohádali o Kosovo i o hříchy z minulosti. In: www.E15.cz, abgerufen am 16. März 2013. und befürwortet vor dem Hintergrund der russischen Kriegs in der Ukraine eine harte Linie gegenüber Russland.Stefan Heinlein: Vom Selfmade-Millionär zum Präsidenten. auf www.deutschlandfunk.de, 13. Juni 2014, 21:27. Zum slowakischen „Familien“-Referendum im Februar 2015, welches sich präventiv gegen das Adoptions- wie Eherecht homosexueller Paare sowie für das Recht von Eltern aussprach, ihre Kinder vom Sexualunterricht in der Schule abmelden zu dürfen, äußerte sich Kiska dahingehend, dass er gegen das Ehe- wie Adoptionsrecht homosexueller Paare stimmen werde. Gleichzeitig erklärte Kiska auch, dass er gegen das Recht von Eltern stimmen werde, deren Kinder vom Sexualunterricht abmelden zu dürfen.

Bei der europäischen Flüchtlingskrise stellt sich Kiska – anders als die slowakische Regierung – auf die Seite der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und plädiert für die Aufnahme einer größeren Anzahl von Flüchtlingen durch die Slowakei.Interview mit Andrej Kiska vom 16. Oktober 2015 in "Die Welt".

Mord an Kuciak Am 21. Februar 2018 wurden der Journalist Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kušnírová ermordet. Kiska als Präsident der Slowakischen Republik sagte, dass dieser Tag und diese Tat die Slowakei „für immer verändert“ habe.

Privates Kiska ist zum zweiten Mal verheiratet. Aus der ersten Ehe hat er einen Sohn (* 1985) und eine Tochter (* 1990). Seit 2003 ist er mit Martina Kisková geb. Živorová verheiratet. Aus der zweiten Ehe hat er zwei Söhne und eine Tochter.

Auszeichnungen

Europäischer Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma 2019

Werke Cesta manažéra z pekla, alebo, Ako robiť charitu úspešne a so srdcom. Selbstverlag: Andrej Kiska, Poprad 2011, ISBN 978-80-97064-29-7. Vezmi život do svojich rúk: rady k úspechu a šťastiu od manažéra a filantropa, spoluzakladateľa Triangla, Quatra a Dobrého Anjela. Alert, Košice 2013, ISBN 978-80-97122-34-8 (= Úspešní manažéri, Band 2).

Weblinks

auf www.ta3.com (slowakisch)

Einzelnachweise

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