mini|Das Kreisgebiet (1940) mini|Siegelmarke Amtsbezirk Eichenfelde – Kreis Ostprignitz Der Landkreis Ostprignitz, ursprünglich Kreis Ostprignitz, war ein Landkreis in der Provinz Brandenburg. Er bestand in der preußischen Provinz Brandenburg und im Land Brandenburg der SBZ bzw. DDR von 1817 bis 1952. Seit 1993 gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz im Land Brandenburg.
Kommunen Der Kreis Ostprignitz umfasste bei der Volkszählung von 1939 die vier Städte Kyritz, Meyenburg, Pritzwalk und Wittstock, 145 weitere Gemeinden und zwei Forst-Gutsbezirke.
Verwaltungsgeschichte Königreich Preußen Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte mit Wirkung zum 1. April 1817 im Regierungsbezirk Potsdam der preußischen Provinz Brandenburg eine Kreisreform, bei der in der Prignitz die neuen Kreise Westprignitz und Ostprignitz entstanden. Der Kreis Ostprignitz wurde gebildet aus dem aufgelösten Kreis Kyritz dem aufgelösten Kreis Pritzwalk dem aufgelösten Kreis Wittstock einigen Orten des aufgelösten Kreises Perleberg und einem Teil des aufgelösten Kreises Havelberg. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Kyritz.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Gegen Ende der 1920er Jahre wurden im Kreis Ostprignitz nahezu alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt.
Zum 1. April 1937 kam es im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes zu einem Gebietsaustausch: Die mecklenburgischen Exklaven Netzeband mit Schönberg und Rossow wurden aus dem Kreis Waren in den Kreis Ostprignitz umgegliedert.www.Landkreis-Prignitz.de: Geschichte Der Vilzsee wurde aus dem Kreis Ostprignitz in den mecklenburgischen Kreis Waren umgegliedert.
Die Gemeinde Netzeband wurde 1939 in den Landkreis Ruppin umgegliedert. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.
Sowjetische Besatzungszone/DDR Der östliche Zipfel des nunmehr Landkreis Ostprignitz genannten Kreises mit den Gemeinden Kleinzerlang, Luhme, Repente, Dorf Zechlin, Flecken Zechlin, Zechlinerhütte und Zempow fiel durch Beschluss des Präsidiums der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg am 1. Mai 1946 an den Landkreis Ruppin.
Mit dem Gesetz über Änderung von Grenzen der Länder vom 28. Juni 1950 erfolgte ein Gebietstausch zwischen den Ländern Brandenburg und Mecklenburg. Die Gemeinden Drenkow und Suckow aus dem Landkreis Ostprignitz wurden in den mecklenburgischen Landkreis Parchim umgegliedert und mit ihren dortigen gleichnamigen Zwillingsgemeinden zusammengeschlossen. Im Gegenzug wechselte der mecklenburgische Teil von Porep aus dem Landkreis Parchim in den Landkreis Ostprignitz und wurde mit dem brandenburgischen Porep zu einer Gemeinde vereint.
Am 23. Juli 1952 wurde das Land Brandenburg aufgelöst und der Landkreis Ostprignitz aufgelöst. Das Kreisgebiet wurde im Wesentlichen auf die neugebildeten Landkreise Kyritz, Pritzwalk und Wittstock aufgeteilt, die dem neugebildeten Bezirk Potsdam zugeteilt wurden. Die Gemeinden Klein Pankow und Redlin kamen zum Kreis Parchim im Bezirk Schwerin.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 40.721 1846 61.761 1871 69.003 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871. Selbstverlag (Dr. Engel), Berlin 1873. PDF-Digitalisat 1890 66.834 1900 67.362 1910 68.104 1925 70.983 1933 71.216 1939 70.843 1946 98.673 GP Statistik: Gemeinderverzeichnis. Volkszählung 1946. PDF-Digitalisat Landräte 1817–1850 Hans von Kröcher-Lohm (1783–1852) 1850–1853 Wilhelm von Kalckreuth (1816–1896), z. Beginn int.Werner von Kieckebusch: Chronik des Klosters zum Heiligengrabe von der Reformation bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 28, Lukas Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86732-040-5, S. 167 f. ff. Geh. Reg.-Rat, Stiftshauptmann Kloster Stift Heiligengrabe, (Hohenwalde).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1900. Erster Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1899, S. 455. 1853–1857 Wilhelm von Graevenitz (1789–1860) 1857 Otto von Rohr gen. von Wahlen-Jürgaß a. Meyenburg u. Holzhausen (1810–1892)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1903. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1902, S. 774. (vertretungsweise. ad. int.),Königlich Preussischer Staats-Kalender für das Jahr 1858. Verlag der Königlich Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei R. Decker (R.L. v. Decker), Berlin 1858, S. 381. RD d. NuKRK.Vgl. BLHA Pr. Br. Rep 2 A I P Nr. 482. Schreiben vom 23. Juli 1858. Kgl. Reg. Präs. Potsdam. 1858 Lessmann in Wittstock (vertretungsweise/ dam. u. langjähriger Kreis-Physici) 1859–1867 Paul Persius (1832–1902) 1867–1874 Achatz von Bismarck (1833–1874) 1874–1887 Hugo Friedrich Leo von Graevenitz (1822–1911) 1887–1901 Percy von Bernstorff (1858–1930) 1901–1908 Reinhold von Heinz (1861–1939)Walter von Hueck, Erik Amburger, Friedrich Wilhelm Euler et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1981. Band XIV, Band 78 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, S. 297.Vgl. Ancestry.com.: (Hrsg.): Reinholf von Heinz. Schloss Tegel. In: Find a Grave. Lehi Utah USA. Stand 2024.Johanniter-Ordensblatt, amtliche Monatschrift der Balley Brandenburg, Band 49, Brandenburg 1908 S. 89 ff. Geh. Regierungsrat 1908–1920 Friedrich von Winterfeld (1875–1949) 1920–1930 Hans Egidi (1890–1970) 1930–1933 Ludwig Beckhaus (1887–1957) (vertretungsweise) 1933 Silvio Conti (1899–1938) (kommissarisch) 1933–1936 Wilhelm von Wedel (1891–1939) 1936–1945 Conrad Prange (1887–1946) 1947–1950 Heinrich Gerlich (1882–1960)
Kommunalverfassung bis 1945 Der Kreis Ostprignitz gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren fast vollständigen Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Städte und Gemeinden Stand 1939 Dem Kreis Ostprignitz gehörten 1939 die folgenden Städte und Gemeinden an: Alt Krüssow Babe Babitz Bantikow Barenthin Beckenthin Berlinchen Berlitt Beveringen Biesen Blandikow Blesendorf Blumenthal Boddin Bölzke Bork Breddin Breitenfeld Brügge Brüsenhagen Buchholz Buckow Buddenhagen Christdorf Dahlhausen Damelack Dannenwalde Demerthin Döllen Dossow Dranse Drenkow Drewen Eichenfelde Falkenhagen Frehne Fretzdorf Freyenstein Gadow Gantikow Ganz Gerdshagen Giesensdorf Glienike Goldbeck Görike Grabow bei Frehne Grabow bei Blumenthal Granzow Groß Haßlow Groß Langerwisch Groß Pankow Groß Welle Groß Woltersdorf Gumtow Halenbeck Heiligengrabe Helle Herzsprung Holzhausen Hoppenrade Jabel Jännersdorf Kehrberg Kemnitz Klein Haßlow Klein Pankow Klein Woltersdorf Kleinzerlang Kolrep Königsberg Könkendorf Kötzlin Krams Krempendorf Kuhbier Kuhsdorf Kunow Kyritz, Stadt Laaske Langnow Liebenthal Lindenberg Lohm Luhme Maulbeerwalde Mechow Mertenshof Mesendorf Meyenburg, Stadt Nettelbeck Neu Krüssow Niemerlang Papenbruch Porep Preddöhl Pritzwalk, Stadt Randow Rapshagen Reckenthin Redlin Rehfeld Repente Roddahn Rohlsdorf Rosenwinkel Rossow Sadenbeck Sarnow Schmarsow Schmolde Schönberg Schönebeck Schönermark Schönhagen b. Gumtow Schönhagen b. Pritzwalk Schrepkow Schweinrich Sechzehneichen Sewekow Silmersdorf Sophiendorf Steffenshagen Stepenitz Stüdenitz Suckow Teetz Telschow Triglitz Tüchen Vehlin Vehlow Vettin Voigtsbrügge Warnsdorf Weitgendorf Wernikow Wilmersdorf Wittstock/Dosse, Stadt Wulfersdorf Wulkow Wutike Zaatzke Zechlin, Dorf Zechlin, Flecken Zechlinerhütte Zempow Zernitz Zootzen Außerdem bestanden im Kreis Ostprignitz die Forst-Gutsbezirke Forst Prignitzer Heide und Forst Zechlin.
Vor 1939 aufgelöste Gemeinden Heinrichsdorf, am 1. Januar 1925 zu Eichenfelde Lellichow, am 1. Januar 1925 zu Ganz Giesenhagen, am 1. Januar 1925 zu Gerdshagen Siebmannshorst, am 1. Januar 1925 zu Goldbeck Techow, am 1. Januar 1928 zu Heiligengrabe Garz, am 1. Januar 1926 zu Hoppenrade Jakobsdorf, am 1. Januar 1925 zu Laaske Ackerfelde, am 1. Januar 1828 zu Niemerlang
Literatur
Paul Eichholz, Friedrich Solger, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler des Kreises Ostprignitz. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 1, Heft 2, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Georg Büttner, Voss, Selbstverlag, Berlin 1907. Digitalisat, In: Internet Archive. A. Rinck, H. Engel, R. Gädcke: Bilder aus der Geschichte der Prignitz. [Ältere Steinzeit, Burgwälle, Germanisierung, Gründung, der Städte, Christianisierung, Der Adel, u. a., jeweils mit Abb.], Hrsg. Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft im Lehrerverein Wittenberge, Verlag Böcker (Wittenberge Reg.- Bez. Potsdam), Wittenberge 1925. Walther Matthes: Urgeschichte des Kreises Ostprignitz. Hrsg. Kreisausschuß des Kreises Ostprignitz, Verlag Curt Kabitzsch. Leipzig 1929. Vgl. DNB-Portal Frankfurt/Main-Leipzig (Hrsg.): Vita Walther Matthes: 1925-1928 Ltr. d. Archäologischen Landesaufnahme d. Kreises Ostprignitz; 1928-1934 Ltr. d. Oberschlesischen Landesmuseums Beuthen; 1933 Mitgl. Kampfbund f. dt. Kultur, 1937 Eintritt NSDAP; 1934-1945, 1951-69 Prof. f. Vor- und germanische Frühgeschichte Univ. Hamburg u. Leiter der Vorgeschichtlichen Abt. d. Museums f. Völkerkunde; 1935/1936 Dekan d. Phil. Fak. Univ. Hamburg. Stand 2024.
Weblinks
Geschichte der Prignitz – ein kurzer siedlungs-, kunst- und kulturgeschichtlicher Überblick. Landkreis Ostprignitz, Verwaltungsgeschichte und die Landräte, In: Territorial.de (Hrsg. Rolf Jehke), Stand 8. August 2013.
Einzelnachweise
Ostprignitz Ostprignitz Kategorie:Kyritz Ostprignitz Kategorie:Aufgelöst 1952 Kategorie:Geschichte (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Geschichte (Landkreis Prignitz)