mini|Moto Guzzi G.T.W. (1934) mini|Moto Guzzi G.T.V. (1948) Die Moto Guzzi V-Serie ist eine Serie von Motorrädern, die Moto Guzzi von 1934 bis 1948 herstellte.
Geschichte Zum Jahresende 1933 erschienen die Modelle V und W als Alternativen zur Sport 15. Sie hatten anstatt der gegengesteuerten Motoren solche mit V-förmig im Zylinderkopf sitzenden Ein- und Auslassventilen. Während das Modell V 18,9 PS entwickelte, war das ansonsten gleiche Modell W mit 22 PS stärker motorisiert.
1934 erschienen die hinterradgefederten Pendants G.T.V. und G.T.W., die das gegensteuerte Modell G.T. 16 mit Hinterradfederung ersetzten. 1937 kam das abermals leistungsgesteigerte Modell G.T.C., ebenfalls mit Hinterradfederung, heraus, dessen Motor 26 PS abgab. Dieses Modell wurde bereits 1939 wieder aufgegeben.
1940 wurde mit Fortschreiten des Krieges die Fertigung der zivilen Motorräder eingestellt und erst 1945 wieder aufgenommen. Ende 1947 erschienen die G.T.V. und die G.T.W. mit Teleskopgabeln anstatt Parallelogrammgabeln. Die G.T.W. wurde bis 1948 gebaut, die G.T.V. noch bis 1949. Dann ersetzte die neue Astore Letztere.
Technik Antrieb Die V-Serie hat einen fahrtwindgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor mit liegendem Zylinder. Auf dem linken Stumpf der zweifach gelagerten Kurbelwelle sitzt ein glattflächiges Schwungrad, das außerhalb des Gehäuses läuft. Ein dahinter angebrachtes Stirnrad treibt den Korb der auf der Getriebeeingangswelle montierten Mehrscheiben-Ölbadkupplung an. Ein schrägverzahntes Vierganggetriebe ist mit einem Fußhebel als Wippe rechts zu schalten. Das Hinterrad wird vom Getriebe durch eine Kette angetrieben.
Die beiden hängenden Ventile sind über Stoßstangen und Kipphebel von der unten liegenden Nockenwelle angesteuert. Zum Abstellen des Motors werden die Stoßstangen über einen Ventilausheber nach vorn gedrückt, sodass beide Ventile öffnen. Ein Magnetzünder wird über ein Stirnradgetriebe auf der rechten Motorseite angetrieben. Der Zündzeitpunkt wird von Hand verstellt.
Die Gemischaufbereitung übernimmt ein Flachstromvergaser mit Rundschieber, beim Modell G.T.C. mit 28,5 mm Durchlass und ohne Luftfilter. Die Vorkriegsmodelle werden al Bitubo bezeichnet, da sie zwei Ausgänge am Zylinderkopf haben und entsprechen zwei Auspuffanlagen Recht und links mit Klappen (bis 1937, danach mit Fischschwanz). Die Auspuffrohre sind verchromt. Bei den Nachkriegsmodellen gibt es nur einen Ausgang am Zylinderkopf und der Auspuff wird an der linken Maschinenseite nach hinten gezogen und endet in einem Schalldämpfer in Zigarrenform mit Fischschwanz. Die G.T.C. hat zwei nach oben gezogenen Auspuffe, die je in zwei übereinanderliegenden, brünierten Schalldämpfern in Zigarrenform enden.
Rahmen und Fahrwerk Die V-Serie hat einen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen. Anders als die Modelle V und W mit starrer Hinterradaufhängung haben die Rahmen der anderen Modelle einen Heckausleger und eine Hinterradschwinge mit Cantileverfederung, deren einstellbare Reibungsstoßdämpfer sich bis 1947 am Heckausleger abstützen. Bei späteren Modellen ist es ein senkrecht Stehender Teleskopdämpfer. Das Vorderrad wird bei den Modellen bis 1947 in einer Parallelogrammgabel mit Tonnenfeder geführt. Bei den späteren Modellen ist es stattdessen eine Upside-Down-Gabel.
Tanks Der Benzintank fasst 12 Liter, der darunterliegende Öltank 2,5 Liter. Der Öltank ist durch verchromte Kupferleitungen mit dem Zylinderkopf und der Ölpumpe im Trockensumpf des Motors verbunden.
Räder und Bremsen Die Modelle der V-Serie haben vorn und hinten 19-Zoll-Drahtspeichenräder, das Vorderrad der G.T.C. hat abweichend davon 20 Zoll. In beide sind Halbnaben-Trommelbremsen eingebaut. Die hintere Bremse wird über einen Fußhebel an der linken Motorseite und ein Gestänge betätigt, wobei dies mit dem Hacken geschieht. Die Vorderradbremse wird mit einem Handhebel am Lenker und einem Seilzug betätigt.
Werkstoffe Das Motor-/Getriebegehäuse ist aus Leichtmetallguss, Zylinder und Zylinderkopf aus Grauguss. Rahmen, Hinterradschwinge, Vorderradgabel, Tanks und Schutzbleche sind aus Stahlblech.
Lackierung, Oberflächenbehandlung und Embleme Die Stahlblechteile sind vor dem Krieg bei GTV und GTW in dunkelrot, bei GTC und den Nachkriegsmodellen in Rot lackiert. Die Tanks sind verchromt und teillackiert. Tanks und Schutzbleche haben eine goldfarbene Linierung (Vorkrieg zusätzlich rote Linierung). A den Tankseiten der Maschinen und dem vorderen Schutzblech finden sich goldfarbene Moto-Guzzi-Embleme als Abziehbilder. Der Adler sieht dabei auf der linken Seite und dem Schutzblech nach rechts, auf der rechten Seite nach links (vorne).Die Graugussteile des Motors sind brüniert.
Technische Daten im Vergleich V / G.T.V. W / G.T.W. G.T.C. Baujahre 1933–1949 1933–1948 1937–1939 Motor fahrtwindgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, Kickstarter Ventilsteuerung OHV-Ventilsteuerung, über Stoßstange und Kipphebel von unten liegender Nockenwelle gesteuert Bohrung × Hub 88 × 82 mm Hubraum 498,4 cm³ Verdichtung 5,5 : 1 Nennleistung bei 4300/min bei 4300/min bei 5000/min Gemischaufbereitung Flachstromvergaser mit Rundschieber Flachstromvergaser mit Rundschieber,28,5 mm Ansaugdurchmesser Motorschmierung Trockensumpfschmierung Zündung Magnetzündung Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad Getriebe 4-Gang-Getriebe Endantrieb Kette Rahmen Doppelschleifen-Rohrrahmen Radstand 1400 mm Radaufhängung vorn bis 1947: Parallelogrammgabel mit Tonnenfeder,spätere Modelle:Upside-down-Teleskopgabel Parallelogrammgabel mit Tonnenfeder Radaufhängung hinten Modelljahr 1933: Starrrahmen,ab 1934: Langschwinge mit Cantileverfederung Langschwinge mit Cantileverfederung Bereifung vorn 3,25″ × 19″ 3,00″ × 20″ Bereifung hinten 3,50″ × 19″ Bremse vorn Halbnaben-Trommelbremse, handbetätigt Bremse hinten Halbnaben-Trommelbremse, fußbetätigt Leergewicht 160–180 kg 160 kg Höchstgeschwindigkeit 120 km/h 130 km/h 150 km/h Kraftstoffverbrauch ca. 4,5 l / 100 km ? ?
Quelle:
Einzelnachweise Mario Colombo: Moto Guzzi. 2. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-613-01274-X
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Kategorie:Motorradmodell V-Serie