Decabromdiphenylethan (DBDPE oder BDPE-209) ist eine chemische Verbindung, die als Flammschutzmittel verwendet wird.

Verwendung Decabromdiphenylethan wird in Polymeren wie Polystyrenen, Polyolefinen oder ElastomerenGreat Lakes Chemical Corporation: Technical Information: Firemaster 2100R – Halogenated Flame Retardant, abgerufen am 11. März 2014. als Ersatzstoff des in der RoHS-Richtlinie bzw. der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung stark eingeschränkten Decabromdiphenylethers verwendet.Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV) vom 18. Mai 2005 (Stand am 1. Januar 2014) Die zwischen 2006 und 2016 in China hergestellte Menge betrug 230 000 Tonnen, wovon 39 000 in Elektrogeräten aus China exportiert wurden. Im Elektroschrott wurde in einer 2011 durchgeführten Studie eine durchschnittliche Konzentrationen von 340±200 ppm gefunden, was das verbreitete Vorkommen von DBDPE in elektronischen Geräten bestätigte.Ruedi Taverna, Rolf Gloor, Urs Maier, Markus Zennegg, Renato Figi, Edy Birchler: Stoffflüsse im Schweizer Elektronikschrott. Metalle, Nichtmetalle, Flammschutzmittel und polychlorierte Biphenyle in elektrischen und elektronischen Kleingeräten. Bundesamt für Umwelt, Bern 2017. Umwelt-Zustand Nr. 1717: 164 S.

Umweltrelevanz und Risikobewertung Decabromdiphenylethan wurde in Biota,Kellyn Betts: Glut of data on “new” flame retardant documents its presence all over the world. Environmental Science & Technology, 2009, 43(2), S. 236–237; , PMID 18853808. Luft,Anna-Lena Egebäck, Ulla Sellström, Michael S. McLachlan: Decabromodiphenyl ethane and decabromodiphenyl ether in Swedish background air. Chemosphere, 2012, 86(3), S. 264–269; , PMID 22018855. Sedimenten,Niklas Ricklund, Amelie Kierkegaard, Michael S. McLachlan: Levels and potential sources of decabromodiphenyl ethane (DBDPE) and decabromodiphenyl ether (decaBDE) in lake and marine sediments in Sweden. Environmental Science & Technology, 2012, 44(6), S. 1987–1991; , PMID 20146463. KlärschlammEnrique Barón, Giselle Santín, Ethel Eljarrat, Damià Barceló: Occurrence of classic and emerging halogenated flame retardants in sediment and sludge from Ebro and Llobregat river basins (Spain). Journal of Hazardous Materials, 2014, 265, S. 288–295; , PMID 24295901. und HausstaubHeather M. Stapleton, Joseph G. Allen, Shannon M. Kelly, Alex Konstantinov, Susan Klosterhaus, Deborah Watkins, Michael D. McClean, Thomas F. Webster: Alternate and new brominated flame retardants detected in U.S. house dust. Environmental Science & Technology, 2008, 42(18), S. 6910–6916; , PMID 18853808. gefunden.

Decabromdiphenylethan wurde 2012 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Decabromdiphenylethan waren die Besorgnisse bezüglich hoher (aggregierter) Tonnage und weit verbreiteter Verwendung sowie der Gefahren ausgehend von einer möglichen Zuordnung zur Gruppe der PBT/vPvB-Stoffe. Die Neubewertung fand ab 2012 statt und wurde von Schweden durchgeführt. 2024 kam Schweden zum Schluss, dass DBDPE die Kriterien eines vPvB-Stoffs erfüllt. 2025 wurde DBDPE aus diesem Grund in die SVHC-Liste aufgenommen.

2026 wurde der Stoff zur Aufnahme ins Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe nominiert.

Einzelnachweise

Kategorie:Diphenylethan Kategorie:Polybrombenzol Kategorie:Flammschutzmittel