mini|300 px|Straßenszene Am Markt mini|Springe als Merian-Stich um 1650 mini|hochkant 0.5|Nachtwächterfigur als Wegweiser in der Altstadt

Springe ist eine Stadt mit rund 30.000 Einwohnern in der Region Hannover.

Geografie

Lage, Gewässer Die Stadt liegt an der Deisterpforte, einem flachen Talpass zwischen den südlichen Ausläufern des Deisters und dem Kleinen Deister. In der Deisterpforte entspringt der Fluss Haller, der der Stadt Springe ihren mittelalterlichen Namen Hallerspring gab.

Die beiden Quellen der Haller sind am Raher Berg in dem Flurstück Am Spielbrink auf der Höhe in einer Wassergewinnungsanlage der Wasserversorgungsgesellschaft Avacon-Wasser, ehemals Purena erschlossen; die Purenaavacon-wasser.de: Unsere Standorte, abgerufen am 20. April 2023. war ein Beteiligungsunternehmen der E.ON Avacon. Die Hallerbrunnen fördern Quellwasser aus dem zum Teil verkarsteten Korallenoolith des Malm, das durch Zuflüsse aus den rund 15 m mächtigen quartären Lockergesteinen ergänzt wird. Das geförderte Wasser ist leicht alkalisch und weist erhöhte Karbonathärte auf. Die Quellen werden für die Trinkwasserversorgung der Stadt Springe genutzt; ihre Schüttung beträgt etwa 0,5 Millionen m³ pro Jahr.

Stadtgliederung Springe (Kernstadt) mit 13.184 Einwohnern Bennigsen mit 4068 Einwohnern Völksen mit 3396 Einwohnern Eldagsen mit 3340 Einwohnern Gestorf mit 1767 Einwohnern Altenhagen I mit 1235 Einwohnern Lüdersen mit 990 Einwohnern Alvesrode mit 511 Einwohnern Alferde mit 527 Einwohnern Holtensen mit 421 Einwohnern Mittelrode mit 283 Einwohnern Boitzum mit 175 Einwohnern

Stand: 15. Januar 2020

Nachbargemeinden Springe grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, an Barsinghausen, Wennigsen (Deister), Ronnenberg, Hemmingen und Pattensen (Region Hannover), an Nordstemmen und Elze (Landkreis Hildesheim), sowie an Salzhemmendorf, Coppenbrügge und Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont).

Geschichte Springe wurde 1013 erstmals als Hallerspringe urkundlich erwähnt. In einer Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim, die als undatierte Abschrift überliefert ist, nach Form und Inhalt aber dem ausgehenden 10. Jahrhundert zugewiesen werden muss, wird Springe unter dem Namen Helereisprig erwähnt. Die Grafen von Hallermund errichteten nach dem Verlust ihrer Burg Hallermund am Kleinen Deister an die Welfen 1282 ein festes, burgähnliches Haus an der heutigen Stelle von Springe. Von diesem neuen Herrschaftssitz aus verwalteten sie ihre Grafschaft. Vermutlich entstand dadurch Springe als Neuanlage. Die Einrichtung des gräflichen Sitzes und die Befestigung des Ortes führten im 13. Jahrhundert zur Erlangung der Stadtrechte. Während des Mittelalters war Springe Stammsitz der Grafen Hallermund und ihrer Nachfolger, einer Seitenlinie der Grafen von Kevernburg. Aus deren Herrschaftsgebiet ergab sich später das Amt Springe und nach verschiedenen Umbenennungen und Erweiterungen im Jahre 1884 der Kreis Springe.

Mit dem Ausgang des 10. Jahrhunderts tauchen in Urkunden die ersten Ortsnamen der heute zu Springe gehörenden Stadtteile auf, und bis zum Jahre 1300 sind alle heute bestehenden Dörfer und Städte urkundlich erwähnt.

Die Entstehung und das Wachstum des Ortes hängen eng mit seiner verkehrsgünstigen Lage an der Deisterpforte zusammen. Hier ist die Grenze zwischen dem Flachland und dem Bergland, in das die Deisterpforte hineinführt. Außerdem liegt der Ort auf der Wegesmitte zwischen den wirtschaftlichen Schwerpunkten Hannover und Hameln. Diese günstige Lage entfaltete jedoch erst mit dem „Chaussee-Ausbau“ der heutigen B 217 im 18. Jahrhundert und mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Hannover-Altenbeken im Jahre 1872 ihre Wirkung.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Springe im April 1945 zum Kriegsschauplatz, nachdem US-amerikanische Truppen die Weser überquert hatten und sich auf Hannover zubewegten. Das Stellvertretende Generalkommando XI in Hannover ordnete das Infanterie-Regiment „Deister“ unter Oberst von Osterott nach Springe ab. Der Stab quartierte sich im Forsthaus Morgenruhe ein. Westlich und östlich der Stadt wurden Flakgeschütze postiert und eine bis zu 300 Meter lange Panzersperre an der Engstelle der Deisterpforte angelegt. Am 7. April besetzten die Amerikaner Eldagsen. Springes Bürgermeister Jürgens versuchte Oberst von Osterott erfolglos zur Aufgabe zu bewegen. Am 8. April war Springe von amerikanischen Einheiten eingeschlossen. Jagdbomber warfen Spreng- und Brandbomben, die die Domänengebäude trafen und elf Todesopfer forderten. Unterdessen näherten sich von Eldagsen und der Hamelner Straße Panzer der Stadt. Abwehrgefechte an der Panzersperre forderten einen deutschen Gefallenen und einen Verwundeten. Am Abend des 8. April 1945 war Springe vollständig besetzt.Heinz Meyer: DAMALS – Der Zweite Weltkrieg zwischen Teutoburger Wald, Weser und Leine, Preußisch Oldendorf 1980, ISBN 3-87725-094-7, S. 293–297.

Eine stetige Entwicklung zu einer Mittelstadt setzte nach Beendigung des Ersten und besonders des Zweiten Weltkrieges ein (1933 = 3912 Einwohner). Bis zur Kreisgebietsreform, die am 1. März 1974 in Kraft trat, war Springe die Kreisstadt des Landkreises Springe. Danach gehörte Springe zum Landkreis Hannover, der am 1. November 2001 in der heutigen Region Hannover aufgegangen ist. Heute wohnen in der Kernstadt etwa 13.000 Einwohner.

Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Springe zum Regierungsbezirk Hannover, der wie die übrigen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.

Eingemeindungen Die heutige Stadt Springe ist am 1. März 1974 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Alferde, Altenhagen I, Alvesrode, Bennigsen, Boitzum, Gestorf, Holtensen, Lüdersen, Mittelrode und Völksen sowie den Städten Springe und Eldagsen entstanden. Durch die Gebietsreform verlor die Stadt Eldagsen ihre im 13. Jahrhundert verliehenen Stadtrechte und ist heute der viertgrößte Ortsteil der Stadt Springe. Nach Protesten der Eldagser Bevölkerung erhielt der Stadtteil seine städtischen Namensrechte zurück und trägt nun den offiziellen Titel „Stadt Eldagsen, Stadtteil der Stadt Springe“.

Religion Am 31. Dezember 2022 waren 41,5 % der 30.054 Einwohner evangelisch und 8,8 % römisch-katholisch. 49,3 % der Bevölkerung gehörte einer anderen oder keiner rechtlich-körperschaftlich verfassten Glaubensgemeinschaft an.Region Hannover (Hrsg.)Region Hannover Kurzinformationen 12/2023 Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit; PDF, abgerufen am 13. Januar 2024.Katholisch in der Region Hannover Tabelle 1: Bevölkerung am Ort des Hauptwohnsitzes nach katholischer und protestantischer Religionszugehörigkeit (Stand: 30. Juni 2018)

Es gibt zwei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden, St. Andreas mit der historischen Kirche im Stadtzentrum und St. Petrus mit der modernen Kirche im Nordwesten der Stadt. Die Kirchengemeinden gehören zum Kirchenkreis Laatzen-Springe mit Sitz in Pattensen, zu ihnen gehört auch der Waldkindergarten. Die Landeskirchliche Gemeinschaft Springe hat ihren Gemeinschaftsraum an der Burgstraße, ihre Anfänge gehen auf das Jahr 1907 zurück.

Die katholischen Christen versammeln sich in der Christ-König-Kirche am Erzbischof-Joseph-Godehard-Platz. Sie wurde 1980 errichtet, ausgeführt als turmloser Zentralbau, als Nachfolge für eine gleichnamige bereits 1951 errichtete Kirche. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Hannover.

Die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde nutzt nach jahrzehntelangem Provisorium seit 1998 die selbst erbaute Kreuzkirche an der Jägerallee.EFG-Springe In den Jahren 2022–2023 wurde das Gebäude um weitere Gruppenräume und ein neues Foyer erweitert.

Seit 1931 gibt es eine neuapostolische Gemeinde, die sich in der 1967 eingeweihten Kirche an der Straße Im Sieke versammelt. Im Jahr 2005 erfolgte die Fusion mit den Gemeinden Springe-Altenhagen und Bad Münder, woraufhin die Kirche umgebaut und erweitert wurde. Die Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Hannover-Südwest.

Die Gemeinschaft Christi ist seit 1947 in Springe vertreten und besitzt seit 1971 an der Straße Im Reite ein Kirchengebäude. Seit September 2005 befindet sich ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas in der Rathenaustraße im Industriegebiet.

Das Lutherheim, am nördlichen Ende der Jägerallee gelegen, ist eine christliche Tagungsstätte.

Weitere evangelische und katholische Kirchen befinden sich in zu Springe eingemeindeten Ortschaften.

Politik

Rat der Stadt Der Stadtrat der Stadt bzw. nach niedersächsischem Kommunalrecht selbständigen Gemeinde Springe setzt sich aus 36 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 12. September 2021 sieht folgendermaßen aus (mit Vergleich zu den Wahlen 2016, 2011, 12. September 2011 und 2006): CDU SPD Grüne FDP Linke AfD ZfS FWS EB Gesamt2021810631142136 Sitze201613113212 –1134 Sitze 2011 13 13 7 1 1  – – 1 – 36 Sitze 2006 15 16 3 2 – – – – – 36 Sitze

Bürgermeister Bürgermeister ist Christian Springfeld (FDP). In der Stichwahl am 31. Januar 2016 konnte sich Springfeld mit 55,0 % durchsetzen. Seinen Dienst hat er am 12. Februar 2016 angetreten. Seine Vereidigung erfolgte in der Ratssitzung am 18. Februar 2016.

Bei der Wahl am 12. September wurde er mit einem Stimmenanteil von 55,64 % im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,78 %.

bisherige Amtsinhaber bis 2002: Gerd Schwieger (SPD) 2002–2015: Jörg-Roger Hische (parteilos) 2015–2016: vakant; Gerd-Dieter Walter als Verwaltungschef seit 2016: Christian Springfeld (FDP)

Jugend Es gibt Aktivitäten mehrerer Nachwuchsorganisationen der Parteien, hier sind unter anderem die Junge Union oder die Jusos in Springe zu nennen. Daneben sind zahlreiche Jugendverbände wie beispielsweise Evangelische Jugend, Jugendfeuerwehr, THW-Jugend, Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Deutsches Jugendrotkreuz, Sportjugend, Entschieden für Christus, Fridays for Future und die Deister Antifa aktiv.

Städtepartnerschaften Partnerschaften gibt es mit der Stadt Niort aus Frankreich, der Stadt Waren (Müritz) in Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Militsch (Milicz) in Polen.

Wappen Das Springer Stadtwappen stellt nach neuerer Deutung die drei Quellen der Haller dar, die unweit Springes am Fuße des Kleinen Deisters, in der Deisterpforte, entspringt. In den drei Winkeln des Wappens sieht man je eine fünfblättrige Rose, das Schild- und Siegelzeichen der ab dem 12. Jahrhundert bestehenden Grafschaft Hallermund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|Jagdschloss Springe am Saupark Am Rande des Sauparks steht das Jagdschloss Springe. Es entstand in den Jahren 1836 bis 1842Jagdschloss Springe, landesforsten.de, 12. Februar 2007. nach Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves zunächst als eingeschossiger Bau und wurde später aufgestockt. Bis 1912 folgten weitere Forst- und Jagdgebäude, darunter rechts und links des Schlosses zwei Kavaliershäuser. Das Jagdschloss war der Ausgangspunkt für herrschaftliche Jagden des hannoverschen Königshauses. 1965 gelangten die Bauten in den Besitz der niedersächsischen Landesforstverwaltung. Um 1990 wurde das Erdgeschoss aufwendig renoviert, wobei in zwei prunkvollen Sälen der klassizistische Stil wiederhergestellt wurde. Heute kann das Schloss besichtigt werden. Teile des Gebäudes können für Veranstaltungen gemietet werden. Als Niederlassung des Springer Standesamtes sind auch Trauungen möglich. Im Erdgeschoss beherbergt das Schloss ein Jagdmuseum. In den Obergeschossen ist eine Ausbildungsstätte der Landesjägerschaft Niedersachsen untergebracht.

Baudenkmäler

Parks mini|Märzenbecher im Elmschebruch zwischen dem Saupark und Eldagsen.