Burgwindheim (fränkisch: Winnäm) ist ein Markt im Westen des oberfränkischen Landkreises Bamberg, ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ebrach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Der Ort Burgwindheim liegt im Steigerwald, etwa 26 km westsüdwestlich von Bamberg im Tal der mittleren Ebrach.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Rauhenebrach (Landkreis Haßberge), Burgebrach, Schlüsselfeld und Ebrach.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat elf Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen angegeben):

Im Gemeindegebiet liegen die Gemarkungen Kötsch, Untersteinach (Gemarkungsteil 0), Unterweiler und Burgwindheim (Gemarkungsteil 1). Die Gemarkung Burgwindheim liegt teilweise auch auf dem Gemeindegebiet von Burgebrach. Sie hat insgesamt eine Fläche von 13,638 km² und ist in 1167 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11686,80 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schrappach.

Geschichte mini|Das ehemalige Amtsschloss des Zisterzienserklosters Ebrach in Burgwindheim Bis zur Gemeindegründung Unklar ist die Bedeutung des Ortsnamens, der entweder auf die Siedlung eines Mannes namens Wind oder auf die wendische Vergangenheit zurückzuführen ist. Der springende (wendische) Hund im Ortswappen könnte ein Hinweis sein. Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 1140. Die Siedlung geht vermutlich auf die fränkische Landnahme zurück. Im Jahr 1278 vermachte der Ritter Ludewig von Windeheim sein Gut dem Zisterzienserkloster Ebrach. 1363 erhielt Burgwindheim durch Kaiser Karl IV. das Marktrecht und ist damit der älteste Markt des Steigerwaldes. 1720 bis 1728 entstand unter Abt Wilhelm I. Sölner das Amtsschloss des Klosters Ebrach.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Dem Kloster Ebrach wurde de facto erst durch die Säkularisation die Reichsunmittelbarkeit anerkannt, so dass dessen Besitzungen nicht, wie die restlichen des Hochstiftes Würzburg, zeitweilig an Erzherzog Ferdinand von Toskana fielen, sondern bei Bayern blieben.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform wurden zum 1. Januar 1972 die Gemeinden Kötsch, Untersteinach und Unterweiler in den Markt Burgwindheim eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1340 auf 1313 um 27 Einwohner bzw. um 2 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1995 mit 1516 Einwohnern erreicht. Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017 2018Einwohner 1400 1375 1350 1453 1516 1445 1456 1379 1273 1292 1313 In Burgwindheim 621 671 In Kötsch 225 208 In Untersteinach 350 308 In Unterweiler 204 188 Religion Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 81,3 % der Einwohner römisch-katholisch und 10,0 % evangelisch-lutherisch. 8,7 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

Politik Bürgermeister Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Johannes Polenz (DLB/BBL). Er setzte sich in einer Stichwahl mit 56,95 % der Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber Heinrich Thaler (CSU) durch. Dieser wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Erhard Werner (CUW), wurde 2008 mit 73,40 % der Stimmen und 2014 bei zwei Gegenkandidaten mit 57,11 % wiedergewählt.

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern. Die letzten vier Kommunalwahlen brachten folgende Ergebnisse:

Gemeinderatswahl 2020 CSU vier Sitze Demokratische Liste Burgwindheim (DLB) drei Sitze Christlich Unabhängige Wählergemeinschaft (CUW) drei Sitze Bürgerblock (BBL) zwei Sitze

Gemeinderatswahl 2014 CSU fünf Sitze Demokratische Liste Burgwindheim (DLB) drei Sitze Bürgerblock (BBL) zwei Sitze Christlich Unabhängige Wählergemeinschaft (CUW) zwei Sitze

Gemeinderatswahl 2008 CSU sieben Sitze Bürgerblock (BBL) drei Sitze Christlich Unabhängige Wählergemeinschaft (CUW) zwei Sitze

Gemeinderatswahl 2002 CSU sechs Sitze Christlich Unabhängige Wählergemeinschaft (CUW) vier Sitze Bürgerblock (BBL) zwei Sitze

Wappen

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 616.000 Euro, davon waren 157.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

mini|Marktplatz von Burgwindheim

Im Jahre 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 114 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 45 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 461. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 64 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1404 Hektar, davon waren 914 Hektar Ackerfläche und 489 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr Die Bundesstraße 22 von Bamberg nach Würzburg führt durch Burgwindheim. In Richtung Süden führen die Kreisstraßen BA 2 und BA 44 zur acht Kilometer südlich verlaufenden Autobahn A 3. Nach Norden führt die BA 23. Nach Bamberg besteht eine Busverbindung und damit die Anbindung an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.

Der Bahnhof Burgwindheim lag an der 2003 stillgelegten Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach, auf der seit 2007 ein Radweg von Burgebrach nach Ebrach führt. Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Bildung 1999 gab es folgende Einrichtungen: 50 Kindergartenplätze mit 53 Kindern eine Volksschule mit sechs Lehrern und 144 Schülern

Freiwillige Feuerwehren Freiwillige Feuerwehr Burgwindheim Freiwillige Feuerwehren Kötsch, Untersteinach und Unterweiler. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Markt Burgwindheim ist federführend im Marktgemeinde-Gebiet.

Brauereien Auf dem Gemeindegebiet befindet sich keine Brauerei mehr. Die Brauerei Ibel im Gemeindeteil Kappel stellte den Braubetrieb 2005 ein und lässt Bier im Lohnbrauverfahren brauen. Bis zum Jahr 1994 existierte die Brauerei zum Löwen in Burgwindheim.

Hostienwunder mini|Heiligblutbrunnen, 1690 von Leonhard Dientzenhofer entworfen mini|Heiligblutkapelle Burgwindheim Ein Hostienwunder bei der Fronleichnamsprozession des Jahres 1465 machte Burgwindheim zum Wallfahrtsort. Auf einem Altar fiel „ohne fremdes Zutun und ohne Einwirkung des Windes“ die Monstranz um, die Hostie fiel zu Boden. Der Priester konnte sie mit aller Kraft nicht vom Boden lösen. Es wurde ein hölzerner Verschlag errichtet, um die Hostie zu schützen. Der Ebracher Konvent bereitete sich in einem achttägigen Gebet darauf vor, die Hostie wieder aufzuheben. Es gelang dann auch und der Abt von Ebrach brachte sie wieder in die Pfarrkirche zurück. Das Ereignis wurde als Wunder betrachtet, und schon zwei Jahre später entstand eine Kapelle zum Heiligen Blut. Die Zahl der Wallfahrten nahm noch zu, als 1625 eine Quelle entsprang, die bald als wundertätig galt.

Persönlichkeiten Heinrich V. Blumentrost († 1455), Abt des Zisterzienserklosters in Ebrach Johannes II. Leiterbach († 1533), Abt des Zisterzienserklosters in Ebrach Christoph Johann Chrysostomus Höfer, (1809–1889), Bürgermeister, Mühlenbesitzer und Landtagsabgeordneter

Literatur

Irene Reif: Burgwindheim zwischen den Bischöfen. Schloss voll Musik. in: Franken – meine Liebe. Oberfränkische Verlagsanstalt, Hof 1989, ISBN 3-921615-91-7, S. 244f.

Weblinks

Gemeindeverwaltung (PDF; 1,24 MB) Ortsgeschichte, Fotos und Geschichte der Kirche bei Foracheim

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ersterwähnung 1140 Kategorie:Markt in Oberfranken

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg