Mit Südheide wird der zur Aller entwässernde Südwestteil der Lüneburger Heide in Niedersachsen bezeichnet. Er erstreckt sich etwa in Dreiecksform zwischen Munster (Örtze) im Norden, Verden (Aller) im Westen und Wolfsburg im Südosten, wobei die beiden letztgenannten Städte bereits außerhalb der Lüneburger Heide liegen. Nordöstlich grenzt die Landschaft an die bis hohen Randmoränen der Hohen Heide, der Ostteil der Südheide greift jedoch zum Teil um den Lüß in deren Südosten herum. Höchste innere Erhebung ist der Falkenberg, der seinerseits das Höhenzentrum einer Endmoräne darstellt.

In der Südheide liegt der nach ihr benannte Naturpark Südheide, der allerdings mit 480 km² nur ein Sechstel ihrer Fläche einnimmt. Der Norden der Landschaft liegt im Naturpark Lüneburger Heide. Der West- und der Ostteil der Südheide werden jeweils als Heidmark bezeichnet.

Südheide ist auch der Name der mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aus den bisherigen Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß neu gebildeten Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Celle.Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Südheide, Landkreis Celle, vom 15. Mai 2014. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 5321 vom 28. Mai 2014, Niedersächsische Staatskanzlei, Hannover 2014, S. 142

Naturräumliche Gliederung Die naturräumliche Haupteinheit Südheide gliedert sich wie folgt (von West nach Ost; die Gliederung des sich anschließenden Südteils der Haupteinheit Ostheide ist ebenfalls aufgeführt): (zu 64 Lüneburger Heide) 641 Südheide (ca. 2560 km²; mit südlicher Ostheide ca. 3120 km²)Siehe Hinweise zu den einzelnen Zahlen!, von West nach Ost: 641.0 #Walsroder Lehmgeest (ca. 560 km²)Die Abweichung vom BfN-Wert (652 km²) kommt daher, dass BfN hier den Großteil der Schneverdinger Endmoräne mitzählt. 641.00 Fallingbosteler Lehmplatten 641.01 Böhmetal 641.02 Aspeloher Geest 641.03 Behninger Geest 641.04 Neuenkirchener Endmoräne (bis ) 641.1 #Hermannsburger Sandgeest(Blatt Celle: Hermannsburger Sand-Geest, das jüngere Blatt Hamburg-Süd derselben Autorin ohne Bindestrich) (ohne 641.19 ca. 1080 km²)Der Unterschied zu den 1060 km² des BfN rührt daher, dass 130 km² für die Schneverdinger Endmoräne hinzu gezählt wurden, jedoch 110 km² der Lüsshochfläche abgezogen. 641.10 Falkenberg-Endmoränen (ca. 90 km²; am Falkenberg ) 641.11 Hohner Sander 641.12 Wietzendorfer Bruch- und Moorgebiet 641.13 Schneverdinger Endmoräne(Blatt Hamburg Süd; das ältere Blatt Celle derselben Autorin: Harber Endmoräne) (ca. 130 km²) 641.14 Munsterlager Sandgeest(Blatt Celle mit Bindestrich zwischen beiden Wörtern, das jüngere Blatt Hamburg-Süd der gleichen Autorin ohne) (am Wietzer Berg ) 641.15 Bergener Flottsandinsel (am Bleckmarberg ) 641.16 Waller Sandgeest 641.17 Örtze-Urstromtal (ca. 120 km²) 641.18 Oerreler Sander 641.19 Lüßplateau (am Haußelberg ) – landläufig und geomorphologisch Teil des Lüß, Hohe Heide 641.2 #Steinhorster Sand- und LehmgebietBezeichnung von Blatt Salzwedel (1970); Blatt Celle (1959) bezeichnete 641.2 als Sprakensehler Sand- und Lehmgebiet; jedoch liegt Sprakensehl auf Blatt Salzwedel und deutlich außerhalb von 641.2 im Lüß. (ca. 690 km²)Der Unterschied zu den 645 km² des BfN rührt daher, dass BfN Teile des Lüß (u. a. den Eicksberg) mitzählt, andererseits aber noch größere Teile im Osten von 641.2 nicht. 641.20 Starkshorner Sander 641.21 Arloher Sandplatten (Arloh; bis ) 641.22 Habighorster Niederungen 641.23 Escheder Geest (bis ) 641.24 Ahnsbecker Lehmgeest (Schmarloh; bis ) 641.25 Ringelahsheide (bis ) 641.26 Oerreler Heide 641.3/4 #Südheidemoore und Gose-Ise-Sandebene (ca. 230 km²)Der Unterschied zu den 321 km² des BfN ust bedingt durch Gebiete westlich der eigentlichen Moore, die BfN mit einbezieht. 641.3 Südheidemoore (ca. 135 km²) 641.30 Neudorf-Platendorfer Moor 641.31 Iseniederung-Hestenmoor 641.32 Oerreler Moor 641.4 Gose-Ise-Sandebene (ca. 95 km²) 642.0–4 #Südliche Ostheide (ca. 560 km²)Die Summe der Einzelmessungen ergibt mit 555 km² praktisch das gleiche Ergebnis wie die Einzelmessung (560 km²). 642.0 Jembke-Vorsfelder Sandplatten (ca. 200 km²) 642.00 Boldecker Land (am Hohen Berg ; ca. 95 km²) 642.01 Vorsfelder Werder (bis ; ca. 105 km²) 642.1 Ehraer Moorniederung (ca. 30 km²) 642.2 Knesebeck-Bromer Moränenplatte (ca. 205 km²) 642.20 Knesebecker Forst (Malloh, bis ; ca. 160 km²) 642.21 Bromer Geest (bis ; ca. 45 km²) 642.3 Wittinger Flottsandgebiet (ca. 60 km²) 642.4 Ohretal (ca. 60 km²)

Die Landschaften der südlichen Ostheide werden zwar nominell zur Haupteinheit Ostheide gerechnet, sie entsprechen jedoch in ihrer landschaftlichen Ausstattung und insbesondere in ihrer Entwässerung zur Aller eher der Südheide. Ihr Zentrum und Höhenschwerpunkt, die Knesebecker Moränenplatte, korrespondiert eher zu den Endmoränen der Hohen Heide als zu der sich im Altmärkischen Waldhügelland (Haupteinheiten 863 bis 865) nach Südosten fortsetzenden Osthannoverschen Kiesmoräne der Ostheide im engeren Sinne.

Walsroder Lehmgeest mini|Der Birkensee mini|Das Böhmetal oberhalb Bad Fallingbostel Die Walsroder Lehmgeest (641.0) bildet den Nordwestteil der Südheide und den westlichsten Teil der Lüneburger Heide im niedersächsischen Landkreis Heidekreis, zu minimalen Anteilen im äußersten Westen auch im Landkreis Rotenburg (Wümme), mit Walsrode im Süden, Soltau im Osten, Schneverdingen im Norden und Visselhövede im Westen.

Den Nordwestrand bildet die Neuenkirchener Endmoräne (641.04), die über die Schneverdinger Endmoräne (641.13) Anschluss an die Endmoränen der Hohen Heide hat. Sie streicht von Schneverdingen nach Südwesten bis Visselhövede, mit Neuenkirchen etwa in der Mitte. Die Endmoräne bildet zwar einen unscheinbaren Rücken, überragt jedoch die sich westlich anschließende Wümmeniederung (631) der Stader Geest um gut 50 Meter. Die höchste Erhebung mit um befindet sich am Ostrand, südöstlich Schülerns; zwischen Neuenkirchen und Visselhövede werden am Höllenberg noch erreicht.

Unmittelbar östlich der Neuenkirchener Endmoräne liegt die Behninger Geest (641.03), der Nordteil der Walsroder Lehmgeest. Sie wird nach Osten und Norden durch die Schneverdinger Endmoräne begrenzt, mit Wolterdingen im Zentrum. Im zum Naturschutzgebiet Lüneburger Heide gehörenden Nordteil liegt das Pietzmoor (250 ha); im Westen liegen die kleinen Naturschutzgebiete Hügelgräberheide bei Langeloh (27 ha) und Birkensee (37 ha) und im Süden das NSG Böhmetal bei Huckenrieth (96 ha).

Den eigentlichen Hauptteil der Walsroder Lehmgeest stellen indes die sich südlich anschließenden Fallingbosteler Lehmplatten (641.00). Im Südwesten liegt Walsrode, weiter östlich Bad Fallingbostel; den äußersten Nordwesten markiert Visselhövede und Soltau den Nordosten. Die Südhälfte ist landschaftsprägend gegliedert durch die vergleichsweise engen Täler im Bereich des Böhmeknies. Auf den westlichen Hochflächen liegen in südwestlicher Abfolge das Ottinger Ochsenmoor (275 ha), das Grundlose Moor (295 ha) und das Vehmsmoor (252 ha), alle unter Naturschutz stehend. Kleinere Naturschutzgebiete sind ausgewiesen am Lönsgrab am Böhmeknie (14 ha) und am Schwarzen Moor bei Dannhorn (40 ha) im Nordosten.

Im Osten der Nordhälfte ist in die Lehmplatten das hier beckenartige Tal der Böhme eingesenkt, das von nordöstlich Soltaus nach Südwesten bis Dorfmark zieht. Es ist als Böhmetal (641.01) ausgegliedert und trennt die Aspeloher Geest (641.02) im Nordostzipfel vom Rest der Walsroder Lehmgeest, welche im Osten in die teils steilhängige Falkenberg-Endmoräne (641.10) übergeht.

Ein ungefähres Dreieck im Norden der Walsroder Lehmgeest mit Schneverdingen im Norden, Neuenkirchen im Westen und Soltau im Südosten liegt im Naturpark Lüneburger Heide.

Hermannsburger Sandgeest mini|Hügelzug westlich des Falkenbergs, heute militärisches Sperrgebiet auf dem Truppenübungsplatz Bergen mini|Das Brambosteler Moor mini|Heidefläche beim Haußelberg Die Hermannsburger Sandgeest (641.1) bildet den Zentralteil der Südheide in den niedersächsischen Landkreisen Celle und Heidekreis (Westen und Norden) sowie zu minimalen Anteilen Uelzen (äußerster Nordosten) und zieht sich vom Zentrum der Lüneburger Heide nach Südwesten. Im Norden liegt Munster, im Süden Bergen.

Den nördlichsten Teil der Hermannsburger Sandgeest wie auch der Südheide insgesamt bildet die Schneverdinger Endmoräne (641.13) mit Schneverdingen im äußersten Nordwesten. Sie bildet eine Brücke von der Hohen Heide zu Falkenberger und Neuenkirchener Endmoräne und erreicht an ihrer nordwestlichen Basis, am Höpenberg im Norden Schneverdingens, , ostsüdöstlich davon, am Tütsberg westlich Behringens, und noch weiter südsüdöstlich, südwestlich Bispingens schließlich , um nunmehr nach Südsüdwesten umzuschwenken und allmählich abzuflachen. Die Endmoräne liegt noch fast komplett im Naturpark Lüneburger Heide und größtenteils zusätzlich im sehr großen Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, dessen Hauptflächenanteil in der Hohen Heide liegt.

Mit einem Süd(südwest)ausläufer reicht die Schneverdinger Endmoräne bis unmittelbar südöstlich Soltaus (Weiher Berge, ); in südsüdwestlicher Richtung verlängern die Falkenberg-Endmoränen dessen Streichen und gipfelt im 150 m hohen Falkenberg, dem höchsten Berg der Südheide, der den Südwesten der Hermannsburger Sandgeest einnimmt.

Östlich der Falkenberg-Moräne zieht sich in Nord-Süd-Richtung eine Senke, die sich in einen Nord- und einen Südteil gliedert. Der nördliche Teil, das Wietzendorfer Bruch- und Moorgebiet (641.12) mit dem Oberlauf der Wietze im Norden und Wietzendorf östlich der Mitte, enthält in seiner Südhälfte diverse Moorgebiete mit dem Naturschutzgebiet Große Moor bei Becklingen unmittelbar östlich Becklingens (850 ha) sowie, nördlich davon und unmittelbar südwestlich Wietzendorf, das mehrteilige NSG Wietzendorfer Moor (210 ha); nördlich Wietzendorfs liegt schließlich das kleine NSG Wittenmoor (28 ha).

Südlich schließt sich der Hohner Sander (641.11) entlang der Meiße an. Namensgeber ist nicht die Gemeinde Hohne, die in östlicheren Teilen der Südheide liegt, sondern die heutige Wüstung Hohne westlich von Belsen.

Den Zentralteil der Hermannsburger Sandgeest bildet ein in Nord-Süd-Richtung ausgerichteter, schwach reliefierter Rücken mit der Munsterlager Sandgeest (641.14) im Norden, die mehr als die Hälfte der Fläche einnimmt. Am Wietzer Berg im Südosten erreicht sie , am Kronsberg im Norden, unmittelbar westlich Munsters, sind es ; größere Teile der Landschaft nimmt der Truppenübungsplatz Munster-Süd ein.

Im Süden endet die Munsterlager Sandgeest bei Bonstorf und westlich davon, und es schließt sich die Bergener Flottsandinsel (641.15) um Bergen an. An ihrem Westrand liegt der Bleckmarberg (), der sich als schwach gratartiger Rücken in nordnordöstliche Richtung zieht und auch noch im Südwesten der Munsterlager Sandgeest eine ähnlich hohe Verlängerung findet, die sich nicht nennenswert in der Höhe, jedoch im Relief unterscheidet. Südwestlich von Offen wird der Rücken schließlich durch die Waller Sandgeest (641.16) um Walle abgeschlossen, an deren Südrand das NSG Goosemoor (44 ha) liegt.

Nordöstlich und östlich eingerahmt wird der zentrale Höhenrücken 641.14–16 durch Talungen der Örtze und ihrer rechten (östlichen) Nebenflüsse. Der Oerreler Sander (641.18) mit (Munster-)Oerrel im Zentrum und Breloh im Nordwesten schließt sich unmittelbar südöstlich an die Schneverdinger Endmoräne und südlich an die Hohe Heide an; auch die Osthälfte Munsters liegt in dieser Landschaft. Von nördlich bis südlich Oerrels zieht sich das 330 ha große NSG Tal der Kleinen Örtze. Nur zum Teil in ihm liegt, im äußersten Osten des Naturraums, das NSG Kiehnmoor (440 ha), das nach Nordwesten in das NSG Brambosteler Moor (105 ha) übergeht.