mini|Amt Winsen (Luhe) um 1600 Das Amt Winsen (Luhe) war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Lüneburg, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Übergeordnete Verwaltungsebene war die Landdrostei Lüneburg, Amtssitz die Stadt Winsen (Luhe).
Geschichte Der Amtsbezirk geht auf die Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Burg in Winsen (Luhe) und ihr Zubehör zurück. Die Burg Winsen war in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts einer der Hauptstützpunkte der Lüneburger Herzöge und wurde nach der Zerstörung der Burg auf dem Lüneburger Kalkberg (1371) administratives Zentrum für den Nordwesten des Fürstentums Lüneburg. Zeitweilig wurde sie auch als Residenz und Witwensitz genutzt. Wegen des Umfangs des ihm unterstellten Sprengels wurde der Vogt zu Winsen als Großvogt bezeichnet (1474 erstmals belegt). Mit der Bildung der Ämter Harburg und Moisburg sowie der Klosterämter Lüneburg und Scharnebeck wurde der Zuständigkeitsbereich des Vogts Anfang des 16. Jahrhunderts verkleinert. Um 1798 bestand das Amt Winsen aus fünf Amtsvogteien (Bardowick, Pattensen, Garlstorf, Amelinghausen und Bienenbüttel), der Marschvogtei und der Vogtei Neuland.
Nach der französisch-westphälischen Herrschaft wurde das Amt wiederhergestellt, 1852 jedoch in die drei eigenständigen Ämter Winsen, Pattensen und Salzhausen aufgeteilt. Die Stadt Winsen (Luhe) wurde amtsfrei. Die Vogtei Bardowick wurde auf die Ämter Lüne und Artlenburg aufgeteilt. 1859 wurden die drei Ämter Winsen, Pattensen und Salzhausen (ohne die Stadt Winsen) wieder vereinigt, wobei ein Teil des Amts Salzhausen an das Amt Lüne fiel, das Gut Holm zum Amt Tostedt. 1885 wurde das Amt Winsen mit der Stadt Winsen (Luhe) zum Kreis Winsen vereinigt.
Gemeinden Bei seiner Aufhebung (1885) gehörten dem Amt folgende Gemeinden an:
Achterdeich Asendorf (**) Ashausen (*) Bahlburg (*) Borstel (*) Brackel (*) Döhle (**) Drage Drennhausen Egestorf (**) Eichholz Elbstorf Evendorf (**) Eyendorf (**) Fahrenholz Fliegenberg Garlstorf (**) Garstedt (*) Gehrden Gödenstorf (**) Handorf (*) Hanstedt (**) Holtorf (*) Hoopte Horst (*) Hunden Kirchwerder Krümse Laßrönne Lübberstedt (**) Luhdorf (*) Luhmühlen (**) Marxen (*) Maschen (*) Mover Niedermarschacht Nindorf am Walde (**) Oelstorf (**) Ohlendorf (*) Oldershausen Ollsen (**) Pattensen (*) Putensen (**) Quarrendorf (*) Radbruch (*) Ramelsloh (*) Raven (**) Rönne Rolfsen (**) Rosenweide Rottorf (*) Roydorf (*) Sahrendorf (**) Salzhausen (**) Sangenstedt (*) Schätzendorf (**) Scharmbeck (*) Schierhorn (**) Schwinde Soderstorf (**) Stelle (*) Stöckte Stove Tangendorf (*) Thieshope (*) Tönnhausen Toppenstedt (**) Undeloh (**) Vierhöfen (**) Wehlen (**) Wetzen (**) Wittorf (*) Wuhlenburg Wulfsen (*)
(*) aus dem Amt Pattensen; (**) aus dem Amt Salzhausen
Amtmänner 1818–1830: Detlev Barthold von Schrader, Landdrost 1831–1845: Christian Eberhard Flügge, Amtmann 1846–1857: Wilhelm Friedemann Keferstein, Amtmann 1858–1867: Ludwig Theodor von der Osten, Kamerrat 1868–1890: Ernst Schulze, Amtmann, 1885–1890 Landrat des Kreises Winsen
Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981. Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 288–290.
Winsen Luhe Kategorie:Winsen (Luhe) Winsen Luhe Kategorie:Aufgelöst 1885