mini|Stolze Mannschaft der 56 2363 vor dem Verwaltungsgebäude des RAW 1938 mini|Mitarbeiter posieren vor der Lokomotive 77 008 mini|41 025 im RAW Nied 1939 mini|Schnellzuglok 01 046 im Jahr 1938 auf der Drehscheibe Das Ausbesserungswerk Frankfurt (Main) Nied war unter wechselnden Namen (Reichsbahnausbesserungswerk Nied; Reichsbahnausbesserungswerk Frankfurt (Main) Nied; Bundesbahnausbesserungswerk Nied; Ausbesserungswerk Frankfurt (Main) Nied) das wichtigste Eisenbahnausbesserungswerk des Eisenbahnknotens Frankfurt am Main im Stadtteil Nied. Hier wurden vor allem Dampflokomotiven betreut.

Entstehung Am Anfang des 20. Jahrhunderts stellte sich für die Preußischen Staatseisenbahnen aufgrund des wachsenden Verkehrs und der eingezwängten Lage des bestehenden Ausbesserungswerkes im Gleisfeld des Frankfurter Hauptbahnhofs die Aufgabe, ein neues Ausbesserungswerk zu konzipieren. Die Planungen liefen seit 1909. Aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verzögerten sich Bau und Inbetriebnahme bis 1918. Alle Bedingungen als Baugelände hinsichtlich Fläche und Anschluss an die bestehende Eisenbahninfrastruktur erfüllte das Areal im Nordosten des damals noch selbständigen Nied.

Betrieb Anfangs arbeiteten 512 Mitarbeiter in dem Werk. Der Personalhöchststand wurde 1944 mit 2470 Arbeitskräften erreicht. 546 davon waren Ausländer, zum Teil Zwangsarbeiter. 1956 betrug die Zahl der Mitarbeiter 2244. Dies war der Höchststand unter der Regie der Deutschen Bundesbahn. Danach sank die Zahl ständig. 1965 waren hier noch 850 Mitarbeiter beschäftigt. Auch die Zahl der zu betreuenden Lokomotiven, 1961 noch 875, sank ständig. 1966 waren es noch 146.

Ende 1967 kam dann das Aus für die noch verbliebenen 244 Beschäftigten. Nach Schließung des Ausbesserungswerkes benötigte die Deutsche Bahn das Gelände nicht mehr. Es wurde zur Bahnbrache. Eine geplante Wohnbebauung kam zunächst nicht zustande. 1981 wurde es von 250 Hausbesetzern okkupiert, aber nach 14 Wochen von der Polizei geräumt. 1984 stellte die Stadt Frankfurt einen Bebauungsplan für das Gelände auf: Die Werkshallen wurden abgerissen und das Gelände sukzessiv mit Mehrfamilienhäusern bebaut.

Eisenbahner-Siedlung Nied mini|Hauptportal zur Eisenbahnersiedlung Neben den betrieblichen Anlagen wurden in unmittelbarer Nähe Werkwohnungen für 400 Mitarbeiter und deren Familien errichtet. Sie wurde nach Ideen der Gartenstadtbewegung 1918–1933 im Heimatstil von dem Architektenbüro Schelling & Zweifel geplant. Kleingärten und Kleinviehställe gehörten integral zu dem Konzept. Die Wohnsiedlung war so groß, dass sie sogar zwei kleine Kirchen und eine eigene, achtklassige Volksschule erhielt.Grossart: Die Entwicklung der Eisenbahnhochbauten im Rhein-Main-Gebiet. In: Die Reichsbahn 16 (1940), S. 200–215 (214).

Diese Eisenbahnersiedlung zählt heute zu den wenigen in Deutschland noch weitgehend geschlossen erhaltenen und ist ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Der westlich der Eisenbahnersiedlung beginnende Bergmannweg erinnert an Dr.-Ing. Werner Bergmann (1877–1956), der von 1919 bis 1924 Leiter des Ausbesserungswerks war.

Literatur Ferdinand von Rüden: Verkehrsknoten Frankfurt am Main. Von den Anfängen bis um 1980Ferdinand von Rüden: Verkehrsknoten Frankfurt am Main. Von den Anfängen bis um 1980. EK-Verlag GmbH 2012. ISBN 978-3-88255-246-1. Adalbert Vollert: Als die Dampfrösser nach Nied kamen: Eisenbahngeschichte eines Frankfurter Stadtteils. Frankfurt am Main 2007. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Theiss Verlag. Stuttgart, 2005. Bd. 2.1, S. 33. ISBN 3-8062-1917-6.

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Einzelnachweise

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