mini|hochkant=1.5|Eine Doppelseite eines Tamra-Maeo-Manuskripts Tamra Maew (Thai: , RTGS: tamra maeo, wörtlich etwa Katzen-Lehrbuch) ist der Oberbegriff für traditionelle thailändische Manuskripte, die als illustrierte Samut Khoi ausgeführt heute in acht unterschiedlichen Versionen bekannt sind. Da nahezu alle Versionen in Reimen verfasst sind, spricht man auch von Katzengedichten.
Sammlungen Von den acht Versionen befinden sich sechs in der Nationalbibliothek in Bangkok, ein weiteres Exemplar befindet sich im Nationalmuseum Bangkok und noch eines im Museum für indische Kunst in Berlin. In der Nationalbibliothek Bangkok gibt es insgesamt 15 Kopien der folgenden Versionen, die fast durchweg in Versen verfasst sind: zwei Versionen im Versmaß „khlong si“ (, katalogisiert als kham khlong), eine Version im Versmaß „kap chabang sip-hok“ (, katalogisiert als kham chan), eine Version hauptsächlich im Versmaß „kap yani sip-et“ (, katalogisiert als kham chan), eine Version im Versmaß „klon pleng yao“ (, katalogisiert als kham klon), und eine Version in Prosa ( – roi kaeo).
Datierung und Inhalt Keine Version der Tamra Maeo lässt sich auf das Jahr genau datieren. Der Rechtschreibung und Satzstellung nach zu urteilen, stammt das älteste Manuskript etwa aus der Anfangszeit der so genannten „Rattanakosin-Periode“. Alle anderen stammen wahrscheinlich aus dem Anfang oder der Mitte des 19. Jahrhunderts. Einer Zeit, in der König Phra Nang Klao (Rama III., reg. 1824–1851) auf eine Wiederherstellung traditioneller Texte drängte, sowohl der Literatur als auch Gesetzestexte, die gut 50 Jahre zuvor fast vollständig von den Birmanen zerstört worden waren. Wahrscheinlich fanden sich seinerzeit Gruppen von Lehrern und Gelehrten zusammen, die versuchten, Texte aus dem Gedächtnis wiederherzustellen.
Den heute bekannten acht Versionen der Tamra Maeo scheint eine "Gruppe der 17 glücksbringenden Katzen" () zugrunde zu liegen, die in den einzelnen Exemplaren mehr oder weniger komplett aufgeführt sind. Dies legt eine gemeinsame Herkunft nahe.
Die 17 glücksbringenden Katzen Wilat ( – Schönheit) Kao Taem ( – Neun Points) Ninlarat ( – Dunkler Saphir) Thong Daeng (Rot-Gold, auch Suphalak – Exzellenz) Dork Lao (Lao-Blume, auch Malet – Blume, Korat-Katze) Wichian Mat ( – Mond-Diamant, Siamkatze) Saem Sawet ( – Alternierend Weiss) Ninlachak (auch Ninlajak oder Mongkhol, – Saphir-Kreis) An Ma (auch Aan Maa, – Pferde-Sattel, oder Krop Waen – Brillengestell) Ratanakampon (auch: Ratanakampol, – Juwelen-Tuch) Karawek ( – Paradies-Vogel) Krachok (auch Krajork, – Sperling) Singhasep ( – Löwe, oder Songsep ) Koncha (auch Konja, – Saruskranich) Patalot (auch Pattalort, – Durchweg Liniert, oder Pat Sawet – Weisse Linie) Chatubot (auch Jatubot, – Vierfüßig) Mulila ( – Schwarz)
Literatur Martin R. Clutterbuck: Siamese Cats, Legends and Reality. White Lotus Press, Bangkok 2004, ISBN 974-4800-53-4 Klaus Wenk: Die Metrik in der thailändischen Dichtung. Hamburg, Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens; Kommissionsverlag O. Harrassowitz, Wiesbaden, 1961.
Weblinks The Smud Khoi – Moderne Version des Tamra Maew: sie wurde anlässlich der Beisetzung des Abtes Somdet Phra Putthajan des Wat Anongkaram (ein Tempel in Bangkok) als so genannte Cremation Volume herausgegeben unter dem Titel „Tamra Du Laksana Maew“ (etwa: Lehrbuch der Katzen-Charakteristika).
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