mini|Pfarrkirche St. Georg in Liedberg St. Georg ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche im Stadtteil Liedberg der Stadt Korschenbroich.

Die Kirche gehört zur Pfarre St. Andreas (Korschenbroich) im Pastoralen Raum Korschenbroich, zur der auch St. Dionysius Kleinenbroich, St. Marien Pesch und Herz Jesu Herrenshoff gehören.

Die Pfarrgemeinden von Korschenbroich sind Teil des Bistums Aachen, nur die Pfarrgemeinde St. Pankratius im Stadtteil Glehn ist Teil des Erzbistums Köln.

Geschichte Liedberg wurde am 1. April 1862 durch den Kölner Erzbischof und Kardinal von Geissel zur Sukkursal- oder Hilfspfarre erhoben und dem Dekanat M.Gladbach zugeordnet. Vor dieser Zeit gehörte Liedberg zur Pfarrei Glehn.Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 7.

Viele Jahre zuvor hatte in Liedberg jedoch schon ein selbständiges kirchliches Leben stattgefunden. Im Jahr 1100 wird ein Graf Hermann, Herr von Liedberg, erwähnt, der eine Kapelle gegenüber dem aus der Römerzeit stammenden heutigen Mühlenturm baute.

1654 trugen die Liedberger dem Erzbischof und Kurfürsten Max Heinrich von Köln den Wunsch vor, eine neue Kapelle zu erbauen und Gottesdienste zu feiern. Unter dem Liedberger Vogt Damian Hermann Nideggen wurden diese Ziele vorangetrieben und am 3. Januar 1708 konnte eine neue Kapelle, die heute noch vorhandene Schlosskapelle, durch den Glehner Pastor Jennes eingesegnet werden. Im selben Jahr fand die feierliche Kirchweihe durch den Kölner Weihbischof Werner von Veyder statt. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 10.

Im Jahre 1859 legten die Liedberger ihren Wunsch nach einer eigenen Pfarrkirche dem Erzbischof von Köln nahe. Doch erst im Jahre 1913 erfolgte der erste Spatenstich und im Jahr 1915 konnte die Pfarrgemeinde die Einweihung ihrer neuen Pfarrkirche St. Georg feiern. Zur Beschaffung der Baugelder hatten die Liedberger den St.-Josephs-Bauverein gegründet. Am 6. Juni 1915 wurde die Kirche inmitten einer feierlich geschmückten Gemeinde durch Erzbischof Felix Kardinal von Hartmann konsekriert. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 18. Den Hochaltar weihte er zu Ehren des Pfarrpatrons, des heiligen Georg.

Liedberg wurde am 22. Mai 1944 von einem schweren Luftangriff der Alliierten getroffen. Die meisten Häuser des Ortes waren in Mitleidenschaft gezogen worden. An der Kirche wurden die Fenster des Chores und des linken Seitenschiffes zerstört. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 21.

Nach dem Krieg wurden die Schäden am Kirchengebäude durch tatkräftige und finanzielle Unterstützung der Pfarrangehörigen, auch mit Unterstützung durch den Landeskonservator, dem Diözesanbaumeister und dem Kreiskulturamt beseitigt. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 30.

Im Juni 1990 konnte die Pfarrgemeinde den 75. Jahrestag der Weihe der Pfarrkirche feiern.

Die Pfarre St. Georg wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgehobenen Pfarreien in die Pfarre St. Andreas/Korschenbroich eingegliedert. Seitdem ist St. Georg keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.

Architektur Das Kirchengebäude von St. Georg wurde im gotischen Stil von den Architekten Wilhelm und Paul Sültenfuß aus Düsseldorf erbaut. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 8. Als Baumaterial wurde Weiberner Tuff eingesetzt.

Baudenkmal

Die Kirche wurde unter Nr. 072 am 16. September 1985 in die Liste der Baudenkmäler in Korschenbroich eingetragen.

Die Denkmalbeschreibung lautet: Dreischiffige Pfeiler-Hallenkirche mit polygonalem Chorschluss, im Südwesten vorgesetzter, quadratischer Turm, der ins Polygon übergeht, Werkstein in neugotischen Schmuckformen; die zeitgenössische Ausstattung ist weitgehend erhalten

Orgel Die erste Orgel lieferte 1914 der Düsseldorfer Orgelbauer Gerhard Peckel. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 20.

Am 16. Dezember 1951 wurde eine neue Orgel eingeweiht, die von dem Orgelbaumeister Karl Kamp aus Aachen angefertigt wurde. Sie besitzt 21 Register mit elektrischem Spieltisch und elektrischer Traktur. Jakob Bremer: Liedberg bis zur Pfarrerhebung. Aufsatz um 1959, S. 27f.

Glocken Die Kirche besitzt drei Bronzeglocken, die 1914 und 1954 von der Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen gegossen wurden.. S. 66–68. Zwei größere Glocken von 1914 mussten im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden. Sie wurden Ende 1927 durch neue ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide im Jahre 1954 wiederum erneuert. Die Glockenweihe fand am 4. Adventsonntag (19. Dezember 1954) statt. Nr.  Giesser  Gussjahr  Nominal(16tel) I Karl (III) Otto, Fa. F. Otto, Bremen-Hemelingen 1954 f ' II as' III Karl (I) Otto, Fa. F. Otto, Bremen-Hemelingen 1914 b'

Glockenmotiv (Glocken I-III): Te Deum (Gotteslob Nr. 179, f-as-b-b)

Kirchliche Einrichtungen Pfarrkirche St. Georg Kindergarten St. Georg Liedberg, Hildegundisstraße Hildegundisheim Katholische öffentliche Bücherei St. Georg Liedberg

Weblinks

Website St. Georg Liedberg in der GdG Korschenbroich Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh.: Korschenbroich-Liedberg, Kath. Kirche St. Georg, mit Grundriss, Außenfoto und Innenfoto

Einzelnachweise

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