Sulfonal ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfone. Sulfonal wurde 1884 von Eugen Baumann hergestellt und 1888 von Alfred Kast als Schlafmittel eingeführt.Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 46.„Sulfonal-Bayer“: das neue Schlafmittel der Herren Professoren Baumann und Kast; den Mitgliedern und Theilnehmern der 61. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Cöln a. rh. überreicht von den Farbenfabriken, vormals Friedrich Bayer und Co. Sulfonal wurde auch in der Behandlung von Geisteskranken eingesetzt.Hans Bangen: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4, S. 23. Durch die Entwicklung der Barbiturate wurden die Sulfonale durch diese abgelöst.
Gewinnung und Darstellung Sulfonal wird aus Aceton und Ethanthiol unter Anwesenheit von Chlorwasserstoff sowie anschließender Oxidation dargestellt. Wird Aceton durch Butanon oder 3-Pentanon ersetzt, entstehen die homologen Verbindungen Trional (ebenfalls ein HypnotikumEmil Fischer, Josef von Mering: Ueber eine neue Klasse von Schlafmitteln. In: Die Therapie der Gegenwart. Band 44, (März) 1903, S. 97–107.) und Tetronal.
Homologe Sulfonale Name Sulfonal Trional Tetronal Grundstruktur 150px Struktur 150px 150px 150px R1 –CH3 –CH3 –C2H5 R2 –CH3 –C2H5 –C2H5 CAS-Nummer PubChem Summenformel C7H16O4S2 C8H18O4S2 C9H20O4S2 Molare Masse 228,33 g·mol−1 242,35 g·mol−1 256,38 g·mol−1 Schmelzpunkt 124–126 °C 74–76 °C 85 °C
Einzelnachweise
Kategorie:Sulfon Kategorie:Hypnotikum Kategorie:Synthetische psychotrope Substanz Kategorie:Psychotroper Wirkstoff