Fritz-Georg Hugo Karl von Rappard (* 15. August 1892 in Sögeln; † 1. Februar 1946 in Welikije Luki, Sowjetunion) war ein deutscher Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.
Leben Rappard begann seine militärische Laufbahn im Frühjahr 1911 als Fahnenjunker in der preußischen Armee. Er wurde beim Westfälischen Jäger-Bataillon Nr. 7 am 23. Oktober 1912 zum Leutnant befördert. Mit diesem Bataillon,Deutsche Verlustlisten des Ersten Weltkrieges: Ausgabe 14 (Preußen 18), S. 74 (Jäger-Bataillon Nr. 7, Bückeburg. (…) Leutnant Fritz Georg von Rappard – verwundet.); Ausgabe 108 vom 15. Oktober 1914 (Preußen 51), S. 1321 (Leutnant v. Rappard – Geburtsort nicht angegeben – leicht verwundet). das er auf dem Rückmarsch von der Front im November 1918 zeitweilig führteDas Kgl. Preußische (Westfälische) Jäger-Bataillon Nr. 7 (Feldbataillon) im Weltkrieg 1914–18. Hrsg. vom Verein der Offiziere des Bataillons, Gerhard Stalling, Oldenburg 1929 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Band 272), S. 335. und 1919 seine Abwicklungsstelle in der ehemaligen Residenzstadt Bückeburg leitete. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde zum Oberleutnant befördert. Er wurde mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes, dem Verwundetenabzeichen in Schwarz und weiteren Orden ausgezeichnet.
Nach dem Ersten Weltkrieg war er zunächst Bewirtschafter eines Landgutes. 1924 trat er als Oberleutnant in den Dienst der Reichswehr. 1935/36 war er Lehroffizier der Infanterieschule Döberitz.Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Vandenhoeck & Ruprecht, S. 537 Am 1. August 1937 wurde er Oberstleutnant. Die Beförderung zum Oberst erfolgte am 1. April 1939.
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs war er Kommandeur verschiedener Infanterie-Einheiten. Ab Januar 1942 Kommandeur des Infanterie-Regiments 277 und Stadtkommandant in Welikije Luki. Ab dem 3. Februar 1942 war er für einen Monat Kommandeur der 83. Infanterie-Division, zu der das Infanterie-Regiment 277 gehörte. Seine Division kämpften 1942 im Raum Welikije Luki bzw. in der Schlacht von Welikije Luki. Am 1. November 1942 erfolgte die Beförderung zum Generalmajor und er war mit Unterbrechungen bis August 1944 Kommandeur der 7. Infanterie-Division. Am 1. August 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert.Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Friedberg 1983, S. 268. Am 31. September 1944 wurde er im Wehrmachtbericht namentlich aufgeführt. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass sich die 7. Infanterie-Division unter der Führung von Pappard bei der Abwehrschlacht an der Narew durch vorbildlichen Kampfgeist bewährt habe.Die Wehrmachtberichte. Band V, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3, S. 298. Als Divisionskommandeur wurde ihm am 1. Juni 1944 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen, am 20. Oktober 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und am 24. Februar 1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz (751. Verleihung) verliehen.Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2. Am 10. Mai 1945 kam er an der Weichselmündung in Kriegsgefangenschaft.
Am 31. Januar 1946 wurde Rappard mit sieben weiteren Angehörigen des Infanterie-Regiments 277, darunter seinem Nachfolger als Regimentskommandeur Eduard von Saß, in Welikije Luki vor ein Militärtribunal der Roten Armee gestellt. Der Prozess war nicht öffentlich und eine richtige Verteidigung gab es nicht. Über die Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche, ist zu lesen „Freilich, und hierüber gibt es auch keine Zweifel, genügten die Prozesse rechtstaatlichen Ansprüchen in keiner Weise.“Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, S. 61 Bei den Urteilen „...spielten von Beginn an auch Nützlichkeitserwägungen und gegebenenfalls auch Propagandaabsichten bei der Verhängung des Strafmaßes eine entscheidende Rolle.“Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, S. 102
Die Anklage lautete auf „Kriegsverbrechen, Partisanenerschießung in Welikije Luki.“ Das Militärtribunal verurteilte Rappard und die sieben anderen Angeklagten zum Tode. Am 1. Februar 1946 wurden Rappard und die anderen Soldaten gemeinsam auf dem Hauptplatz von Welikije Luki öffentlich gehängt.
Literatur Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, ISBN 3-7909-0202-0, S. 268.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Kommandeur einer Infanterie-Division (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Kriegsverbrechen) Kategorie:Hingerichtete Person (Sowjetunion) Kategorie:Person (Bramsche) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann