Alejnu leschabe'ach […] (; deutsch „[es ist] an uns …“)Alenu. In: Siddur schma kolenu. Deutsche Übersetzung Raw Joseph Scheuer, bearb. Albert Richter / Edouard Selig, hrsg. Israelitische Cultusgemeinde Zürich. Verlag Morascha, Basel 1996. 9. Auflage: 2011, S. 87. ist Bestandteil der jüdischen Liturgie. Es dient hauptsächlich zum Abschluss der drei Tagesgebete Schacharit (morgens), Mincha (nachmittags) und Maariv (abends).

Beschreibung Der Text des Gebets besteht aus zwei Absätzen. Der erste Absatz spricht von der jüdischen Verpflichtung, Gott zu preisen („An uns ist es, zu Preisen den Herrn des Alls …“Zitiert nach Siddur Sefat Emet. 10. Auflage. Rödelheim 1922; Online unter Das Morgengebet für Werktage. talmud.de). Der zweite Absatz behandelt die universelle Anerkennung Gottes durch alle Menschen („… und alle Menschenkinder deinen Namen anrufen“). Es schließt mit der Berufung auf die kollektive Anerkennung Gottes zitiert Sacharja 14,9: „Und der Ewige wird zum König über die ganze Erde sein, an jenem Tage wird der Ewige einzig und sein Name einzig sein“.

Entstanden ist das Gebet im 3. Jahrhundert und wurde zunächst in den Gebeten für die Hohen Feiertage verwendet (Rosch haSchanah und Jom Kippur). Später ist es dann zum Schlussgebet aller Tagesgebete geworden. Es steht am Ende des Morgengebets (Schacharit), des Mittagsgebets (Mincha) und des Abendgebets (Maariv). Es wird auch im Anschluss an den Segen für den Neumond gesprochen sowie nach einer Beschneidung. Nur noch das Kaddisch wird häufiger gebetet.Barry Freundel: Why We Pray What We Pray: The Remarkable History of Jewish Prayer. Urim Publications, New York 2010, S. 204.Macy Nulman: Encyclopedia of Jewish Prayer. Jason Aronson, New York 1993, S. 24.

Eine volkstümliche Tradition schreibt dieses Gebet dem biblischen Joschua zur Zeit seiner Eroberung Jerichos zu.Barry Freundel: Why We Pray What We Pray: The Remarkable History of Jewish Prayer. Urim Publications, New York 2010, S. 205–206. Among the authorities supporting the attribution to Joshua was Rav Hai Gaon (died 1038), Eleazar of Worms (died 1230), Rabbi Nathan ben Rabbi Yehuda (13th century), and Kol Bo (publ. 16th century). Eine andere Zuweisung ist die an den Sanhedrin während der Periode des Zweiten Tempels.Barry Freundel: Why We Pray What We Pray: The Remarkable History of Jewish Prayer. Urim Publications, New York 2010, S. 207. ( Manasseh ben Israel; gest. 1657).

Um das Jahr 1400 behauptete ein getaufter Jude, mit den Worten „denn sie verneigen sich vor Nichtigkeit und Leere“ würden Jesus Christus und der christliche Glaube beleidigt.Ismar Elbogen: Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung, J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., 1931, S. 80 und 81 In deutschen Gebetbüchern wurde der Text seit damals zensiert, so dass der beanstandete Satz nur in nichtdeutschen Gebetbüchern überliefert ist.

Die älteste notierte Melodie zum Alejnu leschabe'ach im aschkenasischen Raum stammt von Kantor Aaron Beer.Abraham Zebi Idelsohn: Jewish Music: Its Historical Development. Courier Corporation, 1992, ISBN 0-486-27147-1, S. 157

Textauszug und Übersetzung Übersetzung des ersten Teils des Textes:

Weblinks Aleinu: Jewish Encyclopedia . South Huntington Jewish Center, Melville NY. Steve Copeland: Liturgy: Daily Prayers: Aleynu. ICCJ, 2013.

Einzelnachweise

Kategorie:Jüdischer Gottesdienst Kategorie:Gebet (Judentum)