Hermann Stiller (* 29. November 1850 in Gostyn; † 1931) war ein deutscher Architekt und Direktor der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule.
Leben Hermann Stiller studierte an der Berliner Bauakademie und war dort u. a. Schüler von Friedrich Adler. Er erhielt 1875 den Staatspreis der Akademie – vermutlich für seinen „Entwurf zu einer Kunst-Academie“.Mehrere Blätter im Bestand beim Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin architekturmuseum.ub.tu-berlin.de. Die damit verbundene Prämie nutzte er für eine 1876/77 unternommene Studienreise nach Italien.Hermann-Bröckelschen-Stiftung (Hrsg.): Chronik der Ausgrabung von Pergamon 1871–1886. Aus Berichten und Briefen des Humann-Kreises. Ardey-Verlag, Dortmund 1963, S. 62. Zwischen 1878 und 1880 arbeitete er unter Wilhelm von Mörner an Planung und Ausführung des Neubaus für das Reichsjustizamt in Berlin, Voßstraße 4/5, mit.
mini|Pergamon 1879 (v.l.): Otto Raschdorff, Carl Humann, Alexander Conze, Hermann Stiller und Richard Bohn vor der Grabungshütte auf dem Burgberg
Anschließend nahm er an den Aufnahmen der Ausgrabungen in Pergamon teil, wobei er das Trajaneum bearbeitete. 1882 wurde er Direktor der Gewerblichen Zeichenschule Kassel, von 1884 bis 1903 war er erster Direktor der neu gegründeten Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Danach ließ er sich als selbständiger Architekt in Köln nieder.
Stiller war Mitglied des Düsseldorfer Architekten- und Ingenieur-Vereins, wo er 1893 als VorsitzenderArchitekten-Verein. Vorsitzender: Professor H. StillerIn Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1893, Vereine S. 789 (uni-duesseldorf.de) und zeitweise als stellvertretender Vorsitzender amtierte.Deutsche Bauzeitung, 32. Jahrgang 1898, Nr. 28, S. 178. Nach seiner Übersiedlung nach Köln wechselte er in den dort ansässigen Architekten und Ingenieur-Verein für Niederrhein und Westfalen.Mitgliederverzeichnis des Architekten- und Ingenieur-Vereins für Niederrhein und Westfalen (diverse Jahrgänge). Er wurde Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA), die Ortsgruppe Köln des BDA ernannte ihn später zum Ehrenmitglied.
Hermann Stiller war verheiratet mit Erminia, einer Tochter des Florenzer Unternehmers Hermann (Ermanno) Bumiller. Die gemeinsame Tochter Maria heiratete den Komponisten und Dirigenten Rudolf Siegel und war die Mutter des Komponisten Ralph Maria Siegel.
Werk Bauten und Entwürfe Zu seinen Bauten gehören diverse Gebäude für Reichsbank-Niederlassungen, vor allem in der Rheinprovinz:Margit Heinker: Die Architektur der Deutschen Reichsbank 1876–1918. Dissertation, Universität Münster, 1994. (Katalog der Bauten) 1892–1894: Reichsbank-Stelle Düsseldorf, Heinrich-Heine-Allee 8/9 1896–1897: Reichsbank-Stelle Mülheim (Ruhr), Kaiserstraße 20 1897: Reichsbank-Stelle Duisburg, Düsseldorfer Straße 21Ein Hauch von Florenz - in Duisburg (Rheinische Post) 1900–1902: Reichsbank-Nebenstelle Uerdingen, Niederstraße 24 1902–1904: Reichsbank-Nebenstelle Barmen, Neuer Weg 594/596 1903–1905: Reichsbank-Nebenstelle Viersen, Poststraße 8Artikel mit Foto 1904–1906: Reichsbank-Stelle Krefeld, Friedrichsplatz 20 1905–1907: Reichsbank-Nebenstelle Rüdesheim, Geisenheimer Straße 17 1908–1910: Reichsbank-Nebenstelle Kleve, Klosterstraße 12/14 1909–1910: Reichsbank-Nebenstelle Moers, Landwehrstraße 6 1910–1911: Reichsbank-Nebenstelle Mettmann, Bahnstraße 55
Über die Tätigkeit für die Reichsbank hinaus sind bislang vor allem weitere Bankgebäude von Stiller bekannt. 1895: Wettbewerbsentwurf für die Ruhmeshalle in Barmen (Motto „Hya Berge romeryke“, prämiert mit einem 3. Preis) 1900: Bankgebäude für die Bergisch-Märkische Bank AG in Duisburg, Claubergstraße 11Architekturführer Duisburg. Duisburg 1994, S. ?; 2005 abgebrochen: auf www.historische-bauwerke.de, abgerufen am 26. Februar 2014 1901–1902: Bankgebäude für die Bergisch-Märkische Bank AG in Krefeld, Ostwall 131–135 (heute Deutsche Bank)Architekturführer Krefeld. Krefeld 1996, S. ?.www.architektur-bildarchiv.de 1910–1912: Bankgebäude für die Kreissparkasse Moers, Goethestraße (gemeinsam mit Hermann Eberhard Pflaume)Deutsche Bauzeitung. 44. Jahrgang 1910, Nr. 86, S. 700.
Schriften
Das Traianeum. (= Altertümer von Pergamon. Band 5, 2). de Gruyter, Berlin 1895 (Digitalisat).
Literatur
Hans-Peter Schwanke: Baumeister aus Leidenschaft und die Renaissance zum Vorbild. Leben und Werk des Architekten Hermann Stiller unter besonderer Berücksichtigung seiner Krefelder Bauten. In: Die Heimat. Krefelder Jahrbuch. 67, 1996, S. 139–162.
Weblinks
Arbeiten von Hermann Stiller im Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Architekt (Kassel) Kategorie:Architekt (Düsseldorf) Kategorie:Architekt (Köln) Kategorie:Hochschullehrer (Kunstgewerbeschule Düsseldorf) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann