Rosenberg ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.
Geographie Geographische Lage Rosenberg liegt zwischen Ellwangen im Südosten und Schwäbisch Hall im Nordwesten im Übergangsbereichs von Ellwanger Bergen (Westen) und Virngrund (Osten), die beide dem Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge zugerechnet werden.Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
Die höchste Erhebung der Gemeinde Rosenberg ist der Hohenberg (), über den auch ein Abschnitt des Fränkisch-Schwäbischen Jakobswegs führt. Der tiefste Punkt liegt auf wenig unter unterhalb des Orrotsees im Tal der Orrot nahe der Ostspitze des Gemeindegebietes. An dessen Südwestgrenze im Tal der mittleren Blinden Rot nordöstlich von Bühlerzell-Röhmen hat sich das Bett dieses Flusses fast ebenso tief eingegraben.
Das Gemeindegebiet wird im Südwesten, Westen und Nordwesten durch deren linke Zuflüsse zur Blinden Rot entwässert, vom Geißbach im Südwesten bis hinauf zum Eisenbach im Nordwesten. Der übrigen Abfluss erreicht stets die Jagst. Im nördlichen Bereich geschieht dies östlich über die Sulzbach-Oberläufe Harbach/Sobach und Grunbach, im mittleren Bereich südöstlich über die Orrot-Oberläufe Glasbach und Orbach und deren kürzere untere Zuflüsse von rechts. Der dicht südöstlich von Hohenberg entspringende Rotenbach erreicht die Jagst im südöstlichen Lauf, etwas weiter südlich entwässert dessen Zufluss Klapperschenkelbach, fast im Süden auf einem kurzen Abschnitt der Sizenbach-Oberlauf Frankenbach in Richtung Jagst. Ganz im Süden schließen sich dann wieder Zuflüsse der Blinden Rot an.
Das Gemeindegebiet hat eine größte Nord-Süd-Erstreckung von fast 9,5 km. Es reicht vom Harbach im Norden, dem obersten Lauf des Jagst-Zuflusses Sulzbach, über den Hohenberg bis in die Gegend des Schönbergs im Süden, der höchsten Erhebung der Ellwanger Berge, die hier gerade eben noch jenseits der Gemeindegrenze liegt. In Ost-West-Richtung erreicht das Gemeindegebiet eine maximale Breite von 7,5–8 km, vom Mittellauf der Blinden Rot bis zur Orrot-Nordkehre bei Jagstzell-Dietrichsweiler, wo die Grenze der Jagst bis auf weniger als einen Kilometer nahekommt.
Der nördlichste Punkt der Gemeinde ist an der Schimmelsägmühle im Harbach-Tal. Von dort zieht ihre Grenze südöstlich an Hummelsweiler vorbei und folgt dann in einer Entfernung von ungefähr einem Kilometer linksseitig dem Orrot-Oberlauf Glasbach meist durch Wald bis östlich von Unterknausen. Von hier geht die Grenze zur Orrot herunter, die sie nach der Holzmühle erreicht, und folgt ihr durch den Orrotsee bis zu ihrer eigenen Ostspitze und fast genau deren Nordknick bei Jagstzell-Dietrichsweiler. Von hier läuft die Grenze durch den Dürrenwald in alles in allem südwestlicher Richtung bis in die Gegend des Schönbergs, den sie in einem Nordbogen ausspart, um dann südlich von Hütten ihre Südspitze zu erreichen. Anschließend biegt sie nach Nordnordwesten um und erreicht etwa einen Kilometer nördlich der Adelmannsfelder Röhmensägmühle den Lauf der Blinden Rot, der sie dann in gleicher Richtung sehr beständig talaufwärts folgt bis zur Ludwigsmühle. Hier buchtet sich das Gemeindegebiet auf einer Breite von fast anderthalb Kilometern über den Fluss hinaus nach Westen aus bis weniger als einen Kilometer nordwestlich von Willa, von wo aus ein enger Schlauch beidseits der Blinden Rot eine kleine Fast-Exklave des Gemeindegebiets um den Betzenhof und den Lindenhof an der obersten Blinden Rot mit der restlichen Gemeinde verbindet. Vom Ansatzpunkt des Schlauches zieht die Gemeindegrenze danach weiter vor dem langen Frankenhardter Waldgewann Harbach nach Nordosten und erreicht dann wieder die Schimmelsägmühle am Harbach.
Mehr als 60 % des Rosenberger Gemeindegebiets sind bewaldet. Die Siedlungsplätze verteilen sich darin auf drei große und drei kleine Rodungsinseln.
Die größte ist die Rosenberger, die etwas nördlich der Gemeindemitte liegt und in der um das zentrale Dorf Rosenberg im Westen der Birkhof, im Nordwesten Geiselrot, im Nordosten eben noch vor dem Glasbach der Herlingshof und die Herlingssägmühle, im Osten jenseits des Baches Unterknausen, im Ostsüdosten an der Orrot die über 16 ha große Betriebsfläche der Holzmühle und im Südosten die Ohrmühle liegt.
Die große nördliche Flurinsel legt sich um Hummelsweiler, an das unmittelbar nördlich der Scheubenhof und unmittelbar östlich der Mehlhof grenzen. Der Schüsselhof liegt in etwas Abstand südsüdöstlich, die Spitzensägmühle in größtem an der Waldgrenze im Süden. Westlich von Hummelweiler liegt jenseits eines kleinen Sees das Farbhäusle, nordwestlich der Schimmelhof, weiter nordwestlich die Schimmelsägmühle am nördlichsten Punkt der Gemeinde.
Die große südliche Flurinsel umgibt Hohenberg. Hohenberg selbst liegt darin am nördlichsten, am Nord- und Ostfuß des namengebenden Bergs. Weniger als einen Kilometer südöstlich davon liegt der Dieselhof über der Mulde des beginnenden Rotenbachtals. Etwa ebenso weit im Süden liegt Tannenbühl, auch Krauthof genannt, dahinter in nicht ganz doppeltem Abstand Matzengehren, das südöstlich in den Stumpfhof übergeht. Etwa in gleichem Abstand wie Matzengehren liegt schließlich Zumhof im Südsüdwesten, das sich aus dem näheren Webershof und dem ferneren Gansershof zusammensetzt.
Die größte der kleinen Rodungsinseln liegt ganz im Süden und umfasst Hinterbrand in ihrem Osten, Hütten in ihrem Westen und den Hüttenhof wenig südöstlich von Hütten.
Wo die L 1060 das Tal der Blinden Rot etwa zwischen Ober- und Mittellauf quert, liegt die westliche Flurinsel um Willa. Sie umfasst die Ludwigsmühle ganz im Süden, auf halbem Weg dorthin den Uhlenhof, nahe an Willa nordöstlich das Zollhaus und nordnordöstlich den Zollhof und noch etwas weiter nordnordöstlich Hochtänn. Weiter nördlich am Oberlauf der Blinden Rot liegen der Betzenhof an seinem Mühlweiher und der Lindenhof beide in einer nördlichen Ausbuchtung des Gemeindegebietes.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Osten an Jagstzell, im Südosten an die Stadt Ellwangen, im Süden an Neuler und Adelmannsfelden, im Westen an Bühlerzell und Bühlertann sowie im Norden an Frankenhardt, die drei letzten im Landkreis Schwäbisch Hall.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Rosenberg gehören 32 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser; das Dorf Rosenberg, die Weiler Betzenhof, Geiselrot, Hinterbrand, Hohenberg, Holzmühle, Hütten, Hummelsweiler, Lindenhof, Ludwigsmühle, Matzengehren, Ohrmühle, Schimmelhof, Unterknausen und Zollhof, die Höfe Birkhof, Dieselhof, Gansershof, Herlingshof, Herlingssägmühle, Hochtänn, Hüttenhof, Mehlhof, Scheubenhof, Schimmelsägmühle, Schüsselhof, Tannenbühl, Uhlenhof, Webershof (zusammen mit dem Gansershof auch Zumholz genannt) und Willa, die Häuser Farbhäusle und Spitzensägmühle sowie die aufgegebenen Ortschaften Wehen, Oeheim, Neusatz, Kaiserhütte, Oberknausen oder Schlüpfenhof, Vorderknausheim, Morbach, Aynsiedel, Mayrhorant, Hof ze dem Wolfer, Glasbrunn, Glashof und Mullin underm Hohenberg.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 714–716. In der Topographischen Karte 1:25.000 findet sich der Schriftzug Oberknausen, rückwärts kursiviert wie gewöhnlich bei Wüstungen, auf halbem Wege zwischen der Herlingssägmühle und Unterknausen in einer kleinen Westschlinge des Glasbachs. Nahebei über diesen hinweg steht in gleicher Schrifttype Glassägmühle.Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord, im Einzelblattschnitt auf der Karte Nr. 6926 Stimpfach.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Rosenberg.
Geschichte Rosenberg wurde 1344 erstmals im Gültbuch der Propstei Hohenberg urkundlich erwähnt. Da die Gegend über sehr quarzhaltigen Sand und großen Holzreichtum verfügt, entstand eine Glashütte, die vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis 1876 bestand. Einige Ortsteile sind jedoch älter, so z. B. Hochtänn, das bereits im Jahr 1024 erstmals erwähnt wurde. Das Gebiet gehörte über Jahrhunderte zur Fürstpropstei Ellwangen. Als diese aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses säkularisiert wurde, fiel das Gebiet an das Königreich Württemberg, wo es dem Oberamt Ellwangen zugeordnet wurde.
Lediglich der Ortsteil Hummelsweiler gehörte bereits seit 1336 zu Vellberg und seit dem 16. Jahrhundert zur Reichsstadt Schwäbisch Hall, wurde dann aufgrund der Mediatisierung am Beginn des 19. Jahrhunderts aber ebenfalls württembergisch.
Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte die Gemeinde 1938 zum Landkreis Aalen. Da das Gemeindegebiet nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone geworden war, gehörte es somit seit 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform 1973 gehört Rosenberg zum neuen Ostalbkreis.
Religionen Aufgrund der Zugehörigkeit zur Fürstpropstei Ellwangen ist die Reformation an Rosenberg vorbeigegangen und der Ort blieb papsttreu. In Hummelsweiler hingegen wurde, ob seiner Zugehörigkeit zu Schwäbisch Hall, die lutherische Konfession eingeführt. So gibt es heute auch noch zwei römisch-katholische Kirchen (im Kernort und in Hohenberg), während die einzige evangelische Kirche in Hummelsweiler steht (Kirchengemeinde Hummelsweiler).
Politik
Verwaltungsgemeinschaft Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Ellwangen (Jagst).
Gemeinderat Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 neben dem Bürgermeister als Vorsitzendem zehn Mitglieder an, sieben von der FWV und drei von der UWV; Parteien sind im Gemeinderat nicht vertreten.Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Gemeinderatswahlen 2019, Rosenberg; Gemeinde Rosenberg: Die Gemeinderäte in den verschiedenen Wohnbezirken.
Bürgermeister seit 1900 1902–1907: Anton Gauckler 1907–1916: Paul Röhrle 1919–1929: Carl Denzer 1929–1945: Franz Haas 1945–1946: Hermann Hegele 1946–1952: Paul Röhrle 1952–1958: Kurt Habermaier 1959–1978: Alfred Haas 1978–1994: Hugo Ackermann 1994–2018: Uwe Debler seit 2018: Tobias Schneider
Gemeindepartnerschaften Seit 1976 besteht eine Partnerschaft zu Montoison in Frankreich.
Sehenswürdigkeiten mini|Jakobuskirche auf der Spitze des Hohenbergs mini|Lourdesgrotte mini|Sieger Köder Zentrum Bauwerke Auf dem Hohenberg steht die romanische und Ende des 19. Jahrhunderts im neoromanischen Stil erweiterte Jakobuskirche. Sie ist eine weithin sichtbare Wallfahrtsstätte auf dem fränkisch-schwäbischen Jakobsweg. Ihr Inneres wurde zwischen 1975 und 1995 von Sieger Köder umgestaltet. Etwa hundert Meter westlich der Kirche liegt am oberen Hang des Wallfahrtsberges im beginnenden Wald eine Lourdesgrotte.
Museen Galerie und Museum „Altes Rathaus“ mit Dauerausstellungen der Rosenberger Künstler Karl Stirner und Sieger Köder Sieger Köder Zentrum mit Bibelgarten (2011 eröffnet)
Skulpturen von Sieger Köder