Robert Byron Bird, genannt Byron Bird und zitiert R. Byron Bird, (* 5. Februar 1924 in Bryan, Texas;Lebensdaten nach American Men and Women of Science, Thomson Gale 2004 † 13. November 2020) war ein US-amerikanischer Chemieingenieur und Chemiker (Physikalische Chemie). Er war Professor an der University of Wisconsin–Madison.
Leben Bird studierte an der University of Maryland und an der University of Illinois at Urbana-Champaign, wo er 1947 den Bachelor-Abschluss erwarb. Unterbrochen wurde das Studium vom Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg. 1950 promovierte er in Physikalischer Chemie bei Joseph O. Hirschfelder an der University of Wisconsin-Madison (Intermolecular forces and the virial equation of state). Als Post-Doktorand war er 1950/51 als Fulbright Fellow an der Universität Amsterdam.
Er war Gastprofessor an der TU Delft (1958, 1994 als erster J. M. Burgers Professor), an der Katholischen Universität Leuven (1994) und 1962/63 als Fulbright Fellow an der Kyoto und der Universität Nagoya. Ab 1953 war er an der University of Wisconsin, ab 1955 als Assistenz-Professor und ab 1957 als Professor für Chemieingenieurwesen. 1992 wurde er emeritiert.
Werk Er befasste sich mit Transporttheorie nicht-Newtonscher Flüssigkeiten, speziell Polymerlösungen, mit Polymerkinetik (Grundlagen unter Einschluss von Wärme- und Massefluss und erweiterte Maxwell-Stefan-Gleichungen für Multi-Komponenten Diffusion in Polymerflüssigkeiten mit Charles F. Curtiss, später Entwicklung konstitutiver Gleichungen) und Rheologie. Er war für verschiedene Lehrbücher bekannt, unter anderem ein Buch über Transporttheorie, das ein Bestseller wurde und auch ins Chinesische, Russische, Spanische, Italienische, Tschechische und Portugiesische übersetzt wurde.
Ehrungen und Mitgliedschaften 1969: Aufnahme in die National Academy of Engineering 1970: Aufnahme in die American Physical Society 1974: W. K. Lewis Award und William H. Walker Award des American Institute of Chemical Engineers 1974: Bingham Medal 1980: Otto-Laporte-Preis 1981: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences 1983: A. C. Eringen Medal 1983: Aufnahme in die American Academy of Mechanics 1985: Aufnahme in die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften 1987: National Medal of Science 1989: Aufnahme in die National Academy of Sciences 2004: Orden von Oranien-Nassau (Ritter) 2008: Aufnahme in die Hall of Fame der Alpha Chi Sigma der University of Wisconsin–Madison
Bird war vielfacher Ehrendoktor (Kyoto, ETH Zürich, Technion, Delft, Clarkson College, Lehigh University, Washington University, Colorado School of Mines).
Schriften mit Joseph O. Hirschfelder, Charles F. Curtiss: The molecular theory of gases and liquids, Wiley 1954, 1964 mit W. E. Stewart, Edwin N. Lightfoot: Transport Phenomena, Wiley 1960, 2002, 2007 mit Curtiss: Fascinating Polymeric Liquids, Physics Today, Band 37, 1984, S. 36 mit R. C. Armstrong, O. Hassager: Dynamics of Polymeric Liquids, Band 1 (Fluid Dynamics), Band 2 (Kinetic Theory), Wiley 1977, 1987 (Band 2 mit Charles F. Curtiss) mit H. C. Oettinger: Transport Properties of Polymeric Liquids, Ann. Rev. Phys. Chem., Band 43, 1992, S. 371–406 mit J. M. Wiest: Constitutive Equations for Polymeric Liquids, Ann. Rev. Fluid Mech., Band 27, 1995, S. 169–193 mit C. F. Curtiss, R. C. Armstrong, O. Hassager: Nonlinear Viscoelastic Behavior, in Comprehensive Polymer Science, Band 2, Pergamon Press 1989, Kapitel 8 mit C. F. Curtiss: Statistical Mechanics and Transport Phenomena: Polymeric Liquid Mixtures, in: Advances In Polymer Physics 1996
Weblinks Webseite an der University of Wisconsin
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Chemieingenieur Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Ritter) Kategorie:Träger der National Medal of Science Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann