Henning Hildmann (* 5. Januar 1939 in Frankfurt am Main; † 2. Juli 2009 in Bochum) war ein deutscher HNO-Arzt. Als Gründungsdirektor leitete er von 1979 bis 2004 die HNO-Abteilung im Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.Abschied nach 25 Jahren. Website Ruhr-Guide, onlinemagazin für das Ruhrgebiet, März 2005, abgerufen am 20. Februar 2014.

Leben Henning Hildmann wurde am 5. Januar 1939 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium der Humanmedizin in Frankfurt am Main, Innsbruck und Düsseldorf, wo er 1965 promoviert wurde,Manual of Temporal Bone Exercises. Autoreninformation bei beck-shop.de, abgerufen am 21. Februar 2014 und der HNO-fachärztlichen Ausbildung in Tübingen wurde er Oberarzt in Kiel und Aachen.RUB-Medizin: Geburtstagssymposium für HNO-Spezialist Henning Hildmann. Pressestelle Ruhr-Universität Bochum vom 15. Januar 2004, abgerufen am 21. Februar 2014. Hier wurde er 1975 bei Georg Schlöndorff habilitiert.Fleischer, Konrad; Naumann, Hans Heinz: Akademische Lehrstätten und Lehrer der Oto-Rhino-Laryngologie in Deutschland im 20. Jahrhundert, Springer, Berlin 1996, S. 43–44. Zum 15. Januar 1979 an die Ruhr-Universität Bochum berufen, übernahm er die neu gegründete HNO-Abteilung, die innerhalb des Bochumer Modells im St. Elisabeth-Hospital ansässig ist und die er bis zu seiner Emeritierung im Dezember 2004 leitete.Abschied nach 25 Jahren. Website Ruhr-Guide, onlinemagazin für das Ruhrgebiet, März 2005, abgerufen am 20. Februar 2014. Er erlag mit 70 Jahren den Folgen eines Autounfalls auf dem Heimweg von einem medizinischen Kongress.Weiterbildung zum HNO-Arzt in Ruanda. Website des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte e.V. 2013, abgerufen am 20. Februar 2014.

Leistungen Die HNO-Klinik des Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum wurde unter Hildmann mit 5.000 Eingriffen pro Jahr zu der Universitätsklinik mit den meisten HNO-Operationen in Nordrhein-Westfalen. Etwa 800 dieser Operationen entfallen auf gehörverbessernde Eingriffe. Auf diesem Gebiet engagierte sich Hildmann besonders: So gründete er 1999 das Cochlea-Implantat-Zentrum Ruhrgebiet, in dem interdisziplinär Ärzte, Logopäden, Ingenieure, Heilpädagogen und Psychologen zusammenarbeiten.Ci-Zentrum Ruhrgebiet - Über uns. Website des Cochlea-Implantat-Zentrums Ruhrgebiet, abgerufen am 20. Februar 2014. Die Vernetzung der HNO-Klinik mit anderen Instituten umfasst das Sozialpädiatrische Zentrum, das Schädelbasiszentrum Bochum im Knappschaftskrankenhaus Langendreer und das Schlaflabor im Bergmannsheil. Bei mehr als 200 medizinischen Publikationen war er Autor oder Koautor.Manual of Temporal Bone Exercises. Autoreninformation auf amazon.de, abgerufen am 22. Februar 2014.

Seine Mitarbeiter schätzten neben seinen großen Führungsqualitäten vor allem seine soziale Kompetenz sowohl Patienten als auch dem Personal gegenüber.Abschied nach 25 Jahren. Website Ruhr-Guide, onlinemagazin für das Ruhrgebiet, März 2005, abgerufen am 20. Februar 2014.

Entwicklungshilfe Neben der wissenschaftlichen Forschung und der ärztlichen Therapie engagierte sich Hildmann auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit: Dies begann bereits während des Studiums mit seiner Tätigkeit als Leiter des Referats für ausländische Studierende und setzte sich in der kontinuierlichen Unterstützung junger Kollegen aus Entwicklungsländern als Klinikdirektor fort.RUB-Medizin: Geburtstagssymposium für HNO-Spezialist Henning Hildmann. Josef König für die Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum, 15. Januar 2004, abgerufen am 20. Februar 2014. Er unterrichtete Kollegen aus Osteuropa, Asien und Südamerika in Operationskursen. Dadurch konnten die dortigen Standards der Patientenversorgung verbessert werden. Hildmann erhielt hierfür u. a. 2002 die Ehrendoktorwürde der mongolischen Universität Ulaanbaatar. Er war ebenfalls Gründungsmitglied und später Ehrenmitglied der Spanisch-Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde.Mitglieder der Spanisch-Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde. Website der Spanisch-Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, abgerufen am 21. Februar 2014 Darüber hinaus war Hildmann Ehrenmitglied in den HNO-Gesellschaften Boliviens, der Slowakei, Polens und der Mongolei und in den Otologie-Gesellschaften der Ukraine, Indiens und Griechenlands.Manual of Temporal Bone Exercises. Autoreninformation bei amazon.de, abgerufen am 22. Februar 2014.

Zum Zeitpunkt seines Todes hatte er gerade begonnen, ein Projekt zur Unterstützung der HNO-Ärzte in Ruanda zu initiieren, nachdem er zuvor vor Ort bei Operationen von der desolaten Situation in der dortigen HNO-Heilkunde überrascht worden war.Weiterbildung zum HNO-Arzt in Ruanda. Website des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte e.V., abgerufen am 20. Februar 2014.

Werke Die Verwendbarkeit von Knorpel- und Knochentransplantaten in der Mittelohrchirurgie: eine vergleichende histologische und autoradiographische experimentelle Studie. Habilitationsschrift, Aachen 1980. Rhino-Sinusitis. mit Konrad Morgenroth, Pharmazeutische Verlags-Gesellschaft, München 1984, ISBN 3-88581-033-6. Mikrobiologische Aspekte bei Erkrankungen im HNO-Bereich: moderne Diagnostik und Therapie (Hrsg.), Fischer, Stuttgart 1990, ISBN 3-437-11300-3. Atlas der Ohrchirurgie. mit Dietrich Plester und Eberhard Steinbach, Kohlhammer, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-170-08488-9. Mikrobiologische Erkrankungen im Kopf- und Halsbereich. mit Hartmut P. H. Neumann und Wolfgang Opferkuch, SM Verlagsgesellschaft, Gräfelfing 1990, ISBN 978-3-927-29009-9. Der Paukenerguß. mit Agnes Hildmann, in: HNO, Bd. 41, 1993, Heft 9, S. 455–464. Mikrobiologische Erkrankungen im HNO-Bereich. mit Horst Luckhaupt und Wolfgang Opferkuch, socio-medico, Planegg 1996, ISBN 978-3-927-29047-1. Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie im Kindes- und Jugendalter. mit Ulrich Koch, Springer, Berlin 1999, ISBN 978-3-540-65806-1. Etiopathogenesis of cholesteatoma. mit Ewa Olszewska, Mathias Wagner, Manuel Bernal-Sprekelsen, Jörg Ebmeyer, Stefan Dazert und Holger Sudhoff, in: Archiv für Klinische und Experimentelle Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde, Bd. 261, 2004, S. 6–24. Middle Ear Surgery. mit Holger Sudhoff, Springer, Berlin 2006, ISBN 978-3-540-22201-9. Manual for Temporal Bone Exercises. mit Holger Sudhoff, Stefan Dazert und Rudolf Hagen, Springer, Berlin 2011, ISBN 978-3-642-19497-9.

Weblinks

Publikationen von H. Hildmann in der U.S. National Library of Congress

Einzelnachweise

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