Anzin (flämisch: Ansingen) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Valenciennes und zum Kanton Anzin.

Geografie Anzin ist als Vorort von Valenciennes eine ehemalige Bergbaustadt an der kanalisierten Schelde am Rande des Hainauts. Umgeben wird Anzin im Osten und Süden von Valenciennes. Im Westen liegen die Gemeinden Petite-Forêt und Raismes, im Nordwesten und Norden Beuvrages sowie im Norden und Nordosten Bruay-sur-l’Escaut.

Geschichte Funde aus der Bronzezeit deuten auf eine frühe, prähistorische Besiedlung hin. Mit dem gallischen Krieg kamen die Römer in die Gegend. Reste eines Isistempels wurden auf den Hügeln bei Anzin gefunden, dessen Zerstörung auf die Zeit des Kaisers Valentinian I. (um 369) datiert werden kann.

Das heutige Anzin wird als Anzinium 877 erwähnt. Mit der Eroberung durch die Normannen wird die Schelde zum Grenzfluss zum Heiligen Römischen Reich.

Bei der Schlacht von Valenciennes 1566/67 (Auftakt des Achtzigjährigen Krieges) sammelten sich die spanischen Truppen auf den Hügeln von Anzin.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Kohleabbau zum wichtigen Industriezweig.

Mit dem industriellen Niedergang in der früheren Kohleregion erlebte die Stadt seit den 1960er Jahren einen Niedergang.

Sport Ein Fußballklub aus Anzin fusionierte 1916 mit dem einem Verein aus der Nachbarstadt Valenciennes zur Union Sportive Valenciennes-Anzin. Dieser Verein spielte immer wieder einmal für kurze Zeit in der ersten französischen Liga und wurde 1993 europaweit ein Begriff durch die Bestechungs-"Affaire OM-VA", um Bernard Tapie, die Olympique Marseille die Meisterschaft und die Zukunft kostete.

Trivia Der Bergarbeiter-Streik von Anzin im Jahre 1884 diente dem Journalisten und Romancier Emile Zola als Vorlage für sein Bergarbeiter-Epos "Germinal".

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2020Einwohner 16.275 15.634 14.866 14.602 14.064 14.052 14.051 13.479 13.195 Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten Kirche Sainte-Barbe Theater, erbaut 1934 Hôtel de Ville, erbaut 1874 Schloss Dampierre (Monument historique seit 2009 und Teil des Weltkulturerbes „Bergbaubecken von Nord-Pas-de-Calais“) mit Parc Mathieu

Persönlichkeiten Jean-Jacques Desandrouin (1681–1761), Unternehmer

Lucien Jonas (1880–1947), Maler, Zeichner und Lithograf Émile Steffe (1889–1916), Turner Charles Dubois (1890–1968), Militär, Chef des Schweizer Nachrichtendienstes (vor 1936 und 1950–1960) Louis Thiétard (1910–1998), Radrennfahrer

Gemeindepartnerschaft Boussu, Wallonien, Belgien, seit 1985

Literatur Le Patrimoine des Communes du Nord. Flohic Editions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-119-8, S. 45–47.

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