mini|Innenhof mini|hochkant|Museumseingang mini|hochkant|Blauer Strahl durch den Karlsruher Schlossgarten mini|hochkant|Kakadu von Emil Pottner, Keramik-Museum Berlin alternativtext="Siegfried und Drache" von Max Heinze, Karlsruhe, Nr. 4591|mini|hochkant|Siegfried und Drache von Max Heinze, Nr. 4591 Die Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe GmbH war ein Hersteller von Keramikwaren (unter anderem Majolika) aus Karlsruhe.
Geschichte Die Manufaktur wurde als Großherzogliche Majolika-Manufaktur von Großherzog Friedrich I. von Baden auf Empfehlung der beiden Maler und Grafiker Hans Thoma und Wilhelm Süs gegründet. Der Architekt Friedrich Ratzel wurde mit dem Entwurf eines geeigneten Gebäudes auf einem staatlichen Grundstück an der Hoffstraße in der Karlsruher Weststadt beauftragt. Im Jahr 1901 konnte das fertiggestellte Gebäude als Keramische Künstlerwerkstätte an den ersten Direktor und künstlerischen Leiter der Manufaktur, Wilhelm Süs, übergeben werden.
Nach anfänglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sah man bald die Chance, eine Serienproduktion aufzunehmen. Für einen derart ausgeweiteten Betrieb waren die Räume im Bau an der Hoffstraße jedoch nicht ausreichend. So entstand 1908 im Schlossgarten ein Neubau nach Entwurf der Architekten Pfeifer und Großmann auf einem Grundstück, dass auch Platz für bereits 1911–1915 ausgeführte Erweiterungsbauten bot.Kulturdenkmal Ahaweg 6 auf den Internetseiten der Stadt Karlsruhe, abgerufen am 20. Februar 2023 Die Manufaktur hatte im Jahr 1915 bereits 150 Angestellte. Zu einer ausgesprochenen Blütezeit kam sie unter der Leitung von Nicola Moufang, der von 1921 bis 1925 ihr Direktor war.
Im Jahr 1999 erwarb die Landesbank Baden-Württemberg die Manufaktur. Im Zuge der Finanzkrise im Jahre 2010 veräußerte die Landesbank jedoch die Majolika an die Stadt Karlsruhe. Diese überführte das Unternehmen in die dazu 2011 neu gegründete Majolika-Stiftung.
Der Betrieb wurde am 31. Mai 2024 geschlossen.
Bekannte Werke Seit dem Jahr 2001 führt der „Blaue Strahl“ aus 1.645 blauen Majolika-Fliesen ausgehend vom Schlossturm des Karlsruher Schlosses quer durch den Schlossgarten zum Gebäude der Manufaktur. Der Blaue Strahl wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Manufaktur angelegt. Auf dem Gelände der Manufaktur befindet sich auch ein Keramikmuseum, welches eine Zweigstelle des Badischen Landesmuseums ist.
In der über hundertjährigen Tradition des Unternehmens waren verschiedene nationale und internationale Künstler gestalterisch für die Majolika tätig. Zu diesen gehörten in der Anfangszeit Max Laeuger, Max Heinze, Bruno Paul, Käthe Roman-Försterling, Otto Leiber und Ludwig König sowie in den Folgejahren Martha Katzer und Gerda Conitz, Gretel Schulte-Hostedde, Emil Sutor, Erwin Spuler, Walter Bosse, Karl-Heinz Feisst, Dietmar Liedke, Eva Fritz-Lindner und Friedegard Glatzle. Später arbeiteten auch moderne Künstlerinnen und Künstler wie Elvira Bach, Lambert Maria Wintersberger, Herrmann Weber, Harald Häuser, Emil Wachter, Isa Dahl, Raymond E. Waydelich, Uwe Lindau, Nobert Prangenberg, Hans Peter Reuter, Khaled Ben Slimane, Melanie Richter sowie die Designer Hans Theo Baumann und Luigi Colani für das Unternehmen.
Aus der Majolika-Manufaktur stammen die Skulpturen, die beim Deutschen Medienpreis verliehen werden. Auch der Medienpreis Bambi war ursprünglich eine Keramikfigur aus der Manufaktur. Das damals weiße Reh wurde modelliert von Else Bach und war Vorläufer des bis heute verliehenen Modells aus vergoldeter Bronze von Emil Sutor. Die „Laemmle“-Skulptur des Carl Laemmle Produzentenpreises, mit dem jährlich in der Carl-Laemmle-Geburtsstadt Laupheim eine herausragende Filmproduzentenpersönlichkeit ausgezeichnet wird, stammt ebenso aus der Majolika Manufaktur.
14 großformatige Keramikplatten des Kunstprojektes Genesis – Sieben Tage des Herrn von Markus Lüpertz für die Haltestellen im Karlsruher Stadtbahntunnel, die zunächst mit der Majolika Manufaktur entstehen sollten, werden nun in der Zeller Keramik Manufaktur entstehen, wie der Verein „Karlsruhe Kunst Erfahren“ im November 2020 mitteilte.
Literatur Neuere badische Architektur. In: Deutsche Bauzeitung, 38. Jahrgang 1904, Nr. 104/105 (vom 30. Dezember 1904), S. 653 (Abbildung), S. 654 (Text), S. 656 (Abbildung, Grundrisse). Nicola Moufang: Die Grossherzogliche Majolika Manufaktur in Karlsruhe. Karl Winter, Heidelberg 1920. Johanna Flawia Figiel: Majolika-Manufaktur Karlsruhe. „Das Unternehmen ist in erster Linie als Kunststätte zu führen“. In: dies.: Tonangebend. Starke Frauen und ihre Kunst 1918–1945. Ausstellungskatalog Keramikmuseum Stauffen. Badisches Landesmuseum, Karlsruhe, ISBN 978-3-937345-94-9, 2023, S. 80–87.
Weblinks
Offizielle Website Künstlerkeramiken Stadtgalerie Markdorf
Einzelnachweise
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