Das Kabinett Renzi regierte Italien vom 22. Februar 2014 bis zum 12. Dezember 2016. Die größten beteiligten Parteien waren, wie bereits zuvor im Kabinett Letta, der sozialdemokratische Partito Democratico (PD), die Bürgerliste Scelta Civica (SC) und die Mitte-rechts-Partei Nuovo Centrodestra (NCD).
Das Kabinett unter Ministerpräsident Matteo Renzi bildete die zweite Regierung in der seit März 2013 laufenden 17. Legislaturperiode der Republik. Enrico Letta trat mit seinem Kabinett am 14. Februar 2014 zurück, nachdem sich bei einer internen Abstimmung des Partito Democratico der Parteivorsitzende Matteo Renzi mit der Forderung nach einer neuen, von ihm angeführten Regierung durchsetzen konnte. Zu den Prioritäten der Regierung Renzi gehörten eine grundlegende Reform des italienischen Senats und ein neues Wahlgesetz.
Matteo Renzi wurde am 17. Februar 2014 von Staatspräsident Giorgio Napolitano mit der Regierungsbildung beauftragt. Die Ministerliste wurde am 21. Februar veröffentlicht, die Vereidigung des Ministerpräsidenten und der Minister erfolgte am 22. Februar im Quirinalspalast. Am 25. Februar erhielt die neue Regierung das Vertrauen des Parlaments. Nachdem das Verfassungsreformvorhaben der Regierung im Referendum über Verfassungsreformen in Italien 2016 gescheitert war, trat Matteo Renzi am 7. Dezember 2016 zurück. Staatspräsident Sergio Mattarella beauftragte das Kabinett Renzi mit der Fortführung der laufenden Amtsgeschäfte. Am 12. Dezember 2016 wurde das Kabinett Gentiloni vereidigt.
Minister und Staatssekretäre
Regierungschef Amt oder RessortBildNameParteiPräsident des Ministerratszentriert|rahmenlos|130x130pxMatteo Renzi(PD)
Kabinettschef Amt oder RessortBildNameParteiSekretär des Ministerratszentriert|rahmenlos|143x143pxGraziano Delrio bis 31. Oktober 2014(PD)zentriert|rahmenlos|135x135pxClaudio De Vincenti ab 31. Oktober 2014
Minister mit Geschäftsbereich Auswärtige Angelegenheitenrahmenlos|138x138px Federica Mogherini (PD)bis 31. Oktober 2014 Lapo Pistelli (PD) bis 15. Juni 2015,Mario Giro (SC) ab 29. Januar 2016 Benedetto Della Vedova (SC), Mario Giro (SC) bis 29. Januar 2016, Vincenzo Amendola (PD) ab 29. Januar 2016rahmenlos|138x138pxPaolo Gentiloni (PD)ab 31. Oktober 2014Inneresrahmenlos|100pxAngelino Alfano (NCD) Filippo Bubbico (PD) Gianpiero Bocci (PD), Domenico Manzione (parteilos)Infrastruktur und Verkehrrahmenlos|128x128pxMaurizio Lupi (NCD)bis 20. März 2015Riccardo Nencini (PSI)Umberto Del Basso de Caro (PD), Antonio Gentile (NCD) bis 3. März 2014, Simona Vicari (NCD) ab 29. Januar 2016rahmenlos|100pxGraziano Delrio (PD)ab 2. April 2015 Justiz rahmenlos|100px Andrea Orlando (PD) Enrico Costa (NCD) bis 29. Januar 2016 Cosimo Maria Ferri (parteilos), Federica Chiavaroli (NCD) ab 29. Januar 2016, Gennaro Migliore (PD) ab 29. Januar 2016 Wirtschaft und Finanzen rahmenlos|100px Pier Carlo Padoan (parteilos) Enrico Morando (PD),Luigi Casero (NCD),Enrico Zanetti (SC) ab 29. Januar 2016 Pier Paolo Baretta (PD), Giovanni Legnini (PD) bis 30. September 2014, Paola De Micheli (PD) ab 31. Oktober 2014, Enrico Zanetti (SC) bis 29. Januar 2016 Verteidigung rahmenlos|100px Roberta Pinotti (PD) Domenico Rossi (PI), Gioacchino Alfano (NCD)Wirtschaftliche Entwicklungrahmenlos|126x126pxFederica Guidi (parteilos)bis 5. April 2016Carlo Calenda (SC)bis 18. März 2016,Claudio De Vincenti (PD)bis 10. April 2015,Teresa Bellanova (PD)ab 29. Januar 2016Simona Vicari (NCD) bis 29. Januar 2016, Antonello Giacomelli (PD), Antonio Gentile (NCD) ab 29. Januar 2016, Ivan Scalfarotto (PD) ab 29. Januar 2016rahmenlos|130x130pxMatteo Renzi (PD) (interim)bis 10. Mai 2016rahmenlos|100pxCarlo Calenda (parteilos)ab 10. Mai 2016 Land- und Forstwirtschaft rahmenlos|100px Maurizio Martina (PD) Andrea Olivero (PI) Giuseppe Castiglione (NCD) Bildung und Forschung rahmenlos|100px Stefania Giannini (PD) Angela D’Onghia (PI), Roberto Reggi (PD) bis 30. September 2014, Davide Faraone (PD) ab 31. Oktober 2014, Gabriele Toccafondi (NCD) Kultur und Tourismus rahmenlos|100px Dario Franceschini (PD) Francesca Barracciu (PD) bis 2. November 2015, Ilaria Borletti Buitoni (SC), Dorina Bianchi (NCD) ab 29. Januar 2016, Antimo Cesaro (SC) ab 29. Januar 2016 Gesundheit rahmenlos|100px Beatrice Lorenzin (NCD) Vito De Filippo (PD) Arbeit und Soziales rahmenlos|100px Giuliano Poletti (parteilos) Teresa Bellanova (PD) bis 29. Januar 2016, Franca Biondelli (PD), Luigi Bobba (PD), Massimo Cassano (NCD) Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz rahmenlos|100px Gian Luca Galletti (UdC) Barbara Degani (NCD), Silvia Velo (PD)
ohne Geschäftsbereich Verfassungsreformen und Beziehungen zum Parlament rahmenlos|100px Maria Elena Boschi (PD) Sesa Amici (PD), Luciano Pizzetti (PD), Ivan Scalfarotto (PD) bis 29. Januar 2016 Verwaltungsreformen und -vereinfachung rahmenlos|100px Marianna Madia (PD) Angelo Rughetti (PD)Regionale Angelegenheitenrahmenlos|115x115pxMaria Carmela Lanzetta (PD)bis 30. Januar 2015Gianclaudio Bressa (PD)rahmenlos|100px Enrico Costa (NCD)ab 29. Januar 2016 mini|Das Kabinett Renzi nach seiner Vereidigung Veränderungen Das Kabinett Renzi bestand bei Amtsantritt neben dem Ministerpräsidenten aus acht Ministern und acht Ministerinnen; eine solche Regierungszusammensetzung hat es in der Geschichte Italiens noch nicht gegeben. Das Durchschnittsalter der KabinettsmitgliederBezogen auf Ministerpräsident und Minister. betrug bei Amtsantritt 47 Jahre. Zum selben Zeitpunkt war Matteo Renzi mit 39 Jahren der jüngste Ministerpräsident Italiens und der jüngste Regierungschef in der EU.Nasce il governo Renzi, ecco i ministri, La Repubblica, 21. Februar 2014
Einige Minister waren Mitglieder der Vorgängerregierung: Angelino Alfano, NCD-Vorsitzender, blieb Innenminister, musste jedoch auf das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten verzichten, das im Kabinett Renzi entfällt; Maurizio Lupi (NCD) blieb bis März 2015 Infrastruktur- und Verkehrsminister, Beatrice Lorenzin (NCD) blieb Gesundheitsministerin; Andrea Orlando, im Kabinett Letta Umweltminister, wechselte ins Justizministerium; Roberta Pinotti, zuvor Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, wurde erste Verteidigungsministerin Italiens; Maurizio Martina, unter Letta Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, wurde Landwirtschaftsminister; Gianluca Galletti, zuvor Staatssekretär im Bildungsministerium, wurde Umweltminister; Graziano Delrio, unter Letta Minister für regionale Angelegenheiten, wurde ranghöchster Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten und damit rechte Hand Matteo Renzis, bis er im April 2015 als Minister das Infrastruktur- und Verkehrsministerium übernahm. Etliche andere Staatssekretäre gehörten der Vorgängerregierung ebenfalls an.
Antonio Gentile musste nach einem Versuch der Einflussnahme auf die Berichterstattung der Zeitung L’Ora della Calabria als Staatssekretär bereits am 3. März 2014 zurücktreten. Gentile hatte versucht, das Erscheinen eines Artikels über einen Korruptionsskandal, in den sein Sohn verwickelt war, zu verhindern; dies war öffentlich bekannt geworden.
Außenministerin Federica Mogherini trat Ende Oktober 2014 von ihrem Amt zurück, um das der Hohen Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik zu übernehmen. Neuer Außenminister wurde am 31. Oktober 2014 Paolo Gentiloni. Gleichzeitig wurden zwei neue Staatssekretäre ernannt: Paola De Micheli trat im Finanzministerium die Nachfolge von Giovanni Legnini an, der in den Consiglio Superiore della Magistratura (Selbstverwaltungsorgan der Richter und Staatsanwälte) berufen wurde, Davide Faraone wurde im Bildungsministerium Nachfolger von Roberto Reggi, welcher die Leitung der Immobilienagentur Agenzia del Demanio übernahm.Esteri, Gentiloni nuovo ministro. Corriere della Sera, 31. Oktober 2014
Die Ministerin für regionale Angelegenheiten, Maria Carmela Lanzetta, trat am 30. Januar 2015 von ihrem Amt zurück, ohne ihren Schritt öffentlich zu begründen.Mitteilung auf governo.it, 26. Januar 2015 Der Minister für Infrastruktur und Verkehr, Maurizio Lupi, trat am 20. März 2015 wegen eines Korruptionsskandals zurück.Italien: Verkehrsminister Lupi zurückgetreten. VerkehrsRundschau, 20. März 2015 Dessen Amt übernahm am 2. April 2015 Matteo Renzis Staatssekretär Graziano Delrio.Vereidigung Delrios am 2. April 2015, quirinale.it Delrios Posten im Amt des Ministerpräsidenten ging am 10. April 2015 an den bisherigen Vizeminister im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Claudio De Vincenti. Der Vizeminister im Außenministerium, Lapo Pistelli, trat am 15. Juni 2015 zurück und wechselte um zum Energiekonzern Eni.La Repubblica, 15. Juni 2015
Am 29. Januar 2016 wurden nach den verschiedenen Rücktritten und Revirements der vergangenen Monate etliche Regierungsämter neu vergeben. Neuer Minister für regionale Angelegenheiten wurde der bisherige Vizeminister im Justizministerium, Enrico Costa. Die Staatssekretäre in den Ministerien für Äußeres und Wirtschaft und Finanzen, Mario Giro und Enrico Zanetti, wurden dort zu Vizeministern befördert. Im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung erhielten die bisherige Staatssekretärin im Arbeitsministerium, Teresa Bellanova, und der bisherige Staatssekretär im Ministerium für Verfassungsreformen, Ivan Scalfarotto, Vizeministerposten. Der Wirtschaftsprofessor und Regierungsberater Tommaso Nannicini kümmert sich als neuer Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten um die Wirtschaftspolitik und den Arbeitsmarkt. Der PD-Abgeordnete Vincenzo Amendola wurde zum Staatssekretär im Außenministerium ernannt. Die NCD-Senatorin Federica Chiavaroli und der PD-Abgeordnete Gennaro Migliore erhielten Staatssekretärsposten im Justizministerium. Staatssekretäre im Ministerium für Kulturgüter und Tourismus wurden die NCD-Abgeordnete Dorina Bianchi und der SC-Abgeordnete Antimo Cesaro. Die bisherige Staatssekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Simona Vicari, wechselte ins Ministerium für Infrastruktur und Verkehr. Antonio Gentile, der bereits Anfang März 2014 von seinem Staatssekretärsposten im Infrastruktur- und Verkehrsministerium zurücktreten musste, wurde zum Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung ernannt (das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt). Dass etliche der Posten an Politiker kleinerer Parteien gingen, wurde als Dank Renzis für deren Unterstützung interpretiert.Il Fatto Quotidiano, 28. Januar 2016Consiglio dei Ministri Nr. 102, governo.it, 28. Januar 2016
Federica Guidi, Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung (Industrieministerin), kündigte am 31. März 2016 ihren Rücktritt an, weil bekannt geworden war, dass sie die geschäftlichen Interessen ihres Lebensgefährten und damit auch des französischen Energiekonzerns Total politisch unterstützt hatte.Ermittlungen gegen Lebensgefährten: Italiens Industrieministerin Guidi tritt zurück, Spiegel Online, 1. April 2016 Ihr Amt übernahm Carlo Calenda, der unter Guidi bis März 2016 Vizeminister gewesen war.
Weblinks
I Governo Renzi auf storia.camera.it (italienisch)
Einzelnachweise & Anmerkungen
Renzi Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 2014 Kategorie:Aufgelöst 2016